überwachung

#gov2vie Vergessen im Internet / Innenpolitische Twittersphäre / Transparenz & Demokratisierung

In diesem Thread findet ihr meine Aufzeichnungen der Nachmittags-Sessions des Government 2.0-Camps.

Vergessen im Internet (Ralf Lesser)

Inspirationsfrage zur Themeneingrenzung: Wie wirkt es sich eigentlich auf unsere Gesellschaft aus, dass das Internet nichts vergisst und sich das Verhältnis von Erinnern und Vergessen sich grundlegend wandelt?

Die Session wurde zu Beginn eingegrenzt (je nachdem, worüber die TeilnehmerInnen diskutieren wollten). Als da wären:

  • Das Löschen einzelner Daten
  • Findet man mit Erinnern und Vergessen überhaupt den richtigen Punkt? Die neue Dimension ist eher das Auffinden als das Vergessen – Gespeichert wurden die Informationen ja schon vorher.
  • Wie wirken sich diese Veränderungen auf die Gesellschaft aus?

Grundsätzlich erhöht sich die Menge der Publikationen und ebenso die Speicherbarkeit. Daten im Zugriff zu halten und immer laufend neu zu kopieren ist ein Problem des Archivs. Spannend ist wohl, welches Vergessen wir eigentlich meinen, weil die Archivierung ohnehin passiert (das Internet archiviert sich gewissermaßen selbst). Vergisst nicht aber jedes Medium nicht? Das Internet vergisst auch insofern, weil gewisse Dinge nicht mehr verlinkt und dann nicht mehr als relevant wahrgenommen werden. Worin unterscheidet sich aber der Vergessensprozess im Internet zu jenen, die wir von früher her kennen? Vielleicht lässt sich Publizieren in Büchern auch mit dem Publizieren in wissenschaftlichen Journalen vergleichen – was zitiert wird, ist aktiv im Erinnerungsvermögen vorhanden.

(more…)

Überwachung und Selbstüberwachung

Am 13. Dezember fand im Rahmen der Reihe “Culture of Control” ein Vortrag von Aldo Legnaro, Sozialwissenschaftler aus Köln, zum Thema Überwachung statt. Nicht nur Regulierung von außen, auch das sich wandelnde Verhältnis von Privat- und Öffentlichkeit sowie Formen der Selbstregulierung und freiwilliger Transparenz waren Thema.

Ökonomie der Aufmerksamkeit und Arten der Überwachung

Technische Möglichkeiten und zunehmende Transparenz führen momentan zu gemischten Gefühlen: Zwischen Coolness und Angst, zwischen Autonomie und Heteronomie bewegt sich die Wahrnehmung technischer Automatismen. Als in den 90ern die “Neighborhood Watch“-Programme in England durchgeführt wurden, hieß es als Antwort auf den Überwachungsbefehl: “Aber wir beobachten unsere NachbarInnen doch schon!”. Zu unterscheiden ist auch zwischen Beobachtung und Überwachung: Beobachtung ist ersmal nur eine methodisch angestellte Erfahrung, der Schritt zur Überwachung ist nicht unbedingt nowendig. Die Dualität der beiden Begriffe wird z.B. in Hitchcock’s “Das Fenster zum Hof” deutlich. Überwachung wird auch konstruiert und wirkt dann oft wie ein Gesellschaftsspiel.

(more…)