Author: bh

Review #govcampvie 2019

IMG_20191129_131602

Wir dürfen auf ein interessantes 10. govcamp mit vielen sehr aktiven TeilnehmerInnen zurückblicken. Mit ihnen gemeinsam wurde ein thematisch bunter Sessionplan gestaltet, der die Erwartungen der OrganisatorInnen übertroffen hat. Infolge der Anzahl der eingebrachten Sessions musste auch die Raumplanung kurzfristig angepasst werden.

IMG_0880[1]

Nicht neu, sondern eine erfreuliche Konstante war die erneute Präsenz von TeilnehmerInnen, die sich selbst in die Bereiche Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung einordnen. Verwaltung und Zivilgesellschaft waren annähernd gleich stark vertreten.

Die Eröffnung beinhaltete auch einen kurzen Rückblick auf die vorhergehenden 9 govcamps und wir erinnerten uns gemeinsam an die ursprünglichen Unsicherheiten der Verwaltung in Bezug auf dieses Format und an Projekte und Kooperationen, die im Rahmen des govcamp entstanden.

Rückblick 2010Rückblick 2012Rückblick 2014Rückblick 2015Rückblick 2017

Motto 2019: Digitaler Raum – frei und sicher?

Sujet

IMG_20191129_075346

Freiheit

Das Motto wurde in einer Reihe von Diskussionen aufgegriffen. Jede und jeder dürfte unterschiedliche Assoziationen zum Thema Freiheit haben. Freiheit kann die Möglichkeit bedeuten, sich eine Meinung zu bilden, Zugang zu verschiedenen Informationsquellen zu haben, über echte Wahlfreiheit zu verfügen und die eigene Meinung zu äußern. Sind Algorithmen die Informationsgatekeeper des 21. Jahrhunderts? (so Eisenberger 2011: „Heute sind es ComputerspezialistInnen und MathematikerInnen global agierender Unternehmen, die im virtuellen Raum bestimmen, welche Informationen uns tatsächlich zugänglich sind.“)

Wie kann vermieden werden, dass der Umgang mit digitalen Technologien zu Krankheitsbildern führt wie z.B. von Spitzer (2012) benannt („Digitale Demenz“ als ärztliche Bezeichnung in Südkorea für junge Erwachsene mit Gedächtnis-, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, emotionaler Verflachung und allgemeiner Abstumpfung als Folge von intensiver Nutzung moderner Informationstechnik)?

Viele komfortabel zu benutzende Dienste sind in der Hand weniger großer Akteure. Wie frei ist die Entscheidung der Nutzung im Hinblick auf diese Dienste? Hätte man bei Nichtnutzung mit (Informations-)Nachteilen zu kämpfen?

Sicherheit

In ähnlicher Weise wie es auf den Begriff Freiheit zutrifft, kann Sicherheit unterschiedliche Bedeutungen haben und von der Hilfe im Notfall, über Unbeschwertheit, eindeutige Identifikation, Abgrenzung oder Anonymität alles umfassen. Sicherheit kann Achtung der Privatsphäre bzw. Geheimhaltung persönlicher Entscheidungen meinen oder sich auf die sichere Aufbewahrung und Übermittlung von Informationen beziehen. Auch die wirtschaftliche Existenzgrundlage („Bestehen können“ im Alltag) und der Schutz kritischer Infrastrukturen haben grundlegend mit Sicherheit zu tun. Gemäß des Berichts Cyber Sicherheit des BKA (2019) werden Angreifer sich vor allem in E-Mails als bekannte Services (Bank, Post) ausgeben und noch deutlicher als schon bisher auf Unternehmen bzw. einzelne Personen Bezug nehmen.

Devices wie Smartphones können neben den von NutzerInnen bewusst im Hinblick auf bestimmte Zwecke bekannt gegebenen Daten auch andere Daten verarbeiten, die sich entweder auf das Gerät oder auf die konkrete Nutzerin beziehen. Daten über das Gerät wie etwa IP-Adresse, Internetverbindung, Seriennummer und Marke können genauso Rückschlüsse auf persönliche Präferenzen der Nutzerin zulassen wie Nutzungsbezogene Informationen wie etwa die Art des Tippens (Höchtl 2019 basierend auf Klink/Straub/Straub 2018). Einer Diskussion im Plenum darüber, dass es nicht möglich sei, technisch auszuschließen, dass händisch deaktivierte Dienste auch tatsächlich die Datenübertragung unterbrechen und geäußerter Beunruhigung darüber folgten zahlreiche Sessions.

Sessions

Aufgeteilt in drei aufeinander folgende Slots fanden in 5 Räumlichkeiten parallel Sessions statt. Um nur kurze Einblicke zu geben, seien einige Sessions herausgegriffen:

Anonymisierung bei KI

  • Wie anonym müssen Daten sein, um den Schutz zu gewährleisten? Wie anonym dürfen Daten sein, um eine Qualität zu gewährleisten, mit welcher gearbeitet werden kann?
  • Im Justizbereich werden Schwärzungen händisch vorgenommen bevor Entscheidungen veröffentlicht werden. Die automatisierte Anonymisierung ist eine Herausforderung. Dabei dürften Daten aber nur soweit anonymisiert werden, dass eine KI von den anonymisierten Daten noch etwas lernen kann
  • Oft sind Daten in der Verwaltung als CSV-Datei oder strukturiert in Datenbanken in „Daten Silos“ vorhanden. Diese Daten werden nicht genutzt.
  • Nicht in allen Fällen ist Anonymisierung das richtige Mittel. Fragestellung und Rahmenbedingungen sind maßgeblich für die Entscheidung ob Anonymisierung das richtige Mittel ist. In manchen Fällen genügen andere Mittel wie z.B. die Vergrößerung der Stichprobe.

Der Bundestrojaner

  • Der Bundestrojaner bezeichnet eine Software, die auf dem Computer der zu überwachenden Person oder einer Person, die mit dieser bekannt ist, von diesen unbemerkt gespeichert wird um die Daten vor der Verschlüsselung einzusehen. Der Bundestrojaner kann nur in gewissen Fällen der Strafbarkeit eingesetzt werden (enger Katalog, Verbrechen 10 Jahre und richterliche Anordnung).
  • Diskussion einer Konkretisierung: Wann ist man mit einer Person in diesem Sinn bekannt?

DSC_0841

  • Kontroverser Diskurs darüber, ob man sich durch den Bundestrojaner in der Freiheit oder in der Sicherheit eingeschränkt fühlt. Die Mehrheit der Anwesenden fühlt sich in beiden Bereichen eingeschränkt. Diskutiert wird, dass wir als Nutzer keine echten Administratorenrechte über unsere Smartphones hätten, sondern nur eingeschränkte Nutzungsrechte. Wenn man den Bundestrojaner installieren können soll, müsste es das Interesse sein, dass Sicherheitslücken bestehen bleiben. Eigentlich sei es aber Aufgabe der Polizei, den Schutz, u.a. auch von privaten IT-Infrastrukturen sicherzustellen und aus dieser Perspektive sollten Sicherheitslücken veröffentlicht werden und für deren Schließung gesorgt werden.
  • Der Bundestrojaner ermöglicht im Gegensatz zu den derzeitigen Möglichkeiten nicht nur die Überwachung der Kommunikation, sondern die Software kann nicht unterscheiden, wenn etwas geschrieben wird, ob die Nutzerin später kommunizieren wird oder nicht.

GovLabAustria – Reallabore

  • Reallabore sollen die Testung von Innovationen unter lebensnahen bzw. realen Bedingungen ermöglichen, und zwar in der Wirtschaft und in der öffentlichen Verwaltung. Als Beispiel für den Wirtschaftsbereich wird oft das Projekt von Nesta genannt, in welchem der Transport von Blutkonserven zwischen Krankenhäusern mittels Drohnen erprobt wurde. Dabei wurde mit Akteuren der Polizei, der Regierung und technischen Experten zusammengearbeitet und Anpassungen im Luftverkehrsrecht vorgenommen.
  • Als mögliche Anwendungsgebiete in der öffentlichen Verwaltung wäre denkbar, Virtual Reality statt eines physischen Lokalaugenscheins einzusetzen, Augmented Reality als Hilfsmittel bei der Erklärung für Sachverständige zu etablieren, Einsatzbereiche künstlicher Intelligenz zu testen oder den Verzicht auf gewisse Formvorschriften zu erproben.
  • DSC_0987Kleingruppen diskutierten beispielsweise welche Herausforderungen sich Reallabor-Projekten bei der Einbindung von Stakeholdern stellen.
  • Möchten Sie sich mit dem GovLabAustria vernetzen? Dazu bestehen verschiedene Möglichkeiten: Werden Sie Projektpartner, Netzwerkpartner, Blogautor oder auch nur regelmäßig über GovLabAustria-Aktivitäten informiert.

Algorithmen-Ethik

Die Session „Algorithmen-Ethik“ stellte folgende Probleme zur Diskussion:

  • Wer trägt die Verantwortung beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz?
  • Wie gehen wir mit den Manifestierungen beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz um?
  • Wie können Algorithmen ethische Prinzipien erlernen?
  • Wie gehen wir damit um, dass gewisse Daten leichter verfügbar sind und deshalb von Algorithmen berücksichtigt werden können, während nicht verfügbare Daten keine Berücksichtigung finden können (Stichwort AMS Algorithmus)?

Auch Lösungen wurde unter anderem erörtert, dass Algorithmen von Zeit zu Zeit lügen könnten bzw. das Algorithmen im Zufallsprinzip einige Parameter weglassen, um Manifestationen gegenzusteuern. Künstliche Intelligenz, die weniger auf Daten als mehr auf Logikprinzipien aufbaut, könnte Prinzipien wie den Minderheitenschutz, integrieren.

Open Data

Die Sessions „data.gv.at“ und „Open Data Wunschkonzert“ wurden gemeinsam durchgeführt.  Neuerungen auf data.gv.at wie der Relaunch, der neue Veröffentlichungsleitfaden, die Umstellung auf CC BY 4.0 oder die Nutzerumfrage wurden präsentiert und Wünsche für Datenveröffentlichungen eingesammelt.

DSC_0953

Unter den Wünschen befanden sich insbesondere folgende Daten:

DSC_0956

Stellvertretend für die vielen, vielen spannenden Sessions, die hier unerwähnt blieben, soll diese Diskussionsgrundlage über elektronische Identifizierung stehen.

Wir freuen uns über die zahlreichen positiven Rückmeldungen in der traditionell am Ende der Veranstaltung stattgefunden habenden gemeinsamen Zusammenfassung, u.a. wurde folgendes der Dialog auf Augenhöhe geschätzt und dass man respektvoll mit Andersdenkenden diskutieren konnte (Stichwort „Bundestrojaner“). Auch wurde erwähnt, dass es durch die vielen verschiedenen, interessanten Themen mitunter schwer gefallen sei, sich für eine Session zu entscheiden.

Danke für Ihre Beiträge, ohne die das govcamp vienna keine gelungene Veranstaltung sein könnte.

Bleiben Sie mit dem govcamp vienna in Kontakt!

z.B. via Facebook oder Twitter

Bis zum nächsten #govcampvie!

 

Literatur:

  • Eisenberger, I. 2011, Die Macht der Algorithmen. Der Verlust der Öffentlichkeit durch Personalisierung im Netz, Juridikum: Zeitschrift für Kritik – Recht – Gesellschaft, 4/2011, 517.
  • Klink-Straub, J./Straub, T. (2018), Vernetzte Fahrzeuge – portable Daten: Das Recht auf Datenübertragbarkeit gem. Art. 20 DS-GVO, ZD 2018, 459
  • Höchtl, B. (2019), Datenschutzrechtliche Implikationen autonomer Systeme. Jusletter IT, 21. Februar 2019.

 

GOVCAMP VIENNA

GovCamp2019

Veränderungen, die durch Digitalisierung in der Verwaltung, in der Wirtschaft und in der Gesellschaft hervorgerufen werden, sind regelmäßig Diskussionsthemen im Rahmen des govamp vienna. Es ist das Wesen eines Barcamp, dass das Programm von den TeilnehmerInnen – beim govcamp vienna Interessierte aus Wissenschaft, Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – vor Ort das Programm gestalten. Vorschläge für Inhalte einzelner Sessions können zwar, müssen aber nicht im Vorfeld abgegeben werden. Durch die gemeinsame Festlegung des Sessionplans soll genau jenen Themen eine Plattform gegeben werden, die den TeilnehmerInnen wichtig sind. Registrierung und Teilnahme sind kostenlos.

Motto 2019: Digitaler Raum – frei & sicher?

Die TeilnehmerInnen des govcamp vienna sind eingeladen, sich am 29.11.2019 ab 9:00 Uhr im Regierungsgebäude in 1010 Wien, Stubenring 1 zu treffen. Unser gemeinsames Ziel ist, dass angeregt durch kurze Vorträge oder Präsentationen und in Workshop-Settings viele fruchtbare Diskussionen entstehen.

Das Motto “Digitaler Raum – frei & sicher?” schließt viele Themen mit ein, soll aber TeilnehmerInnen nicht daran hindern, eigene Themen einzubringen. Auch diese Offenheit kennzeichnet Barcamps. Das govcamp vienna ist offen für Diskussionen, die im weiteren Sinn mit Digitalisierung und öffentlicher Verwaltung zusammenhängen. Erfahrungsgemäß gibt es immer wieder Beiträge zu Themen wie E-Government oder Daten, deren Schutz und Sicherheit, elektronische BürgerInnenbeteiligung oder Smart City.

Wie erleben Sie Freiheit und Sicherheit im digitalen Raum?

Zum Austausch über diese und viele andere Fragen sind alle Interessierten und Aktiven aus der Zivilgesellschaft, VertreterInnen aus Verwaltung, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft eingeladen, aktiv an den Sessions mitzuwirken und sich in den Zeiten zwischen den Sessions zu vernetzen.

Eckdaten der Veranstaltung

Wer?

Akteure aus Verwaltung, Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft

Was?

Debatte über Digitalisierungsthemen

Wann?

29.11., 9:00 Uhr

Wo?

Regierungsgebäude in 1010 Wien, Stubenring 1, Marmorsaal

Was muss ich tun um teilzunehmen?

Bitte registrieren Sie sich und geben Sie – wenn Sie mögen – gleich bekannt, was Sie bewegt und worüber Sie sich mit anderen ganz besonders austauschen möchten.

Was erwartet mich dort?

Hier sehen Sie einige Highlights aus den Jahren 2018, 2017, 2016 und 2015

Updates

via Twitter oder Facebook

Kontakt:

#govcampvie 2018 – Review

Poster-govcamp vienna„Automatisch, praktisch, menschlich – Zusammenarbeit für die Zukunft!“ lautete das Motto des govcamp vienna am 30. November 2018. Dies eröffnete Raum für den Diskurs zu Fragen wie folgende: Wie wird sich Zusammenarbeit zukünftig gestalten, wird man den Kollegen Roboter begrüßen? Wie managt man halb virtuelle, halb physische Teams? Die Interaktion Mensch – Maschine wird immer mehr zum Thema. Wie kann Partizipation mittels sicherer Lösungen wie Blockchain aussehen, die ortsunabhängig stattfinden kann? Schaffen wir dadurch mehr Teilhabe für alle und eine gerechtere Gesellschaft? Spielt uns die Automatisierung frei, für die wirklich wichtigen Dinge oder werden wir obsolet?

Da das govcamp als Barcamp organisiert ist, sind die Teilnehmenden nicht an ein fixes Programm gebunden, sondern es wird vor Ort gemeinsam zusammengestellt. So werden Diskussion über jene Themen ermöglicht, die den Teilnehmenden wichtig sind. Die Teilnehmenden haben die Chance, ihre Themen zu platzieren, genutzt und beispielsweise E-Partizipation, User Interface Design, digitale Grundbildung, Datenschutz und Transparenz aufgegriffen. Über 100 Teilnehmende aus Zivilgesellschaft, Verwaltung, Politik, Wissenschaft und Unternehmen tauschten sich beim 9. govcamp vienna im Zuge von 23 Sessions aus.

Sessionplan_elektronisch.jpg (2)

Eindrücke aus ausgewählten Sessions

  • Wien gibt Raum: Digitalisierung des öffentlichen Raumes – Timon Jakli

Durch „Wien gibt Raum“ profitieren Bürgerinnen und Bürger, weil Ideen und Initiativen im öffentlichen Raum einfacher umsetzbar werden. Es wurde durch Befahrung ein Gesamtbild der Stadt geschaffen, das im Vergleich zu Google Street View genauer und vollständiger  ist. Die Daten sind sehr exakt und geo-referenziert. Dadurch ist eine Vermessungsapplikation entstanden. Das Werkzeug ermöglicht auch eine stärkere Vernetzung und Reorganisation der Prozesse der Abteilungen der Stadt Wien.

Weitere Informationen

  • Das Ende des Wahlversprechens – Clemens Maria Schuster

Mittels Tools wie politik.ch wird das Abstimmungsverhalten der Parlamentier offen einsehbar. Dadurch lässt sich feststellen, wie Politiker zu bestimmten Themenkomplexen, z.B. Umweltschutz, abgestimmt haben. Derartige Tools können zum Monitoring von Wahlversprechen beitragen.

Weitere Informationen:

  • Digitale Grundbildung – Lehrplan: Inhalt, Anspruch, Realität – Sonja Waldgruber

Als Pilotprojekt startete im Schuljahr 2017/18 an 178 Neuen Mittelschulen und AHS-Unterstufen die verbindliche Übung „Digitale Grundbildung“. Im Vordergrund stehen dabei die Medienbildung, der reflektierte Umgang mit dem Internet sowie ein spielerischer Zugang zu Technik und Problemlösung.

Diskussionspunkte dieser Session waren:

  • Ausbildung der LehrerInnen
  • Unterrichtsmaterialien
  • Zeithorizont der Umsetzung
  • Indikatoren für Feststellung der Zielerreichung

Weitere Informationen

Chaos macht Schule

  • Clustern von Verwaltungsprozessen zu Lebenslagen – Gregor Eibl und Bettina Höchtl

HELP.gv.at ist eine behördenübergreifende Plattform im Internet, die – ausgehend von konkreten Lebenssituationen wie etwa Schwangerschaft, Heirat oder Wohnen – über Amtswege in Österreich informiert und teilweise deren elektronische Erledigung unterstützt.

Diskutiert wurden beispielsweise Kriterien für eine ideale Umsetzung von Lebenslagen aus der Sicht der Teilnehmenden. Genannt wurden etwa folgende:

  • Schnelligkeit, Einfachheit
  • Anleitung (z.B. Videoanleitung)
  • Checklisten
  • Durchgängige elektronische Verfahren
  • „Life Changing Assistant“
  • Innovationsherausforderungen – GovLab Austria (Goran Jokic und Bettina Höchtl)

Die Gesellschaft erfährt durch die Digitalisierung und digitale Transformation einen Wandel. Diesen Wandel spiegeln unterschiedliche Herausforderungen an sektorenübergreifenden Schnittstellen wider. Im Zuge dieser Session wurde der Frage nach Herausforderungen für Innovationen in der öffentlichen Verwaltung nachgegangen, um anschließend Lösungsansätze zu diskutieren.

Zu den von den Teilnehmenden identifizierten Herausforderungen gehören folgende:

  • Mangelnde Ressourcen
  • Struktureller Rahmen
  • Motivationsdefizite

Die diskutierten Lösungsansätze umfassten Ideen wie

  • Forcierung digitaler Aufklärung
  • Schaffung von Vertrauen
  • Freier Ideenaustausch

Weitere Informationen

  • User Interface Design – Sandra Murth

Bevor etwas gestaltet wird, ist zu fragen was verbessert werden soll und wen diese Verbesserung betrifft. Die Satzschablone: “Ich möchte (ZIEL) für (WEN) erreichen um (NUTZEN)” kann dabei hilfreich sein. User Needs basieren auf Problemlösungen, Wünschen oder Forderungen. Ein iterativer Prozess mit kurzen Schleifen und Einbeziehung der BenutzerInnen, etwa durch Interviews, ist essentiell.

Aus den Diskussionsergebnissen:

  • Nutzbarkeit für Gesellschaft gewährleisten
  • Benutzbarkeit unterstützen „Easy-to-Read“
  • Iterative Schleifen mit Prototypen durchführen (A/B Tests, Thinking Aloud Tests etc.)
  • Quantitative Ziele für das Endziel festlegen
  • Gebrauchstauglichkeitsakten während der Benutzung anlegen, um Missstände zu aktualisieren
  • Blockchain und AI – Markus Triska

Im Zentrum dieser Session standen vor allem Technologien der Zukunft wie Smart Contracts, Smart Tutoring, Künstliche Intelligenz sowie intelligente Vernetzung von Daten. Diesbezüglich wurde das Blockchain Projekt „Elektronische Zustellung“ demonstriert.
Die Bundesregierung gab bereits einen Auftrag zur Erstellung einer Bundesstrategie für Künstliche Intelligenz basierend auf den Arbeiten des Österreichischen Rates für Robotik und Künstliche Intelligenz mit Fertigstellung des Strategiedokuments im 3. Quartal 2019.

Weitere Informationen:

  • EU Aktivitäten: Coordinated Action Plan for AI
  • Aktivitäten in Österreich: Auftrag zur Erstellung einer Bundesstrategie für Künstliche Intelligenz in einem MR Vortrag fußend auf den Arbeiten des Österreichischen Rates für Robotik und Künstliche Intelligenz mit Fertigstellung des Strategiedokuments im Q3 2019
  • Tools für digitale BürgerInnenpartizipation – Maria Chlastak

Je mehr BürgerInnen sich mithilfe von Partizipation Tools aktiv in öffentliche Diskurse einbringen, desto mehr Effekt kann Partizipation potentiell haben. Plattformen können den Diskurs, die Meinungsbildung und die Erarbeitung von Maßnahmen unterstützen.

Zu den im Hinblick auf ihre Vor- und Nachteile diskutierten Tools gehörten:

Im Anhang der Publikation „Digital Participatory Platforms for Co-Production in Urban Development: A Systematic Review Publikation”, die im Forschungsprojekt SmartGov erstellt wurde, findet sich eine Liste von Digitalen Plattformen zur Teilhabe und Co-Produktion in Stadtentwicklungsprojekten.

  • Data Market Austria – Thomas J. Lampoltshammer und Bettina Höchtl

Das Projekt Data Market Austria hat das Ziel, ein Datenökosystem sowie eine entsprechende Plattform für den Handel mit Daten und das Anbieten von Daten-Services für Österreich zu etablieren. In dieser Session wurde diskutiert, welche Hürden, Chancen, Potentiale es sowohl in Ballungszentren als auch in ländlichen Gegenden gibt, wenn man mit Daten und Services Teil eines Datenökosystems werden möchte.

Weitere Informationen

Die Titel der weiteren Sessions lauteten wie folgt:

  • Funkfeuer – Adi Kriegisch Funkfeuer Wien
  • Open Geo Government Data – Wolfgang Jörg
  • Wien Bot – Stadt Wien
  • Datenschutz und Transparenz – Walter Karban
  • Die digitale Tramway – Chaos Computer Club,  Andre Igler
  • AI: Automatisierung Kundenanfragen – Lukas Kölbl
  • Auskunftspflicht
  • Bürgerpartizipation – Werner Illsinger
  • Offene Vergaben.at – Mathias Huter
  • Serviceplattform „Mein.Wien“ – Brigitte Lutz, Werner Tomsik
  • Offene Software für Regierungsstellen – Linux – Adi Marv
  • Begutachtungsverfahren? Gesetzeskonsultationen? Bringt das was? – Erwin Ernst Steinhammer
  • Chaos macht Schule – Wo stehen wir heute? – Sonja Waldgruber
  • Semantische Analyse von Dokumenten – Otto Fraunbaum

Anonymer Kärtchenschreiber

 

 

Es wurde angeregt präsentiert, diskutiert und vor allem wurden viele Ideen generiert.

 

 

Pepper

 

 

 

Nach der richtigen Beantwortung von Pepper’s Fragen gab es auch ein kleines Give-away zu gewinnen.

 

 

 

 

Sehen wir uns beim nächsten govcamp vienna am 29.11.2019?

Bleiben Sie bis dahin in Kontakt mit dem govcamp-Team:

govcamp vienna

govcamp_2018_save

(Un-)Konferenz in neunter Auflage

Die “Unkonferenz” govcamp vienna blickt auf eine Geschichte zurück, in der sich zwar das Motto laufend geändert hat, die grundlegende Ausrichtung im Themenbereich Digitalisierung und Verwaltung und der Stil eines Barcamps jedoch die Jahre hindurch erhalten geblieben sind. Mit einer Konferenz hat ein Barcamp gemeinsam, dass aktuelle Forschung diskutiert werden, neue Projekte angebahnt werden können und man sich im Vorfeld registriert . Anders als bei einer Konferenz kann man zwar, aber man muss das Thema, dem man seinen Vortrag widmen möchte, nicht im Vorhinein bekannt geben. Das Programm entsteht aus den Vorschlägen der TeilnehmerInnen am Tag der Veranstaltung „live“ (und sieht dann mitunter so aus). Durch die gemeinsame Festlegung des Sessionplans soll sichergestellt werden, dass genau jenen Themen eine Plattform gegeben wird, die den TeilnehmerInnen wichtig sind. Anders als bei vielen Konferenzen ist die Teilnahme kostenlos.

Motto 2018: Automatisch, praktisch, menschlich – Zusammenarbeit für die Zukunft

Am 30.11.2018 ab 9:00 Uhr in der Stadlauer Straße 56 in Wien (Stadt Wien, MA 01) werden sich Akteure aus Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft über Digitalisierungsthemen austauschen, die sie beschäftigen.

Getreu dem Motto „Automatisch, praktisch, menschlich – Zusammenarbeit für die Zukunft“, soll das Aufstreben künstlicher Intelligenz genauso zum Diskussionspunkt gemacht werden wie andere Bereiche der Digitalisierung. Erfahrungsgemäß gehören zu den behandelten Themen solche aus den Themenfeldern E-Government, Datenschutz und –sicherheit sowie Smart City und Lebensqualität. Das govcamp vienna ist offen für kurze Vorträge oder Workshops, aus denen sich Diskussionen ergeben, die im weiteren Sinn mit Digitalisierung und öffentlicher Verwaltung zusammenhängen.

Wie wird sich Zusammenarbeit zukünftig gestalten, wird man den Kollegen Roboter begrüßen? Wie managt man halb virtuelle, halb physische Teams? Die Interaktion Mensch – Maschine wird immer mehr zum Thema. Wie kann Partizipation mittels sicherer Lösungen (wie Blockchain) aussehen, die ortsunabhängig stattfinden kann? Schaffen wir dadurch mehr Teilhabe für alle und eine gerechtere Gesellschaft? Spielt uns die Automatisierung frei für die wirklich wichtigen Dinge?

Zum Austausch über diese und viele andere Fragen sind alle Interessierten und Aktiven aus der Zivilgesellschaft, VertreterInnen aus Verwaltung, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft eingeladen, aktiv an den Sessions mitzuwirken und sich in den Zeiten zwischen den Sessions zu vernetzen.

Eine Disziplin ist oft nicht genug: Perspektivenwechsel

Rechnen Sie mit temporären Verständigungsschwierigkeiten, neuen Einblicken und anderen Blickwinkeln. Stellen Sie sich darauf ein, dass Ihre Argumente auf den Kopf gestellt werden und bereiten Sie sich darauf vor, dass Sie neue Kontakte knüpfen werden. Open Government, offene Daten, Beteiligung im Rechtsetzungsprozess, Verbesserung der Datenqualität und WienBot sind nur einige der Themen der govcamps der letzten Jahre. So wird aus technischem, rechtlichem und organisatorischem Blickwinkel oder ganz einfach praxisnah diskutiert, woran es Ihrer Meinung nach hakt oder was erforderlich ist, damit die Digitalisierung der Gesellschaft dient. Fragen aus laufenden Forschungsprojekten können genauso Thema sein wie praktische Erfahrungen von Entwicklern bei der Nutzung von Daten der öffentlichen Hand. Wie kann der Einsatz von Technologie die Lebensqualität erhöhen? Was ist dabei zu beachten? Kennen Sie Best Practices, die als Vorbilder fungieren könnten?

Machen Sie sich in einem unserer Rückblicke auf vergangene govcamps ein eigenes Bild von der Veranstaltungsreihe:

Das Wichtigste kurz zusammengefasst

Was? Wann? Wo?

govcamp vienna: Akteure aus Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft debattieren über Digitalisierungsthemen, die sie beschäftigen.

30.11., 9:00 Uhr

Stadt Wien, MA 01 – Wien Digital, Stadlauer Straße 56, Wien

Was muss ich tun um teilzunehmen?

Bitte registrieren Sie sich hier   und geben Sie – wenn Sie mögen – gleich bekannt, was Sie bewegt und worüber Sie sich mit anderen ganz besonders austauschen möchten.

Näheres und Updates werden auch via Twitter oder Facebook ausgesandt.

20 JAHRE IRIS: Trends und Communities der Rechtsinformatik

iris17

Wie der Ausschnitt aus der Titelseite des Konferenzprogramms zeigt, fand das Internationale Rechtsinformatik Symposion zum Generalthema “Trends und Communities der Rechtsinformatik” von 23. bis 25. Februar 2017 an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg statt. Vorträge wurden insbesondere zu den Themen Datenschutz, E-Government, E-Democracy, Rechtstheorie, Rechtsvisualisierung, Rechtsinformation und Robolaw – Ethical, Legal, Social Issues to Advanced Robotics gehalten. Mit Fokus auf die Mitwirkung durch MitarbeiterInnen der Donau-Universität Krems und auf einige persönliche Eindrücke, werden nachfolgend ausgewählte Programmpunkte skizziert.

E-Partizipation und Entbürokratisierung

Am 23.2.2017 zeigte Michael Sachs (Department für E-Governance in Wirtschaft und Verwaltung, DUK) in der Session “E-Partizipation” in seinem Vortrag Optionen zur Gestaltung der Evaluierung von elektronischen Beteiligungsprojekten auf. Den Prozess der Definition der Erwartungshaltung, der darauffolgenden Erstellung der Evaluierungsmatrix bis hin zur Durchführung der Evaluierung veranschaulichte er anhand von Beispielen. Als besonders bedeutsam hob er die Bestimmung der Indikatoren und Arten der Messung vor Beginn der Durchführung der E-Partizipation hervor.

Darüber hinaus wurden auch laufende Forschungsprojekte präsentiert, wie etwa Scoop4C und TOOP, die die Zielsetzung der stärkeren Entbürokratisierung miteinander vereint.

Copyright, Blockchain, Datenschutz

Am 24.2.2017 gab Philipp Homar (Department für Rechtswissenschaften und Internationale Beziehungen, DUK) Einblicke in die Rechtsprechung in der Rechtssache Amazon vor nationalen Gerichten und vor dem EuGH. Clemens Appl (Department für Rechtswissenschaften und Internationale Beziehungen, DUK) behandelt kritische Eckpunkte des EU Copyright Package in seinem Vortrag.Im Zentrum seiner Kritik stehen systemische und dogmatische Schwächen des Richtlinien-Entwurfs der Europäischen Kommission für ein Urheberrecht im Digitalen Binnenmarkt.

Auch Überlegungen im Zusammenhang mit Blockchain-Technologie wurden diskutiert, wie etwa rechtliche Herausforderungen ihrer Verwendung in elektronischen Wahlsystemen in Deutschland.

Dem Thema Datenschutz waren mehrere Sessions gewidmet. Diskutiert wurden etwa auf Datenschutzbeauftragte nach der Datenschutz-Grundverordnung zukommende Rechte und Pflichten und ob es denkbar ist, dass ein Datenschutzbeauftragter selbst verpflichtet sein könnte, einen Datenschutzbeauftragten zu bestellen.

Elektronische Rechtsetzung, Recht und Sprache

Moderiert von Bettina Rinnerbauer (Department für E-Governance in Wirtschaft und Verwaltung, DUK) fand am 25.2.2017 eine Session über Elektronische Rechtsetzung statt, in der unter anderem diskutiert wurde, inwieweit Systeme derzeit in der Lage wären, Regelungen in der Form von Modellen abzubilden. Potentiale und Herausforderungen der Idee der Verwendung technischer Systeme als Unterstützung für Legisten wurden thematisiert. Auch wurde demonstriert, wie eine Bestimmung in Technik “übersetzt” wurde.

Benedikt Lutz (Zentrum für Kognition, Information und Management, DUK) setzte in seinem Vortrag den Schwerpunkt auf die Verständlichkeit von Gesetzen und referierte zu der Frage, was Legisten von Technischen Redakteuren lernen können. Das Ziel des erleichterten Verständnisses von Gesetzen verfolgte auch ein weiterer Vortragender, der Beispiele zur Umformulierung einzelner gesetzlicher Bestimmungen in Klarsprache anführte (weitere Informationen dazu siehe: http://www.klarsprache.at).

Weitere Informationen zum IRIS

IRIS auf Twitter: @ri_symposion

In Tweets zur diesjährigen Konferenz wurde #iris2017 verwendet. Dies zeigte sich auch in der Trendline für Österreich.