postdemocracy

E-Postdemokratie?

Kürzlich lief auf Bayern2 im Rahmen des “Zündfunk Generators” ein Beitrag zum Thema Postdemokratie, der Anstoß zu diesem Eintrag war. Denn wenn wir über die Möglichkeiten, das demokratische Verständnis der Bevölkerung durch elektronische Beteiligungsformen zu erweitern diskutieren, lohnt es sich, einen Blick auf diesen Begriff zu werfen.


Eine Gesellschaftsform in der Krise? – Von der Demokratie zur Postdemokratie

Erste These: Wir befinden uns in einer Postdemokratie. Geprägt hat diesen Begriff der britische Politikwissenschaftler Colin Crouch. Dessen These ist, dass sich die heutigen Demokratien diesem Zustand immer mehr annähern und der Einfluss privilegierter Eliten, z. B. bestimmter UnternehmerInnen, zunimmt. Denn Postdemokratie bezeichnet ein politisches System, in dem nicht die Beteiligung der BürgerInnen, sondern Ergebnisse, die dem Allgemeinwohl dienen, zählen. Der/die BürgerIn wird dann nicht als Souverän betrachtet, in deren/dessen Auftrag entschieden werden muss, sondern muss befähigt werden, den kollektiven Anforderungen zu genügen. Je mehr der Staat zulässt, dass diese in politische Apathie versinken, desto leichter können Wirtschaftsverbände ihn zu einem Selbstbedienungsladen machen. Ritzi und Schaal bezeichnen Postdemokratie außerdem als Scheindemokratie, die sich hinter der vollwertigen Demokratie verstecke.

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