Digitale Agenda Wien

DIGITALEAGENDA
Wiens IT-Strategie wird neu gestaltet. Im Vorfeld und während der Erarbeitung der sogenannten Digitalen Agenda Wien, ließ und lässt Wiens CIO, Mag. Ulrike Huemer, die WienerInnen zu Wort kommen. Im Herbst 2014 wurden die BürgerInnen aufgefordert, ihre Ideen für Wiens IT-Strategie einzubringen. Den Beginn des Projekts bildete die erste Partizipationsphase.

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Video-Quelle: wien.gv.at

BürgerInnen posten Ideen für Wiens zukünftige IT-Strategie

Auf digitaleagenda.wien posteten interessierte BürgerInnen Ideen für Wiens zukünftige IT-Strategie, stimmten anderen Ideen zu, vergaben ein „dislike“ oder kommentierten bisherige Beiträge. Es gingen über 170 Ideen ein, fast 300 Kommentare wurden abgegeben und über 2400 Stimmen wurden gezählt. Die Ideen der BürgerInnen wurden sodann den Themenfeldern

  • Serviceangebote und Aktivierung der BürgerInnen
  • IT in Bildung und Forschung
  • Sicherheit, Schutz und Vertrauen in Daten der Stadt
  • Digitale Infrastruktur
  • IT Standortförderung
  • IT der Stadt

zugeordnet, für welche je eine Arbeitsgruppe eingesetzt wurde.

Das Zentrum für E-Governance ist mit dabei

Dr. Peter Parycek, Leiter des Zentrums für E-Governance der Donau-Universität Krems, leitet die Arbeitsgruppe IT in Bildung und Forschung. Ich selbst habe durch meine Mitarbeit Einblick sowohl in die Arbeit der AG IT in Bildung und Forschung als auch in die Arbeit der AG Serviceangebote und Aktivierung der BürgerInnen. Die unterschiedlich hohe Anzahl der Ideen, die diesen Gruppen zur Bearbeitung übergeben wurden, bedingte eine individuelle Herangehensweise bei der weiteren Bearbeitung.

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Abb. 1: Übersicht aller Ideen aus der ersten Partizipationsphase, Quelle: digitaleagenda.wien

Zwischenergebnis auf 500 Seiten

In beiden Arbeitsgruppen wirkten sowohl interne und externe Experten als auch interessierte BürgerInnen mit. Meine persönliche Erfahrung war, dass durch die vielfältige Zusammensetzung der Arbeitsgruppen die unterschiedlichsten Blickwinkel Berücksichtigung finden konnten. Nicht zuletzt weil Priorisierungen und gewisse Fragen eng mit der persönlichen Vorliebe verbunden sind, entstanden interessante Diskussionen. Einigkeit herrschte in Bezug auf das Erfordernis eines inklusiven Zugangs (das Miteinbeziehen aller BürgerInnen). Hinsichtlich der Art und Weise, wie etwa ein zur Diskussion gestellter „IT-Unterricht der Zukunft“ bzw. eine stärkere Miteinbindung von IT in den Unterricht gestaltet sein könnte, wurden verschiedene Meinungen geäußert und in der Gruppe besprochen. Die gemeinsame Bearbeitung erfolgte nicht nur in Workshops und Besprechungen, sondern auch online. Das Zwischenergebnis der Arbeitsgruppen umfasst etwa 500 Seiten. Daraus wird eine 30-seitige Zusammenfassung hervorgehen, die im Rahmen einer zweiten Partizipationsphase online diskutiert werden soll.

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Abb. 2: Darstellung des Prozesses der Digitalen Agenda Wien, Quelle: digitaleagenda.wien

Wie Mag. Ulrike Huemer, CIO der Stadt Wien, am 12.02.2015 in 1020 Wien, im 15. Obergeschoss des Meetingpoint.Mediatower, allen Ideengebern und Arbeitsgruppenmitgliedern, die der Einladung folgten, ankündigte, wird dieses Projekt nach der zweiten Partizipationsphase, der eine Überarbeitung und Fertigstellung der Digitalen Agenda Wien folgen wird, noch nicht zu Ende sein. Die Digitale Agenda Wien soll durch wiederkehrende Partizipation aktuell gehalten werden, zumal vor allem den technologischen Entwicklungen und den sich verändernden Bedürfnissen der digitalen Netzwerkgesellschaft Rechnung getragen werden soll.

Partizipation, Partizipation, Partizipation

Durch Partizipation wird BürgerInnen die Gelegenheit gegeben, über Themen mitzudiskutieren und den Verantwortlichen Inhalte zur Verfügung zu stellen, die ihnen persönlich wichtig sind und die die Verantwortlichen bei der von ihnen zu treffenden Entscheidung berücksichtigen können. Häufig werden Entscheidungen Verantwortlicher (manchmal zu Recht und manchmal zu Unrecht) kritisiert. Dies passiert meiner Erfahrung nach oft in der „geschützten Atmosphäre des Glashauses“, gebaut durch das Wissen, dass man diese Entscheidung selbst nicht treffen dürfte oder könnte. Mit dem Wissen, die Entscheidung selbst nicht unmittelbar beeinflussen zu können, kann Kritik manchmal leicht(fertig) geäußert werden. Derartige Aussagen – Sie werden Sie aus Ihrem Umfeld und aus den Medien kennen – verdeutlichen, wie viele BürgerInnen interessiert sind und sich Meinungen zu den verschiedensten Themen bilden.

Auch für diese BürgerInnen ist Partizipation eine hervorragende Möglichkeit, ihre Meinung kundzutun, sich zu engagieren und aktiv an konstruktiven Lösungen mitzuarbeiten. Fachwissen, Erfahrung, konkrete Verbesserungswünsche, Erlebnisse aus dem Alltag und mehr können BürgerInnen den für Entscheidungen Verantwortlichen durch das Nutzen einer Partizipationschance zur Verfügung stellen. Letztendlich soll die Umsetzung einer partizipativ zustande gekommenen Lösung der Allgemeinheit zugute kommen. Für mich ist ein entscheidender Grundgedanke der Partizipation, dass – vereinfacht gesagt – „Viele gemeinsam mehr wissen“.

Viele wissen gemeinsam mehr

„Crowdsourcing“, das Nutzen des Wissens Vieler, ist von zentraler Bedeutung. Niemand kann jeden denkmöglichen Blickwinkel einnehmen. BürgerInnenbeteiligung kann für ein breiteres Verständnis der Bedürfnisse und Prioritäten der BürgerInnen sorgen und allen Beteiligten Horizonterweiterung bieten. BürgerInnenbeteiligung hat neben einer geistig fruchtbaren auch eine soziale Komponente: Partizipation bringt Menschen zu einander, die sich für dasselbe Thema interessieren, sich aber möglicherweise sonst nicht kennengelernt hätten. Das Nutzen des Wissens Vieler soll ein Gewinn für alle sein. Die Allgemeinheit soll davon profitieren, dass EntscheidungsträgerInnen und BürgerInnen, beide mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung, gemeinsam an Projekten arbeiten, die letztlich uns alle betreffen. Partizipation gibt allen BürgerInnen die Chance, ihre Meinung zu vertreten und sie auf die zu behandelnde Agenda der EntscheidungsträgerInnen zu schreiben.

Informieren Sie sich unter digitaleagenda.wien und beteiligen Sie sich in der zweiten Partizipationsphase wieder!

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