#GovCamp: Qualität und Usability von offenen Daten (Johann Höchtl)

GovCamp

Sessionname: Qualität und Usability von offenen Daten
Host: Johann Höchtl (Donau Uni Krems, Zentrum eGov)

Johann Höchtl und Thomas Lampoltshammer (Zentrum für E-Governance, Donau-Universität Krems) stellen Fragen zur Diskussion, auf die im Rahmen des von der FFG finanzierten Projekts Adequate – Improving Data Quality in Open Data (www.adequate.at ) fokussiert wird und die automatisierte Werkzeuge betreffen, die bei den Datenanbietern selbst verwendet werden sollen. Nicht der Mehraufwand von Seiten der Datenanbieter soll erhöht werden, sondern es soll den Teilnehmenden erleichtert werden, ihre Daten hochzuladen und gleichzeitig die Qualität der Daten auf Portalen wie data.gv.at verbessert werden. Auch Linked Data soll dabei eine Rolle spielen.

Datenproduzenten stellen Daten bereit, Datenkonsumenten beziehen diese von Datenportalen. Ein Communityportal wird ein wichtiger Teil des Projekts sein. Es werden Überlegungen dahingehend angestellt, dass etwa Benutzer, die Fehler erkannt haben, diese umgehend ändern können. Es sollen Apps erstellt werden, die data.gv.at verbessern sollen und im Backend ersichtlich sind. www.pendatamonitor.eu mit eigenen Standards und www.europeandataportal.eu sowie Zertifikate des Open Data Institute (ODI) sind etwa Internationale Beispiele im Bereich der Überprüfung der Qualität der Daten. Das ODI überprüft etwa ob es den betreffenden Datensatz tatsächlich gibt, ob er maschinenlesbar ist etc. Hinter diesem Service liegen Metriken um die Datenqualität zu erheben.

Derzeit werden die Anforderungen im Projekt Adequate erhoben. Welche Anforderungen an Qualität der Daten stellen die hier Anwesenden?

Man möchte den Datensatz auf data.gv.at möglichst schnell finden und herunterladen. Der “Entdecken”-Button auf data.gv.at wird von einem Teilnehmer kritisiert. Gleichzeitig wird festgestellt, dass es aus der Entwicklersicht natürlich andere Anforderungen an Open Data gibt als aus Bürgersicht. Es besteht hier eine Diskrepanz.

Der Weg zu den Daten beginnt oft auf dem Datenportal, die Auffindbarkeit der Daten ist aber mitunter mit einer Suchmaschine besser als direkt auf dem Portal. Datensätze, die außerhalb Österreichs – und außerhalb des europäischen Datenportals – zu finden sind, sind grundsätzlich nur über Suchmaschinen zu finden. Oft ist es nötig, zu wissen, dass entsprechende Daten existieren, um diese zu finden. Spannende Daten durch “durchblättern” zu finden, ist keine Option, da dies zu lange dauern würde bzw. zu unübersichtlich ist. Verknüpfungen dahingehend, dass es ähnliche Daten auch aus anderen Regionen gibt oder Empfehlungen wie “Besucher, die X gesucht haben, haben auch Y gefunden”, wären interessant.

Wie definiert sich eine “Perle” – über die Häufigkeit der Downloads?
Z.B. auch über die Anzahl der Verwendungen für Apps. Wenn es mit 2 oder 3 clicks und etwa über Social Media Accounts (ohne Neuregistrierung) möglich wäre, bestünde Bereitschaft der Entwickler, Verknüpfungen selbst herzustellen oder zu bemängeln. In den Anfängen von Open Data waren die Metadaten sehr im Vordergrund. Was ist für User interessanter: Ein hoher Fokus auf Metadaten oder auf inhaltliche Daten?

Was präferieren User? Ist eine hohe Anzahl an verschiedenen Formaten von Open Data  erwünscht oder würde es Usern genügen, die Formate angeboten zu bekommen, die von etwa 80% der User weltweit verwendet würden?

Interaktivität wie etwa ein Feedback-Kanal – z.B. eine Kommentarfunktion zu jedem Datensatz – wird gewünscht, um mit dem Datenlieferanten in Kontakt treten zu können. Dies muss nicht notwendigerweise auf dem Datenportal selbst ersichtlich sein. Es kann auch durch Öffnen einer vorausgefüllten E-Mail-Maske gelöst werden. Etwas wie github wäre nützlich. Mehrfache Fragestellungen an Datenlieferanten könnten verhindert werden, wenn Entwickler direkt auf dem Datenportal miteinander kommunizieren könnten.

Das Projekt DAT beschäftigt sich mit der Behebung von Fehlern in Daten durch Nutzer. Ein Teilnehmer wäre bereit sein, derartige Fehler zu beheben, wenn der Datenlieferant in der Folge die Korrekturen berücksichtigen würde.

Previews der Daten sind nützlich, jedoch sollte der “Umfang” – wie etwa die betroffene Zeitspanne oder das betroffene geographische Gebiet – des gesamten Datensatzes eingesehen werden können. Mitunter sind auf den ersten Blick Metadaten sichtbar, die nicht von größtem Interesse für einen Teilnehmer aus seiner (Entwickler-)Perspektive sind. Es soll ein Kriterium für die Verleihung eines Qualitätssiegels sein, dass User-Feedback berücksichtigt wird.

Die TeilnehmerInnen wünschen sich von data.gv.at unter anderem die Vereinheitlichung der Attribute, mehr europaweite Verbindungen, “brisantere Daten”, mehr Updates der Datensätze, eine optimierte Suchfunktion, die Übersetzung von Metadaten (Kontrovers diskutiert: ließe sich auch mit automatisierten Übersetzungsprogrammen lösen; evtl. in europ. Datenportal Übersetzung integrieren, um staatenübergreifend das beste Ergebnis zu erzielen) und die Unterstützung durch Suchmaschinen (diese sollen auch zu Datenportalen führen).

gov_camp_logo

Das #govcamp startet! Die Eröffnungsreden im Wortlaut.
User Experience User Research (S. Murth)
Off-/Online-Teilhabe in der Zivilgesellschaft (U. Seethaler)
Re:Think Austria (A. Kovar, M. Tesslaar)
#GovCamp: Spielifizierte Beteiligung (S. Thiel, M. Sachs)
Regierungsprogramm #rotgrün: Kap. 11 (P. Kühnberger, M. Mock)
#Wien2020  als Musterbeispiel der Transparenz (A. Surowiec)
DIY und DIT Demo?kratie Repair-Café (@igdemokratie)
Digitale Agenda Wien: jetzt wird’s konkret! (M.l Hagler)
Stammtisch 3.0 Dynamic Facilitation Bürgerrat
Public Transport Data (R. Harm, S. Hauk, D. Blauensteiner)
Open Data und Genealogie (M. Eisenriegler)
Qualität und Usability von offenen Daten (J. Höchtl)
Digitaler Wandel und Politik # besserentscheiden (A. Kovar)

10 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s