Masterthesen

Mit Liebe zu Wissenschaft, Blockchain & Familie – ein Interview mit dem Absolventen Robert Buchner

Im folgenden Interview spricht Robert Buchner über seinen positiven Ausblick in die Zukunft, wie ihn die Donau-Universität Krems inspirierte neue Wege zu gehen und er erinnert sich an die ersten Tage des Studiums. Er spricht auch über die Bedeutung von Bildung und erzählt wie er seine Leidenschaft für die Blockchain-Technologie und das wissenschaftlichen Arbeiten entdeckte.

vlnr: Dr. Günther Kainz, Robert Buchner, MSc und Univ.-Prof. Peter Parycek
(Fotocredit: ​​​​​​​Wolfgang Simlinger)

Ein Blick in die Zukunft – wie stellen Sie sich Ihren weiteren Weg vor nach dem Abschluss an der Donau-Universität Krems?

“Das erlernte Wissen und „Handwerkszeug“, sowie das im Studium vermittelte Mindset und die durch den erfolgreichen Abschluss erlangte Qualifikation lassen mich aktuell mit großer Zuversicht in die Zukunft blicken. Dabei habe ich aufgrund meines Abschlusses des Studiums “Professional MSc Management und IT” mit der Fachvertiefung IT-Consulting nicht nur bessere Chancen und neue Karrieremöglichkeiten innerhalb meines bisherigen Berufs- und Tätigkeitsfeldes, darüber hinaus haben sich ungeahnte Wege betreffend der möglichen Entfaltung meiner Person aufgetan.”

Weiter spricht Herr Buchner darüber, dass ihn das Studium dazu inspirierte neue Start-Up-Ideen zu entwickeln, fachspezifische Beiträge im Dienste der Wissenschaft zu erstellen, komplexere technologie-spezifische Sachverhalte aus sozioökonomischer Perspektive fundiert zu analysieren und danach ausführlich und verständlich aufzuarbeiten.

Welches Erlebnis an der Donau-Universität ist Ihnen am Besten in Erinnerung geblieben und warum?

“Ob die eine oder andere den Innovationsgeist weckende Anekdote von Herrn Mag. Dell, die lebhaften Ermahnungen betreffend die Notwendigkeit stets „outside the box“ zu denken von Herrn DI Leeb oder die auf Meta-Ebene augen-öffnenden Vorträge und Diskussionen von und mit Herrn Prof. Dr. Burkert – die Auswahl eines einzelnen Moments ist nicht einfach!”

Nach kurzem Nachdenken beginnt Herr Buchner von seinem ersten Tag auf der Donau-Universität Krems zu erzählen. Der Einführungsvortrag von Herrn Prof. Ortner ist dabei besonders in Erinnerung geblieben. Neben der Vorbereitung auf die kommenden 2 Jahre, überzeugte Herrn Prof. Ortner vor allem mit seiner illustrativ prägnanten und zugleich didaktisch maximal effektiven Vortragsweise.

Was raten sie all jenen, die darüber nachdenken ein Studium zu beginnen?

“Am besten ohne zuzuwarten und gleich, denn der ideale Zeitpunkt, um mit einer Ausbildung zu beginnen war gestern! Steht man zudem bereits im Berufsleben und hat vielleicht noch Familie mit Kindern, so führt meines Erachtens derzeit kein Weg am (Weiter-)Bildungsangebot der Donau-Uni vorbei.”

Herr Buchner ist Familienvater und weiß wovon er spricht: bereits einige Jahre vor seinem Studienantritt in Krems versuchte er ein Wirtschaftsinformatik-Studium an einer konventionellen Universität (JKU Linz) zu belegen und erkannte, dass die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Studium keine Selbstverständlichkeit ist. Als Benefit nennt Herr Buchner neben der Vereinbarkeit von Familien-, Berufs- und Studentenleben durch Ablauf und terminliche Gestaltung des Studiums, die kleinen Gruppengrößen, den Austausch mit KollegInnen und Vortragenden sowie die Qualität des Unterrichts.

“Das wichtigste ist jedoch im Vorfeld zu erkennen, dass Bildung noch keinem geschadet hat, sondern die wohl wertvollste Investition in die persönliche Zukunft darstellt, die man tätigen kann.”

Warum haben Sie sich für das Thema Blockchain für Ihre Master Thesis entschieden?

Herr Buchner beschreibt mehrere Faktoren, warum ihn gerade das Thema Blockchain so begeistert hat: einerseits bestand bei ihm schon immer eine hohe Affinität zu neuen und jungen Technologien, sowie die Neugier stets neue Konzepte und Lösungen am IT-Sektor auszuprobieren. Auf der anderen Seite hat sein Beruf als System- und Netzwerkadministrator und der damit verbundene Zugang zu leistungsfähigen IT-Infrastrukturen dieses Interesse weiter verstärkt.

“… und ein Artikel in der Fachzeitschrift „C’T“(Computertechnik) der eine „Währung im Kollektiv“ beschreib, was mich hinsichtlich des beschriebenen dahinterstehen Konzeptes und der vorgestellten raffinierten Funktionsweise (das Blockchain-Protokoll) nicht mehr los ließ – hat mich relativ bald mit der Blockchain-Technologie (BCT) in Kontakt gebracht.”

Wenn Sie eine Sache auf der Welt verändern dürften: Was wäre das?

“Um eine adäquate Grundlage für einen künftig „richtigen“ (Risiken minimierenden) Umgang mit der Blockchain-Technologie zu schaffen ist es somit mein Wunsch, dass unsere Bildungseinrichtungen und Verantwortungsträger in Politik und Verwaltung das Thema noch mehr ernst nehmen, Forschung auf diesem Sektor weiter und umfangreicher als bisher vorantreiben, für eine Entfaltung der Technologie beförderliche Regularien finden und damit den Wirtschafts- und Bildungsstandort Europa nachhaltig absichern und in der Bevölkerung für die künftig nötige Entscheidungskompetenz betreffend den Umgang mit Blockchain und der Nutzung diverser Blockchain-basierter Anwendungen, sowie für die Schaffung von mehr Informations- und Datenautonomie sorgen und zugleich grundlegend neue Möglichkeiten für politische Teilhabe befördern. […] Fakt ist: die Zeiten des mehrheitlichen Einsatzes der BCT als Mittel zum Zweck in teils zwielichtigen Internet-Underground-Communities sind vorbei, die ersten ernstzunehmenden, flächendeckenden und massentauglichen Anwendungen und Use-Case-Szenarien stehen vor der Haustüre.”

Weiterführende Informationen

Graduierungsfeier am Zentrum für E-Governance

31 AbsovlentInnen und deren zahlreiche Gäste konnte das Team des Zentrums für E-Governance unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Peter Parycek am Samstagvormittag im Audimax der Donau-Universität Krems begrüßen. Gleich zu Beginn der Feier wurde besonders den Familien, Freunden und KollegInnen gedankt, die durch Motivation und tatkräftige Unterstützung zum Abschluss des berufsbegleitenden Studiums beigetragen haben.

In seiner Festrede skizzierte Prof. Parycek anhand seiner persönlichen Erfahrungen im Digitalrat der deutschen Bundesregierung, dass ein „anderes Arbeiten“ der Schlüssel zum Erfolg von Strategien und Maßnahmen im Zusammenhang mit der Digitalisierung ist.

Entscheidend sei es, „wie“ Projekte aufgesetzt werden, um Veränderungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft durch den Einsatz von modernen Technologien zu erreichen. Innovative Lösungen entstehen am besten durch Zusammenarbeit in überschaubaren, interdisziplinären und entscheidungsfähigen Teams. Oftmals fehlenden Erfahrungen in Bezug auf die Wirkung von neuen Technologien kann durch ein hypothesenbasiertes und iteratives Vorgehen beim Entwickeln von Lösungen begegnet werden.

In den Rückblicken aus Sicht der AbsolventInnen wurden besonders die Verantwortung im Sinne der erworbenen Qualifikation und der Nutzen durch das entstandene Netzwerk hervorgehoben.

Dem Aufruf „Bleiben wir verbunden“ folgen wir auch gerne seitens der Donau-Universität Krems.

Wir gratulieren unseren AbsolventInnen und wünschen ihnen viel Erfolg auf ihrem weiteren Weg!

Masterthesis: BETROFFENE ZU BETEILIGTEN MACHEN von Daniela Fasching #video

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Daniela Fasching ist Absolventin vom MSc-Studiengang Management und IT am Zentrum für E-Governance der Donau Universität Krems. Ihre Masterthesis beschäftigt sich mit Change Management im IT-Bereich und stellt sich der Frage, wie Widerstände im Zuge einer IT Governance Einführung reduziert bzw. positiv genutzt werden können.

Wir haben mit Daniela Fasching über ihre Masterthese gesprochen und sie nach Ihrer Idee dahinter, den Herausforderungen und Learnings befragt.

Weitere Masterthesen am Zentrum für E-Governance

Transkript vom Interview

Meine Masterthesis “BETROFFENE ZU BETEILIGTE MACHEN” handelt davon, wie man Widerstände reduzieren oder positiv nutzen kann. Das Fallbeispiel ist eine IT-Governance-Einführung. Die Breite dabei ist einfach das Thema “Change Management” von Kommunikation, die sehr breit ist. Da gibt es irrsinnig viele Methoden. Oder auch Betroffene beteiligen – da gibt es eine Vielzahl an Methoden, das ist unheimlich breit. Und man muss sich pro Situation die richtige heraussuchen.

Ein Beispiel, wo meine Masterthese Einsatz finden kann ist, mit welchen Methoden man Leute qualifizieren kann, wenn sie neu in verteilten Teams arbeiten.

IDEE

Die grobe Idee ist es, Handlungsalternativen zu liefern und diese wissenschaftlich auszuarbeiten.

ZIEL

Das Ziel war, Handlungsalternativen aufzustellen, wie man Widerstände reduzieren oder nutzen kann.

INNOVATION

Die Innovation war, aufzuzeigen, wie wichtig es ist, auf die Leute zuzugehen.

MOTIVATION

Die Motivation war einerseits, dass ich am Fallbeispiel beteiligt war und berufliche Erfahrung. Mich tiefgehend auf wissenschaftlicher Basis mit dem Thema zu beschäftigen.

UMSETZUNG

Umgesetzt habe ich das, in dem ich sehr viel Literatur gelesen habe, Methoden gesucht habe und die Handlungsalternativen aufgearbeitet habe.

LEARNINGS

Im Zeitmanagement.

LEARNINGS

Das große Learning für mich ist, wie weit das Spektrum der Handlungsalternativen ist, die man da machen kann.

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Masterthesis: CROWD RATING von Markus Herrmann #video

Markus Herrmann ist Absolvent vom MBA-Studiengang MBA Corporate Governance & Management am Zentrum für E-Governance der Donau Universität Krems. Mit seiner Masterthesis hat er ein neues Ratingverfahren entwickelt, dass neben Hard- und Softfacts auch die Bewertung der Crowd bei der Kreditvergabe im Hotelgewerbe integriert. Wir haben Markus Herrmann nach seiner Idee, den Herausforderungen und dem Ausblick seiner Masterthesis und Idee zu CROWD RATING gefragt.

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Transkript vom Interview

Mein Name ist Markus Herrmann und ich habe vergangenes Jahr mein Masterthesis an der Donau Uni Krems abgegeben. Das Thema war “Crowd Rating”, dahingehend, weil ich seit zwanzig Jahren in einer Bank in Salzburg tätig bin und ich mir immer wieder die Frage gestellt habe: “Wie kann ich die Hotelbewertungen aus der Crowd, die die Masse der Gäste, die in Salzburg, Tirol und Vorarlberg ihren Urlaub verbringen – wie kann ich diese Daten in eine Kreditbeurteilung einbauen?

CROWD RATING in 30 SEKUNDEN

Die Idee ist, eine Datenbank zu schaffen, in der sich österreichische Universalbanken über Hotels ihr Rating abfragen können. Mit der Zusammenführung der Daten und der historischen Datenanalyse mit dem Durchschnitt der Hotelbetriebe hinsichtlich Bewertung und Weiterempfehlung kann ich dann feststellen:

  • Ist ein Hotel, das gerade bei mir einen Kreditantrag stellt, über- oder unterdurchschnittlich bewertet und
  • wie sieht die Markt- und Wettbewerbssituation auf Grund dieser Bewertung aus?

Diese Daten könnte man Online – wie es bereits der KSV seit vielen Jahrzehnten beweist – an die entsprechenden Kreditinstitute verkaufen.

INNOVATION

Bis dato war die Kreditbeurteilung auf zwei Fakten begrenzt: Die Hardfacts, die aus der Bilanz kamen und die Softfacts, die ein Kreditexperte, auf Grund seiner Erfahrungen und seiner Einschätzung dem Hotelier, dem Hotel zuerkannt hat. Ich möchte mit meiner Masterthese herausfinden, ob ich die Daten von Hotelbewertungen als Crowdfacts in dieses System und Ratingverfahren einbauen kann, um aus den Hotelbewertungen, Weiterempfehlungsquote und einer Punkteskala zwischen 1 und 6 die Markt- und Wettbewerbssituation des Hotels festzustellen.

ZIELE

Das Ziel war, herauszufinden, ob insolvente Hotelbetriebe – in Summe waren es 54, die ich feststellen konnte, mit Daten des KSV und 2.385 Hotelbetriebe, die in diesem Zeitraum zwischen 2008 und 2013 nicht insolvent wurden -, ob es hier signifikante Veränderungen bei der Weiterempfehlung und bei der Hotelbewertung gab. Und mittels deskriptiver Datenanalyse habe ich festgestellt – mit Unterstützung der Donau Universität Krems, in diesem Fall hat mir Hr. Zenk weitergeholfen -, dass hier ein signifikanter Unterschied darstellbar ist.

Präsentation “CROWD RATING” auf Prezi
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UMSETZUNG

Ich habe herausgefunden, auf Grund der Datenanalyse und den Daten der österreichischen Hotel- und Tourismusbank, dass in den letzten sechs Jahren, die Drei-Sterne-Hotellerie sehr an Eigenkapital dazugewonnen hat. Und, dass diese Bilanzdaten nicht nur vom Hotelier selbst beeinflusst werden, sondern auch von den wirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Gegebenheiten. So habe ich festgestellt, dass die Schuldentilgungsdauer auf Grund dieser historisch niedrigen Zinsen, die wir derzeit haben, von 12.4 Jahre auf 3.8 Jahre gesunken ist. Das heißt, ein durchschnittlicher Hotelier braucht nur mehr 3.8 Jahre seine Zinsen zu tilgen. Gleichzeitig habe ich mit der Analyse der Daten von Holiday Check herausgefunden, dass die Hotels der Drei-Stern-Hotellerie gegenüber der Vier-Stern-Hotellerie eine bessere Bewertungsnote hatten und auch eine höhere Weiterempfehlungsquote. Das heißt: Die Drei-Sterne-Hotellerie hat sich in den vergangenen sechs Jahren nicht nur auf die Softfacts, sondern auch bei den Hardfacts parallel dazu positiv entwickelt. Das hat mich dazu veranlasst zu sagen: Jetzt schauen wir uns die Daten genau an. Wenn hier eine Parallele stattgefunden hat, dann gibt es auch eine Parallele zwischen insolventen und nicht-insolventen Hotels.

LEARNINGS

Der große Mehrwert war sicherlich der, mittels Datenanalyse festzustellen, ob es eine signifikante Veränderung zwischen insolventen und nicht-insolventen Hotels gibt. Hier gibt es verschiedene Methoden. Ich habe den Mann–Whitney U test verwendet. Dr. Zenk von der Donau-Uni hat mich entsprechend unterstützt. Wir haben herausgefunden, dass es zwischen solventen und insolventen Hotels signifikante Unterschiede gibt. Und, dass diese Daten definitiv für eine Kreditbeurteilung auch wissenschaftlich belegt verwendet werden konnten. Natürlich mit dem Hinweis, dass wir “nur” für Österreich 54 insolvente Hotels gefunden haben, die auch eine Hotelbewertung haben.

AUSBLICK

Mit dieser Masterthese konnte ein neues Ratingverfahren zumindest wissenschaftlich einmal dargestellt werden. Das sogenannte “CROWD RATING-Verfahren”. Und zwar, dass ich nicht mehr nur die Hardfacts und Softfacts, sondern auch die Crowdfacts – die Wettbewerbssituation aus dieser Weiterempfehlungsquote und den Bewertungsnoten – in das Ratingsystem einfließen lasse. Und hier habe ich einen Maßnahmenkatalog erarbeitet, der mit Hilfe von Holiday Check und der österreichischen Hotel- und Tourismusbank, die speziell für die österr. Hotellerie – die einen großen wirtschaftlichen Beitrag für das BIP hat – hier als Spezialbank genannt wird. Und ich werde mit Fr. Dr. Fesefeldt (CFO, Holiday Check) und Hr. Dr. Hart (GF Österr. Hoteltourismusbank) versuchen, diese drei Komponenten zusammenzubringen und dann ein gemeinsames Ratingverfahren zu erarbeiten. Dafür ist es notwendig, dass Holiday Check die von mir festgestellten Identifizierungsnummern (Firmenbuchnummer) in ihre Hotelbewertung aufnimmt, damit der ÖHD über diese Firmenbuchnummer auch die entsprechenden Kreditbilanzdaten einbringen kann.