Review #govcampvie 2019

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Wir dürfen auf ein interessantes 10. govcamp mit vielen sehr aktiven TeilnehmerInnen zurückblicken. Mit ihnen gemeinsam wurde ein thematisch bunter Sessionplan gestaltet, der die Erwartungen der OrganisatorInnen übertroffen hat. Infolge der Anzahl der eingebrachten Sessions musste auch die Raumplanung kurzfristig angepasst werden.

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Nicht neu, sondern eine erfreuliche Konstante war die erneute Präsenz von TeilnehmerInnen, die sich selbst in die Bereiche Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung einordnen. Verwaltung und Zivilgesellschaft waren annähernd gleich stark vertreten.

Die Eröffnung beinhaltete auch einen kurzen Rückblick auf die vorhergehenden 9 govcamps und wir erinnerten uns gemeinsam an die ursprünglichen Unsicherheiten der Verwaltung in Bezug auf dieses Format und an Projekte und Kooperationen, die im Rahmen des govcamp entstanden.

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Motto 2019: Digitaler Raum – frei und sicher?

Sujet

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Freiheit

Das Motto wurde in einer Reihe von Diskussionen aufgegriffen. Jede und jeder dürfte unterschiedliche Assoziationen zum Thema Freiheit haben. Freiheit kann die Möglichkeit bedeuten, sich eine Meinung zu bilden, Zugang zu verschiedenen Informationsquellen zu haben, über echte Wahlfreiheit zu verfügen und die eigene Meinung zu äußern. Sind Algorithmen die Informationsgatekeeper des 21. Jahrhunderts? (so Eisenberger 2011: „Heute sind es ComputerspezialistInnen und MathematikerInnen global agierender Unternehmen, die im virtuellen Raum bestimmen, welche Informationen uns tatsächlich zugänglich sind.“)

Wie kann vermieden werden, dass der Umgang mit digitalen Technologien zu Krankheitsbildern führt wie z.B. von Spitzer (2012) benannt („Digitale Demenz“ als ärztliche Bezeichnung in Südkorea für junge Erwachsene mit Gedächtnis-, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, emotionaler Verflachung und allgemeiner Abstumpfung als Folge von intensiver Nutzung moderner Informationstechnik)?

Viele komfortabel zu benutzende Dienste sind in der Hand weniger großer Akteure. Wie frei ist die Entscheidung der Nutzung im Hinblick auf diese Dienste? Hätte man bei Nichtnutzung mit (Informations-)Nachteilen zu kämpfen?

Sicherheit

In ähnlicher Weise wie es auf den Begriff Freiheit zutrifft, kann Sicherheit unterschiedliche Bedeutungen haben und von der Hilfe im Notfall, über Unbeschwertheit, eindeutige Identifikation, Abgrenzung oder Anonymität alles umfassen. Sicherheit kann Achtung der Privatsphäre bzw. Geheimhaltung persönlicher Entscheidungen meinen oder sich auf die sichere Aufbewahrung und Übermittlung von Informationen beziehen. Auch die wirtschaftliche Existenzgrundlage („Bestehen können“ im Alltag) und der Schutz kritischer Infrastrukturen haben grundlegend mit Sicherheit zu tun. Gemäß des Berichts Cyber Sicherheit des BKA (2019) werden Angreifer sich vor allem in E-Mails als bekannte Services (Bank, Post) ausgeben und noch deutlicher als schon bisher auf Unternehmen bzw. einzelne Personen Bezug nehmen.

Devices wie Smartphones können neben den von NutzerInnen bewusst im Hinblick auf bestimmte Zwecke bekannt gegebenen Daten auch andere Daten verarbeiten, die sich entweder auf das Gerät oder auf die konkrete Nutzerin beziehen. Daten über das Gerät wie etwa IP-Adresse, Internetverbindung, Seriennummer und Marke können genauso Rückschlüsse auf persönliche Präferenzen der Nutzerin zulassen wie Nutzungsbezogene Informationen wie etwa die Art des Tippens (Höchtl 2019 basierend auf Klink/Straub/Straub 2018). Einer Diskussion im Plenum darüber, dass es nicht möglich sei, technisch auszuschließen, dass händisch deaktivierte Dienste auch tatsächlich die Datenübertragung unterbrechen und geäußerter Beunruhigung darüber folgten zahlreiche Sessions.

Sessions

Aufgeteilt in drei aufeinander folgende Slots fanden in 5 Räumlichkeiten parallel Sessions statt. Um nur kurze Einblicke zu geben, seien einige Sessions herausgegriffen:

Anonymisierung bei KI

  • Wie anonym müssen Daten sein, um den Schutz zu gewährleisten? Wie anonym dürfen Daten sein, um eine Qualität zu gewährleisten, mit welcher gearbeitet werden kann?
  • Im Justizbereich werden Schwärzungen händisch vorgenommen bevor Entscheidungen veröffentlicht werden. Die automatisierte Anonymisierung ist eine Herausforderung. Dabei dürften Daten aber nur soweit anonymisiert werden, dass eine KI von den anonymisierten Daten noch etwas lernen kann
  • Oft sind Daten in der Verwaltung als CSV-Datei oder strukturiert in Datenbanken in „Daten Silos“ vorhanden. Diese Daten werden nicht genutzt.
  • Nicht in allen Fällen ist Anonymisierung das richtige Mittel. Fragestellung und Rahmenbedingungen sind maßgeblich für die Entscheidung ob Anonymisierung das richtige Mittel ist. In manchen Fällen genügen andere Mittel wie z.B. die Vergrößerung der Stichprobe.

Der Bundestrojaner

  • Der Bundestrojaner bezeichnet eine Software, die auf dem Computer der zu überwachenden Person oder einer Person, die mit dieser bekannt ist, von diesen unbemerkt gespeichert wird um die Daten vor der Verschlüsselung einzusehen. Der Bundestrojaner kann nur in gewissen Fällen der Strafbarkeit eingesetzt werden (enger Katalog, Verbrechen 10 Jahre und richterliche Anordnung).
  • Diskussion einer Konkretisierung: Wann ist man mit einer Person in diesem Sinn bekannt?

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  • Kontroverser Diskurs darüber, ob man sich durch den Bundestrojaner in der Freiheit oder in der Sicherheit eingeschränkt fühlt. Die Mehrheit der Anwesenden fühlt sich in beiden Bereichen eingeschränkt. Diskutiert wird, dass wir als Nutzer keine echten Administratorenrechte über unsere Smartphones hätten, sondern nur eingeschränkte Nutzungsrechte. Wenn man den Bundestrojaner installieren können soll, müsste es das Interesse sein, dass Sicherheitslücken bestehen bleiben. Eigentlich sei es aber Aufgabe der Polizei, den Schutz, u.a. auch von privaten IT-Infrastrukturen sicherzustellen und aus dieser Perspektive sollten Sicherheitslücken veröffentlicht werden und für deren Schließung gesorgt werden.
  • Der Bundestrojaner ermöglicht im Gegensatz zu den derzeitigen Möglichkeiten nicht nur die Überwachung der Kommunikation, sondern die Software kann nicht unterscheiden, wenn etwas geschrieben wird, ob die Nutzerin später kommunizieren wird oder nicht.

GovLabAustria – Reallabore

  • Reallabore sollen die Testung von Innovationen unter lebensnahen bzw. realen Bedingungen ermöglichen, und zwar in der Wirtschaft und in der öffentlichen Verwaltung. Als Beispiel für den Wirtschaftsbereich wird oft das Projekt von Nesta genannt, in welchem der Transport von Blutkonserven zwischen Krankenhäusern mittels Drohnen erprobt wurde. Dabei wurde mit Akteuren der Polizei, der Regierung und technischen Experten zusammengearbeitet und Anpassungen im Luftverkehrsrecht vorgenommen.
  • Als mögliche Anwendungsgebiete in der öffentlichen Verwaltung wäre denkbar, Virtual Reality statt eines physischen Lokalaugenscheins einzusetzen, Augmented Reality als Hilfsmittel bei der Erklärung für Sachverständige zu etablieren, Einsatzbereiche künstlicher Intelligenz zu testen oder den Verzicht auf gewisse Formvorschriften zu erproben.
  • DSC_0987Kleingruppen diskutierten beispielsweise welche Herausforderungen sich Reallabor-Projekten bei der Einbindung von Stakeholdern stellen.
  • Möchten Sie sich mit dem GovLabAustria vernetzen? Dazu bestehen verschiedene Möglichkeiten: Werden Sie Projektpartner, Netzwerkpartner, Blogautor oder auch nur regelmäßig über GovLabAustria-Aktivitäten informiert.

Algorithmen-Ethik

Die Session „Algorithmen-Ethik“ stellte folgende Probleme zur Diskussion:

  • Wer trägt die Verantwortung beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz?
  • Wie gehen wir mit den Manifestierungen beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz um?
  • Wie können Algorithmen ethische Prinzipien erlernen?
  • Wie gehen wir damit um, dass gewisse Daten leichter verfügbar sind und deshalb von Algorithmen berücksichtigt werden können, während nicht verfügbare Daten keine Berücksichtigung finden können (Stichwort AMS Algorithmus)?

Auch Lösungen wurde unter anderem erörtert, dass Algorithmen von Zeit zu Zeit lügen könnten bzw. das Algorithmen im Zufallsprinzip einige Parameter weglassen, um Manifestationen gegenzusteuern. Künstliche Intelligenz, die weniger auf Daten als mehr auf Logikprinzipien aufbaut, könnte Prinzipien wie den Minderheitenschutz, integrieren.

Open Data

Die Sessions „data.gv.at“ und „Open Data Wunschkonzert“ wurden gemeinsam durchgeführt.  Neuerungen auf data.gv.at wie der Relaunch, der neue Veröffentlichungsleitfaden, die Umstellung auf CC BY 4.0 oder die Nutzerumfrage wurden präsentiert und Wünsche für Datenveröffentlichungen eingesammelt.

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Unter den Wünschen befanden sich insbesondere folgende Daten:

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Stellvertretend für die vielen, vielen spannenden Sessions, die hier unerwähnt blieben, soll diese Diskussionsgrundlage über elektronische Identifizierung stehen.

Wir freuen uns über die zahlreichen positiven Rückmeldungen in der traditionell am Ende der Veranstaltung stattgefunden habenden gemeinsamen Zusammenfassung, u.a. wurde folgendes der Dialog auf Augenhöhe geschätzt und dass man respektvoll mit Andersdenkenden diskutieren konnte (Stichwort „Bundestrojaner“). Auch wurde erwähnt, dass es durch die vielen verschiedenen, interessanten Themen mitunter schwer gefallen sei, sich für eine Session zu entscheiden.

Danke für Ihre Beiträge, ohne die das govcamp vienna keine gelungene Veranstaltung sein könnte.

Bleiben Sie mit dem govcamp vienna in Kontakt!

z.B. via Facebook oder Twitter

Bis zum nächsten #govcampvie!

 

Literatur:

  • Eisenberger, I. 2011, Die Macht der Algorithmen. Der Verlust der Öffentlichkeit durch Personalisierung im Netz, Juridikum: Zeitschrift für Kritik – Recht – Gesellschaft, 4/2011, 517.
  • Klink-Straub, J./Straub, T. (2018), Vernetzte Fahrzeuge – portable Daten: Das Recht auf Datenübertragbarkeit gem. Art. 20 DS-GVO, ZD 2018, 459
  • Höchtl, B. (2019), Datenschutzrechtliche Implikationen autonomer Systeme. Jusletter IT, 21. Februar 2019.

 

Mit Liebe zu Wissenschaft, Blockchain & Familie – ein Interview mit dem Absolventen Robert Buchner

Im folgenden Interview spricht Robert Buchner über seinen positiven Ausblick in die Zukunft, wie ihn die Donau-Universität Krems inspirierte neue Wege zu gehen und er erinnert sich an die ersten Tage des Studiums. Er spricht auch über die Bedeutung von Bildung und erzählt wie er seine Leidenschaft für die Blockchain-Technologie und das wissenschaftlichen Arbeiten entdeckte.

vlnr: Dr. Günther Kainz, Robert Buchner, MSc und Univ.-Prof. Peter Parycek
(Fotocredit: ​​​​​​​Wolfgang Simlinger)

Ein Blick in die Zukunft – wie stellen Sie sich Ihren weiteren Weg vor nach dem Abschluss an der Donau-Universität Krems?

“Das erlernte Wissen und „Handwerkszeug“, sowie das im Studium vermittelte Mindset und die durch den erfolgreichen Abschluss erlangte Qualifikation lassen mich aktuell mit großer Zuversicht in die Zukunft blicken. Dabei habe ich aufgrund meines Abschlusses des Studiums “Professional MSc Management und IT” mit der Fachvertiefung IT-Consulting nicht nur bessere Chancen und neue Karrieremöglichkeiten innerhalb meines bisherigen Berufs- und Tätigkeitsfeldes, darüber hinaus haben sich ungeahnte Wege betreffend der möglichen Entfaltung meiner Person aufgetan.”

Weiter spricht Herr Buchner darüber, dass ihn das Studium dazu inspirierte neue Start-Up-Ideen zu entwickeln, fachspezifische Beiträge im Dienste der Wissenschaft zu erstellen, komplexere technologie-spezifische Sachverhalte aus sozioökonomischer Perspektive fundiert zu analysieren und danach ausführlich und verständlich aufzuarbeiten.

Welches Erlebnis an der Donau-Universität ist Ihnen am Besten in Erinnerung geblieben und warum?

“Ob die eine oder andere den Innovationsgeist weckende Anekdote von Herrn Mag. Dell, die lebhaften Ermahnungen betreffend die Notwendigkeit stets „outside the box“ zu denken von Herrn DI Leeb oder die auf Meta-Ebene augen-öffnenden Vorträge und Diskussionen von und mit Herrn Prof. Dr. Burkert – die Auswahl eines einzelnen Moments ist nicht einfach!”

Nach kurzem Nachdenken beginnt Herr Buchner von seinem ersten Tag auf der Donau-Universität Krems zu erzählen. Der Einführungsvortrag von Herrn Prof. Ortner ist dabei besonders in Erinnerung geblieben. Neben der Vorbereitung auf die kommenden 2 Jahre, überzeugte Herrn Prof. Ortner vor allem mit seiner illustrativ prägnanten und zugleich didaktisch maximal effektiven Vortragsweise.

Was raten sie all jenen, die darüber nachdenken ein Studium zu beginnen?

“Am besten ohne zuzuwarten und gleich, denn der ideale Zeitpunkt, um mit einer Ausbildung zu beginnen war gestern! Steht man zudem bereits im Berufsleben und hat vielleicht noch Familie mit Kindern, so führt meines Erachtens derzeit kein Weg am (Weiter-)Bildungsangebot der Donau-Uni vorbei.”

Herr Buchner ist Familienvater und weiß wovon er spricht: bereits einige Jahre vor seinem Studienantritt in Krems versuchte er ein Wirtschaftsinformatik-Studium an einer konventionellen Universität (JKU Linz) zu belegen und erkannte, dass die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Studium keine Selbstverständlichkeit ist. Als Benefit nennt Herr Buchner neben der Vereinbarkeit von Familien-, Berufs- und Studentenleben durch Ablauf und terminliche Gestaltung des Studiums, die kleinen Gruppengrößen, den Austausch mit KollegInnen und Vortragenden sowie die Qualität des Unterrichts.

“Das wichtigste ist jedoch im Vorfeld zu erkennen, dass Bildung noch keinem geschadet hat, sondern die wohl wertvollste Investition in die persönliche Zukunft darstellt, die man tätigen kann.”

Warum haben Sie sich für das Thema Blockchain für Ihre Master Thesis entschieden?

Herr Buchner beschreibt mehrere Faktoren, warum ihn gerade das Thema Blockchain so begeistert hat: einerseits bestand bei ihm schon immer eine hohe Affinität zu neuen und jungen Technologien, sowie die Neugier stets neue Konzepte und Lösungen am IT-Sektor auszuprobieren. Auf der anderen Seite hat sein Beruf als System- und Netzwerkadministrator und der damit verbundene Zugang zu leistungsfähigen IT-Infrastrukturen dieses Interesse weiter verstärkt.

“… und ein Artikel in der Fachzeitschrift „C’T“(Computertechnik) der eine „Währung im Kollektiv“ beschreib, was mich hinsichtlich des beschriebenen dahinterstehen Konzeptes und der vorgestellten raffinierten Funktionsweise (das Blockchain-Protokoll) nicht mehr los ließ – hat mich relativ bald mit der Blockchain-Technologie (BCT) in Kontakt gebracht.”

Wenn Sie eine Sache auf der Welt verändern dürften: Was wäre das?

“Um eine adäquate Grundlage für einen künftig „richtigen“ (Risiken minimierenden) Umgang mit der Blockchain-Technologie zu schaffen ist es somit mein Wunsch, dass unsere Bildungseinrichtungen und Verantwortungsträger in Politik und Verwaltung das Thema noch mehr ernst nehmen, Forschung auf diesem Sektor weiter und umfangreicher als bisher vorantreiben, für eine Entfaltung der Technologie beförderliche Regularien finden und damit den Wirtschafts- und Bildungsstandort Europa nachhaltig absichern und in der Bevölkerung für die künftig nötige Entscheidungskompetenz betreffend den Umgang mit Blockchain und der Nutzung diverser Blockchain-basierter Anwendungen, sowie für die Schaffung von mehr Informations- und Datenautonomie sorgen und zugleich grundlegend neue Möglichkeiten für politische Teilhabe befördern. […] Fakt ist: die Zeiten des mehrheitlichen Einsatzes der BCT als Mittel zum Zweck in teils zwielichtigen Internet-Underground-Communities sind vorbei, die ersten ernstzunehmenden, flächendeckenden und massentauglichen Anwendungen und Use-Case-Szenarien stehen vor der Haustüre.”

Weiterführende Informationen

Datenkreise für die Wirtschaft fruchtbar machen: Workshop-Konferenz der Data Intelligence Offensive in St. Pölten

Am 03. Oktober 2019 lud die Data Intelligence Offensive zu einem Niederösterreich-Date mit Big Data ExpertInnen auf der FH St. Pölten ein und erfreute sich über rege Teilnahme in den Diskussionsgruppen und im anschließenden Austausch.

Die Data Intelligence Offensive ist Österreichs zentrale Plattform zur Förderung der Datenwirtschaft und der Datenwissenschaft mit führenden Stakeholdern aus Wirtschaft, Wissenschaft & öffentlicher Verwaltung. Die Vision der Data Intelligence Offensive ist es, dass Österreichs Digitalwirtschaft eine internationale Vorreiterrolle bei der intelligenten Nutzung von Daten einnimmt – durch Big Data Analytics, Predictive Analytics, Machine Learning und Deep Learning Classifications und anderen Leittechnologien.

Unter dem Titel “Welchen Vorteil bieten Datenmärkte für Ihr Unternehmen?” trafen sich zahlreiche TeilnehmerInnen der FH St. Pölten, der Donau-Universität Krems, der TU Wien, des Landesverwaltung NÖ, des BMDW, der Niederösterreichen Nachrichten, der Austria Presse Agentur und diverser Software-Firmen und Start-ups wie AICO, Ecoplus, Mesonic, ACP und OpenGlam mit Big Data ExpertInnen zum Austausch.

Vortragsinputs lieferten Marlies Temper, Studiengangsleiterin Data Science and Business Analytics der FH St. Pölten, Thomas J. Lampoltshammer stv. Leiter des Zentrums für E-Governance der Donau-Universität Krems sowie Peter A. Bruck Leiter der Research Studios Austria, Allan Hanbury Prof. für Data Science an der TU Wien und Bernhard Göschlberger, Studioleiter des Junior Studios MobileKnowledgeLab,für das BMVIT-Leitprojekt “Data Market Austria” und die aus diesem hervorgegangene “Data Intelligence Offensive”.

Smartere Preise durch Datenkreise

“Ein hochinteressantes Thema der Veranstaltung war, wie ‘Data Market Austria’ Studierenden der Data Science und Start-ups Datensätze zur Verfügung stellen kann, damit diese sauber und sicher im korrekten rechtlichen und technischen Rahmen ausgetauscht werden können”, so Bernhard Göschlberger, Researcher und stellvertretender Studioleiter des Research Studios Data Science der RSA FG.

So wurde etwa in der Diskussionsgruppe “Data Value” folgendes Beispiel erörtert: Ein Datenkreis aus einer lokalen Hotellerie könnte dazu führen, dass Hoteliers besser mit ihren Preisen auf Angebot und Nachfrage reagieren können. Ein smartes System würden nämlich immer wissen und schon im Vorhinein melden, wann es zu Buchungsspitzen kommen wird, d.h. wann die Nachfrage besonders hoch sein wird. Das ist abhängig von Ferienzeiten, Wetterdaten, Freizeitalternativen andernorts, lokalen Events etc.: Eine typische Big Data-Anwendung also. Der Clou dabei ist, dass ein solcher Datenkreis die Datensouveränität jedes teilnehmenden Hoteliers garantiert und die Daten auch technisch beim Hotelier verbleiben können. Die Unternehmer könnten nicht nur mit ihren Preisen besser reagieren, sondern auch mit ihrem Personal- und Ressourceneinsatz besser wirtschaften.

Weitere Themen der Workshop-Konferenz waren Smart Contracts, also ein Programm, das verteilt auf einer Blockchain ausgeführt wird, Datennutzungslizenzen, Metadatenstandards u.v.a.

Lehrgangsstart am Zentrum für E-Governance

Am Mittwoch, den 06. November starteten die Studierenden des Professional MSc Management und IT (MSc) und des Digital Corporate Governance (MBA) mit dem Lehrforschungsprojekt Digital Governance.

Während der Studiengang Professional MSc Management und IT (MSc) bereits in die 11. Durchführung geht, findet der Digital Corporate Governance (MBA) zum 2. Mal statt.  Erwartungsvoll fanden sich am vergangenen Mittwoch die Studienbeginner am Campus in Krems ein und starteten mit dem Fach Digital Governance ihre persönliche Bildungsreise.

Für das Lehrforschungsprojekt Digitale Governance bringen die Teilnehmenden in den ersten zwei Semestern aktuell auftretende Herausforderungen aus ihrer beruflichen Praxis ein. Ziel ist es, dass Lösungsansätze mittels unterschiedlicher technologischer Treiber und Digitalisierungsstrategien zu entwickeln, diese werden als Lösung gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen sowie einem Team aus wissenschaftlichen Mitarbeitern sowie Experten aus der Startup-Praxis entwickelt. Beim Auftakt des Lehrforschungsprojekts stellten die Studierenden ihre Unternehmen vor danach ging es in die ersten praktischen Übungen mit dem Business Modell Canvas – eine Methode zur Visualisierung von bestehenden und neuen Geschäftsmodellen.

Peter Parycek, Universitäts-Professor und Leiter des Departments für E-Governance in Wirtschaft und Verwaltung, gab den Studierenden einen ersten Eindruck von Digitaler Governance, deren Umfang und Relevanz. Dabei machte er klar, dass es darum geht neue Technologien richtig einzusetzen, um so von neuen Produkten über neue Systeme bis hin zu neuen Business Modellen Innovationen vorantreiben zu können.

Lucas Winter, Managing Director der Contakt GmbH (Umdasch Group Ventures), erörterte, wie sich die unternehmerische Zukunft durch Digitalisierung gestalten lässt, dabei seien vor allem die Customer Experience und die Vernetzung der physikalischen und digitalen Welt ausschlaggebend. Er stellte den Studierenden innovative Beispiele aus der Praxis vor und gab Einblick in seinen beruflichen Alltag.  Auch Chris Leeb, CEO von 42Angelitos, berichtete in seinem Vortrag aus der Praxis der Digitalisierung und wie unterschiedlich diese im Corporates und in Start-Ups gelebt wird. Als mehrfacher Gründer und ehemaliger CIO der VA-Tech kennt er beide Seiten.

Das gesamte Team des Zentrums für E-Governance wünscht den Studienbeginnern alles Gute für den bevorstehenden Lehrgang und freut sich auf intensive Zusammenarbeit in den nächsten zwei Jahren.

Weiterführende Informationen

Informationen zum Studiengang Professional MSc Management und IT

Informationen zum Studiengang Digital Corporate Governance – MBA

Informationen zum Lehrforschungsprojekt “Digitale Governance”

Nächster Lehrgangsstart am 05. November 2020 – Informationen zur Anmeldung finden Sie hier!

Bedrohungen durch Desinformation im Fokus der 17. Sicherheitskonferenz

Am 23. Oktober 2019 fand die 17. Sicherheitskonferenz an der Donau-Universität in Krems zum Thema „Fake News – Herausforderung für Sicherheit, Demokratie und Werte“ statt.

Rund 140 hochkarätige ExpertInnen und Interessierte aus dem deutschsprachigen Raum informierten sich bei der diesjährigen Sicherheitskonferenz darüber, wie dem Phänomen der „Fake News“ gemeinsam entgegengewirkt werden könne. Denn die Verbreitung von „gezielten Falschmeldungen“ sei im Zeitalter der Digitalisierung besonders einfach geworden, da jeder über soziale Medien mit der Öffentlichkeit verknüpft sei und so seine Meinung äußern könne, sagte Dr. Alexander Janda, Generalsekretär des Kuratoriums Sicheres Österreich, in seiner Keynote.

„Fake News“ sind ein Phänomen, das es praktisch schon immer gegeben hat. Im Zeitalter der Digitalisierung und von „Big Data“ stehen jedem Menschen rund um die Uhr und nahezu uneingeschränkt eine Vielzahl von Informationen zur Verfügung. „Fake News“ in den Medien und im Internet, besonders in den „Social Media“, sind mitunter in manipulativer Absicht verbreitete Falschmeldungen, die durch die Zuseher, Zuhörer oder Leser als solche nicht oder nicht immer erkannt werden.

Gefordert sind daher laut ExpertInnen der Konferenz Politik und Medien, für die Gesellschaft und jeden einzelnen Nutzer im Netz neue Regulatorien zu schaffen, um den Umgang mit Informationen zu verstehen und kritisch hinterfragen zu können. Kommunikations- und Medienkompetenz müsse von klein auf erlernt und aufgebaut werden.

Herausforderungen aus digitalen Angriffsszenarien an die Unternehmenssicherheit beleuchtete Allianz-Vorstand Manfred Jilg. Durch digitale Früherkennung, so Jilg, können direkte und indirekte Bedrohungen detektiert und identifiziert werden, um sich gegen diese Angriffe zu wehren. Als Gegenstrategie präsentierte Manfred Jilg einen 11 Punkte-Plan zur systematischen Begegnung von Bedrohungen durch Desinformation. er Plan stammt aus einer Studie Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft (ASW)*.

Weitere Themen der Konferenz: „Ethik, Moral und digitale Desinformation“ diskutiert von Mag. Dr. Walter Karban, inMotion Verlag. Bgdr. Mag. Dr. Friedrich Teichmann, MSc, MAS, Bundesministerium für Landesverteidigung regte gemeinsam mit Andreas Lesch, Geschäftsführer TeleConsult in ihren Ausführungen zum Thema ‚Sagt uns unser Handy wirklich, wo wir sind?‘ – falsche Standortinformationen am Handy generieren“, zu „qualifiziertem“ Nachdenken an.

Die Sicherheitskonferenz wird seit 2002 jährlich vom Zentrum für Infrastrukturelle Sicherheit unter der Leitung von Ass.-Prof. Mag. Dr. Walter Seböck, MSc, MBA angeboten und steht seit 2018 unter der wissenschaftlichen Expertise von Mag. Dr. Ingeborg Zeller. Die Konferenz hat sich als Treffpunkt der Sicherheits-Community in Österreich etabliert und wird alljährlich von hochkarätigen ExpertInnen besucht.

Impressionen

Weiterführende Informationen

Alle Konferenz-Vorträge können auf der Webseite der Donau-Universität Krems abgerufen werden: www.donau-uni.ac.at/sicherheitskonferenz 

SAVE the DATE:
Die 18. Sicherheitskonferenz findet am 21. Oktober 2020 statt.
Weitere Informationen: http://www.donau-uni.ac.at/sicherheitskonferenz

*ASW Studie vom November 2017, abrufbar unter: https://asw-bundesverband.de/fileadmin/user_upload/dokumente/Studien_etc/studie_desinformation.pdf