soziale Medien

Management digitaler Identität

Am 21. August beehrte Mark Buzinkay die Donau-Universität Krems mit einem Vortrag in der Universitätsbibliothek. Der mehrfache Absolvent der Donau-Universität Krems sprach über das Management von digitalen Identitäten.

In nur 15 Jahren hat sich unsere Lebenswelt grundlegend verändert, und sie wird sich in den nächsten 15 Jahren noch viel mehr verändern. Bsp.: 1995 war eMails etwas für Geeks und der Nutzen für die Masse noch nicht gegeben, doch heute ist Kommunikation ohne eMail undenkbar. Milliarden von Menschen mussten eine neue Kulturtechnik erlernen. Wer heute nicht im Internet ist, ist draußen. Nicht digitale Information verliert zunehmend an Bedeutung.

Digitale Identität

Soziale Netzwerke begannen sich erst vor fünf Jahren zu etablieren. Facebook hat derzeit über 500 Millionen User, mit einer rasanten Zunahme der Userzahlen innerhalb der letzten 12 Monate; und Facebook ist nur ein soziales Netzwerk, auch wenn es der Marktführer ist. Wer nicht mitmacht, entzieht sich neuer Ressourcen.

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Medienrevolution

Clay Shirky beschreibt in einem faszinierenden Vortrag den derzeit stattfindenden Umbruch in der Medienlandschaft, basierend auf den technologischen Möglichkeiten, die das Internet bietet. Technische Tools werden erst dann gesellschaftlich relevant, wenn sie für TechnikerInnen langweilig geworden sind. Damit meint Shirky, dass der einfache und zur Normalität gewordene Gebrauch solcher Tools deren gesellschaftlichen Durchbruch bedeuten.

Die auf Basis des Internets entwickelten sozialen Medien, stehen für eine Medienrevolution, die der Erfindung der Druckerpresse oder der Telekommunikation gleichgesetzt werden kann. Während bisherige mediale Kommunikationswege immer von einer einzelnen Person oder Institution aus gingen, ermöglicht das Internet die Einbeziehung mehrerer TeilnehmerInnen in den selben Kommunikationsprozess; anstatt one-to-many oder one-to-one sind nun auch many-to-many Prozesse möglich.

Gesellschaftliche Relevanz neuer Kommunikationsprozesse

Diese neuen Kommunikationsprozesse ermöglichen nicht nur rasante Verbreitung von Neuigkeiten weltweit, sie stellen auch Probleme für Institutionen dar, die versuchen Informationsflüsse zu kontrollieren. …

Politics 2.0 – Obamas Wahlkampf

Der Wahlkampf von Präsident Barack Obama hat neue Maßstäbe in der Mobilisierung von Bevölkerungsmassen gesetzt. Fundamente dieser Mobilisierung waren die pro-aktive Verwendung von Kommunikations- plattformen des Web 2.0 und das kreieren einer Marke „Obama“, die sich über eben diese Plattformen etablierte. Im Gegensatz zu Obama verabsäumte sein Kontrahent, Senator John McCain, eine Masse von WählerInnen über soziale Netzwerke anzusprechen.

In der Tabelle  ist Obamas  Dominanz in den populärsten sozialen Medien gut erkennbar:

Obama vs McCain SocMed

Barack Obama war auf mehr als zehn weiteren sozialen Netzwerken vertreten, seine Basis im Internet war jedoch my.barackobama.com (MyBO), „[which] was at the heart of the campaign’s new media strategy. [… The] site allowed users to create events, exchange information, raise funds, and connect with voters in their area. MyBO was the digital home from which the campaign could mobilize its army of supporters.” [2] Durch den einfachen Zugang zu dem Portal etablierte sich bald eine große Community, die selbstverständlich auch von Gegnern Obamas unterwandert wurde, weshalb Community-Manager engagiert werden mussten, die die Internetforen kontrollierten und gegebenenfalls Kommentare löschten.

Demokratisierung des Wahlkampfs durch Partizipation der WählerInnen

Über zwei Millionen Profile wurden im Laufe des Wahlkampfs auf MyBO angelegt. Die Betreiber von MyBO pflegten intensiven Austausch mit UserInnen, um einerseits das Identifikationspotenzial der UserInnen mit der Community zu steigern, andererseits sollte allen, die sich beteiligen wollten, die notwendige Hilfestellung gegeben werden. Über die persönlichen Blogs der Mitglieder auf MyBO konnten Erfahrungen ausgetauscht werden. Im internen Bereich standen den Freiwilligen zahlreiche einfach zu nutzende Werkzeuge zur Verfügung, z.B. Telefonlisten, Terminplaner, regional adaptierte Informationen und Argumentationsleitfäden, ein Barometer der gesammelten Spenden einzelner WahlkämpferInnen sowie eine Übersicht des Aktivitätsgrads, um den Ehrgeiz der Freiwilligen zu steigern.  Beachtlich war der Effekt, den MyBO außerhalb des Internets hatte. 200.000 sogenannte Offline-Events wurden über Obamas Internetportal organisiert.

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