#GovCamp: Off-/Online-Teilhabe in der Zivilgesellschaft – Wie kommt man ins Tun? (Ursula Seethaler)

Sessionname: Off-/Online-Teilhabe in der Zivilgesellschaft – Wie kommt man ins Tun?
Host: Ursula Seethaler (Verein e-Participation)

Ursula Seethaler hat es sich zum Ziel gesetzt, Menschen zusammenzubringen und Lösungen hervorzubringen, wie man partizipativ vorgehen kann.

  • Wie muss eine Online- und Offline-Partizipation aussehen?
  • Online und Offline-Phasen müssen ineinandergreifen. Was bedeutet dies konkret?
  • Welche Projekte gibt es, die tatsächlich “Anwesenheitskommunikation” und “Abwesenheitskommunikation” verwirklichen?
  • In der Anwesenheitskommunikation gibt es zahlreiche Konzepte, die Empfehlungen zur Vorgehensweise enthalten. Heute sollen diesbezügliche Erfahrungen der Anwesenden gesammelt werden.
  • Welchen Mehrwert generiert die Anwendung von Online- und Offline-Partiziipation? Werden hier verschiedene Zielgruppen angesprochen?

Die Diskussion ergibt, dass sich nach der Erfahrung einer Teilnehmerin die Leute kennenlernen müssen in einem “Grätzl”, um bereit zu sein, Informationen auszutauschen. Workshop-Formate, wobei die dafür vorgesehene Zeitspanne auf Grund des spannenden Austausches freiwillig überschritten wurde. Geschlossene Facebook-Gruppen haben sich mitunter bewährt. Kritik wurde z.B. dahingehend geäußert, dass die Diskussionen auf Online-Plattformen mitunter zu wenig konkret sind. Die gemeinsame Arbeit an einem konkreten Projekt z.B. innerhalb eines Unternehmens, wobei die Identifizierung mit derjenigen innerhalb des Unternehmens vorgenommen wird (d.h. schon vorhanden ist), kann nach der Erfahrung eines Teilnehmers gut funktionieren.

Digitale Agenda

Die Identifizierung erfolgte bewusst niederschwellig nur mit der Angabe von gültigen E-Mail-Adressen. Jährlich soll es zukünftig eine neue Online-Phase geben. Es wird diskutiert, wie der Prozess der Verschränkung der Online- und Offline-Phasen am besten transparent gemacht werden kann. Ein Teilnehmer spricht über seine Erfahrungen betreffend der Nichtregistrierung bei E-Partizipation und stellt die Frage, wie man Partizipation “erfolgreich” macht, etwa auch Außenstehenden den Prozess vor Augen führt. Verlangt man dem Online-Prozess etwas ab, was im Offline-Prozess nicht geschafft wird? Es ist weniger die Frage des Tools. Wichtig ist niederschwelliger Zugang. Die Sprache ist teilweise eine sehr exklusive bzw. mitunter nicht allgemein verständlich. Oft wird in Partizipationsprozessen vieles richtig gemacht, die (Erklärung bzw. Begleitung der) Umsetzung jedoch nicht gänzlich.

Dynamic Facilitation ist als Offline- Moderationsmethode (z.B. bei angewandt) spannend. So können etwa Lösungen, Herausforderungen, Bedenken und Einwände sowie Info-Facts auch online gesammelt werden. Diesbezügliche Erfahrungen aus dem Bildungssektor (z.B. Vernetzung von Lehrern und Schülern mittels des Projekts “Klassenzimmer der Zukunft”) haben gezeigt, dass dezentrale Organisation mit starker (Eigen-)Verantwortung sowie Berichterstattung durch externe Personen Erfolgsfaktoren sein können. Nach der Erfahrung eines Teilnehmers sind Partizipationsprozesse mit wenigen Teilnehmern eher offline gestaltet.

Mit einer Art “Währung” wie z.B. Rolle innerhalb eines Unternehmens, Wertschätzung oder Austausch sollte die Teilnahme “abgegolten” werden. Diskutiert wird die Gefahr von Trollen, d.h. der Beteiligung von Teilnehmern, die keine ernsthafte Partizipation ausüben wollen, sondern sich eher destruktiv verhalten. Ein eigenes “Intranet für Beteiligung” wird gefordert. Sicherheit einer Partizipation und Fähigkeiten der potentiellen TeilnehmerInnen (Abhaltung von Kursen) sowie Transparenz werden als sehr wichtig erachtet. Misstrauen gegenüber Online-Plattformen kann auch daher rühren, dass nicht jedermann sich (auf Grund fehlender Fähigkeiten) gleich gut online beteiligen kann. Nicht ein Tool, sondern viele Tools für verschiedene Prozesse werden empfohlen. Strukturierung ist sehr wichtig. Online-Diskussionen erfordern oft eine vorgegebene Struktur, um ergebnisorientiert zu verlaufen. Der emotionale Aspekt von Diskussionen unter Anwesenden fehlt in Online-Diskussionen. TeilnehmerInnen sollen sehr miteinbezogen werden. Möglicherweise würden sich TeilnehmerInnen sogar über den eigentlich vorgesehenen Rahmen hinaus engagieren in Partizipationsprojekten, wenn man ihnen die Möglichkeit dazu geben würde.

Auswahl existierender Tools

gov_camp_logo

Das #govcamp startet! Die Eröffnungsreden im Wortlaut.
User Experience User Research (S. Murth)
Off-/Online-Teilhabe in der Zivilgesellschaft (U. Seethaler)
Re:Think Austria (A. Kovar, M. Tesslaar)
#GovCamp: Spielifizierte Beteiligung (S. Thiel, M. Sachs)
Regierungsprogramm #rotgrün: Kap. 11 (P. Kühnberger, M. Mock)
#Wien2020  als Musterbeispiel der Transparenz (A. Surowiec)
DIY und DIT Demo?kratie Repair-Café (@igdemokratie)
Digitale Agenda Wien: jetzt wird’s konkret! (M.l Hagler)
Stammtisch 3.0 Dynamic Facilitation Bürgerrat
Public Transport Data (R. Harm, S. Hauk, D. Blauensteiner)
Open Data und Genealogie (M. Eisenriegler)
Qualität und Usability von offenen Daten (J. Höchtl)
Digitaler Wandel und Politik # besserentscheiden (A. Kovar)

9 Kommentare

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