70 Jahre Arthur Winter – Ein Verwaltungspionier wird geehrt

Am 2. 10. wurde ein Pionier der österreichischen, modernen und IT-gestützen Verwaltung, Prof. Dr. Arthur Winter, im Rahmen eines Symposiums in den Räumlichkeiten der OCG geehrt. Wegbegleiter aus verschiedenen Ministerien (BMF, BMI, BMJ, BMUKK) und der Wissenschaft diskutierten über internationale Errungenschaften und Herausforderungen der Verwaltung der Zukunft.

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Ulrike Huemer, CIO Stadt Wien, stellte die Verwaltung 4.0 vor, die aus ihrer Sicht durch Transparenz, Partizipation und Kollaboration gekennzeichnet ist. In der Zukunft wird man noch wesentlich stärker von den Methoden und Denkmustern der digital Natives lernen müssen, um für die Jugend von morgen als eine attraktive Stadt mit einer effektiven Verwaltung wahrgenommen zu werden, wobei die Menschen möglichst wenig mit der Verwaltung in Berührung kommen.

Roland Ledinger, Leiter Bereich IKT Strategie des Bundes, präsentierte eine Vielfalt an aktuellen Projekten zur Verwaltungsmodernisierung. In seiner Festrede fasst er auch zusammen, was die Verwaltung in der Zukunft brauchen wird, nämlich:

  • Zulassen von Querdenkern
  • Ebenenübergreifende Prozesse und Anwendungen
  • Flexibilität und Stabilität sollen sich die Balance halten
  • Anwendung agiler Methoden
  • Denken in Apps
  • Cloud-Lösungen anstatt reiner IT-Konsolidierung
  • Partizipation leben

Peter Parycek, Leiter des Zentrums für E-Governance an der Donau-Universität Krems, stellte die Kräfte des Wandels auf die Verwaltung vor. Aus einem Arbeitskreis ist ein Kräftedreieck entstanden, dass Digitalisierung, Vernetzung und Intelligenz verbindet und mit Mobilität ein Erklärungsmodell für den rasanten Wandel in der Gesellschaft darstellt.  Weiters muss der CIO von heute Kultur, Recht, Technologie und Organisation im Blickwinkel behalten, Querschnittsthemen wie Interoperabilität, agiles Handeln und Beteiligung sind Kulturtechniken, die von der Verwaltung der Zukunft noch verinnerlicht werden müssen.

Prof. Alfred Taudes mahnte in seiner Festrede vor überzogenen Erwartungen und zu viel Selbstlob im Bereich Partizipation und Kollaboration. Auch Entwicklungen wie Apps für Smart Phones, die beispielsweise in Boston automatisch die Qualität der Straßen durch Bewegungssensoren aufzeichnen und an die Stadtverwaltung übermitteln, sind vom „Umfragebias“ betroffen: In den wirklich „schlechten“ Wohngegenden von Boston, die tendenziell auch die schlechtesten Straßen haben, verirren sich jene Menschen, die über diese Anwendungen am Smart Phone verfügen, selten.

In einer abschließenden Podiumsdiskussion wurden Meilensteine des Werdegangs von Arthur Winter erläutert, bevor Günther Schefbeck, Leiter der Abteilung Parlamentarische Dokumentation und Archiv und Statistik der Parlamentsdirektion, mit Anekdoten des Verwaltungshandelns vor 100 Jahren schloss: Die Errungenschaft der damaligen Zeit waren Kurbeltelefone, die die Beamten nötigten zur Herstellung einer Telefonverbindung so lange an der Kurbel zu drehen, „bis sie die Wände hochklettern wollten“.

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