Behörden

Die Verwaltungswolke

Nach Gartners Hype Cylce Kurve 2009 für kommende Trends in der IT ist Cloud Computing am Höhepunkt des Medienrummels angekommen. Der Prognose zufolge wird es zwei bis fünf Jahre dauern bis Cloud Computing als anerkannte Technologie in allen Bereichen Einzug halten wird.

Bekannte und freie E-Services wie Reddit oder Github verwenden bereits Cloud-Technologie um die hohe und dynamische Last an Seitenzugriffen bedienen zu können.

WAS ist die “Cloud” und WO ist sie? Warum sind Wolken besser als Sonnen und wie kann und wird die Verwaltung mit dieser neuen Technologie umgehen?

Mit dem Ende der dot.com-Blase zwischen 1999 und 2000 ist auch eine andere Ära zu Ende gegangen: Die Ära der Mainframes. Tonnenschwere, wassergekühlte Großrechneranlagen in den Kellerräumen (aus Gründen der Klimatisierung) wurden mit Kränen aus den Gebäuden gehievt und machten Platz für kleine, dezidierte Serverfarmen. Ein neuer Dienst bedeutete den Einschub eines Blades in den Rechencluster, Speicherplatz wurde über Netzwerk zur Verfügung gestellt (NAS, SAN).  Es dauerte nur kurz bis gewichtige Nachteile dieser Vorgehensweise offensichtlich wurden:

  • Rechensysteme waren nur unzureichend ausgelastet,
  • der Administrationsaufwand stieg durch wachsende Heterogenität enorm an.

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Braucht Österreich ein neues Behördensystem?

Am 27. Jänner 2010 fand im Rahmen des Lehrgangs Professional MSC E-Government ein Kamingespräch mit SC Univ. Prof. Dr. Georg Lienbacher zum Thema „ Braucht Österreich ein neues Behördensystem?“ statt. Im Anschluss daran war Zeit für eine offene Diskussion und den Austausch von Erfahrungen.

SC Univ. Prof. Dr. Georg Lienbacher ist Leiter des Verfassungsdienstes im Bundeskanzleramt und Vorsitzender der „Expertengruppe Staats- und Verwaltungsreform“, die im Jahr 2008 ihre letzte Sitzung hielt.

Überblick über die Entwicklungen der Behördenreform und mögliche Perspektiven

Bereits der Österreich-Konvent (30.6.2003 bis 31.1.2005) unter dem Vorsitz von Dr. Franz Fiedler hatte über Vorschläge für eine radikale Staats- und Verfassungsreform beraten. Ziel des Konvents war die Schaffung eines neuen Verfassungstextes. Konkrete Ergebnisse hat der Österreich-Konvent aber mangels Einigung nicht beschlossen. Verfassungsänderungen sind oft deshalb schwer umzusetzen, weil sie auf vielen Ebenen zu Veränderungen führen. Dazu ist vielfach schon im Vorfeld ein Konsens der Betroffenen (Bund, Länder, Selbstverwaltungskörper, politische Parteien) nur schwer zu erzielen. In den Medien und in der Öffentlichkeit werden oft vordergründig die Länder als die Schuldigen an der mangelnden Konsenserzielung wahrgenommen. Die Realität zeichnet aber ein differenzierteres Bild, in dem je nach Interessen auch von den Zentralstellen (Ministerien), den politischen Parteien, bestimmten Staatsorganen oder aus den Selbstverwaltungskörpern heraus Widerstand geleistet wird.

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Deutschland hat Nachholbedarf bei E-Government

“71 Prozent der Bürger kennen Online-Angebote der Behörden nicht.”

Eine aktuelle Studie des IT-Beratungsunternehmens Booz Allen Hamilton zeigt, dass E-Government Services für einen Großteil der deutschen Bevölkerung unbekannt sind. Jediglich 5% der Behördengänge werden in Deutschland über das Internet abgewickelt, weil vorhandene Dienste (noch) nicht von den BürgerInnen angenommnen werden.