#gov2vie – Raum Polaris, Großer Bär, Vormittag

Inhalt:

  1. Open Data Portal Österreich (Martin Kaltenböck)
  2. Standards für ein Open Data Portal (Axel Polleres)
  3. Liquid Democracy, warum es nicht funktioniert und vielleicht niemals wird (Silvio Heinze)

1. Martin Kaltenböck: Open Data Portal Österreich

IMG_8956Zentraler Datenkatalog für offene Daten aus Wirtschaft, NGO/NPO, Forschung und Gesellschaft. Slot A 10:30 – 11:10 http://opendataportal.at/ Das technische System data.gv.at wird aktuell verwendet, um gemeinsam mit der Wikimedia-Foundation die Wirtschaft dazu zu animieren, ebenfalls Daten freizustellen. Die Hauptarbeit liegt gegenwärtig in der Überzeugungsarbeit, dass es auch für die Wirtschaft Mehrwerte geben kann, Daten zu öffnen. Aktuell reagieren die Unternehmen jedoch noch zurückhaltend. Diskussion in der Gruppe: Welche Datensätze würden auf diesem Portal Sinn machen?

  • Open Transport Data findet sich in den unterschiedlichsten Bereichen (A1, Ö3, ASFINAG, ..)
  • Produktkatalog von Unternehmen
  • Daten der Internet- und Mobilfunkprovider, Breitband Verfügbarkeit, Sendemasten, Bewegungsdaten, uvm.
  • MYData: Die Funktion, seine eigenen Daten online zu pflegen und freiwillig weiterzugeben
  • Statistische Daten von Versicherungen
  • Private Bildungseinrichtungen
  • Tourismus-Daten: Hotelstandorte, Öffnungszeiten, …
  • Tankstellen: Öffnungszeiten, Benzinpreise werden bereits gesammelt und könnten seitens BMVIT als OGD zur Verfügung gestellt werden.
  • Generell besitzen Kammern zahlreiche strukturierte Daten, wie bspw. Firmen A-Z, Ärzte, Apotheken, Öffnungszeiten, Tätigkeitsbereich uvm.
  • Abfallwirtschaft wieder ein Beispiel für den Graubereich zwischen Staat und Wirtschaft, teilweise privatisiert oder durch die öffentliche Hand finanziert.
  • Wetterdaten, Schneelagen, Lawinen
  • Gesamter Kunst- und Kulturbereich
  • Privater Haushalt.at: Daten der öffentlich bilanzierungspflichtigen Unternehmen

In der Diskussion zeigt sich, wie schwer die Grenzen des Staates zu ziehen sind: Daraus entwickelt sich die zentrale Frage „Wo endet OGD, und beginnt OD?“ Um diese Frage zu beantworten, bietet sich die Orientierung daran an, inwieweit die Organisation der Prüfung des Rechnungshofs unterliegt – ist das der Fall, kann die Organisation als OGD bezeichnet werden. Alternative Orientierungshilfe sind die Eigentumsverhältnisse, wie beispielsweise bei den Wiener Linien, welche zu 100% im Eigentum der Stadt Wien sind. Ähnliche Fragen müssen bei ORF & Co gestellt werden. Die aktuell diskutierte PSI Richtlinie wird dazu ebenfalls Orientierung liefern. Daher dürfen wir gespannt auf die Transformation der Richtlinie in innerstaatliches Recht warten. Weitere Fragen sind:

  • Inwieweit sind Geodaten ein Thema für das Daten Portal? In der Startphase wird CKAN nicht erweitert, aber in einer zweiten Phase wäre eine gemeinsame Entwicklung hilfreich.
  • Wird INSPIRE ein Thema von OGD und nicht OD?

Statements:

  • Wichtig wären auch Wraper-Services, die automatisiert von einem Datensatzformat in ein anderes konvertieren.
  • Das Datenportal kann auch dazu verwendet werden, neue Experimente auszuprobieren.
  • Für die halböffentlichen Unternehmen sollte die Verpflichtung aufgestellt werden, dass sie ihre Daten wieder der Verwaltung zurückgeben müssen.

2. Axel Polleres: Standards für ein Open Data Portal

IMG_9085Slot B 11.15-11.55 Geeignete Open Data Formate wären: CSV, JSON, RDF. Zur Einmeldung bzw. Vermeidung von Bugs bräuchte es Services wie Bugtracker und Validator. Wichtig ist es, das Wissen zu Open Data in die Breite zu bringen, dazu gibt es das Projekt OpenDataSupport http://www.slideshare.net/OpenDataSupport/ des DG:Connect, das von PwC betrieben wird.

3. Silvio Heinze: Liquid Democracy in Reinform – „Warum es nie funktionieren wird!“

IMG_9122Slot C 12:00 – 12:30 Die Dimensionen von Liquid Democracy

  • Innerhalb von Organisationen funktioniert das Konzept LD, wenn die Strukturen stimmen. Ein Beispiel sind die Piraten Österreich. Die Delegation führt jedoch dazu, dass das Endergebnis von 1 – 2 Personen abhängt.
  • Bei politischer Beteiligung: LD Bringt keine wesentlichen Vorteile gegenüber anderen e-Partizipationsprojekten. Als Beispiel ist „liquid Friesland“ zu nennen, wo LD als Problemdefinitionsplattform verwendet wird. Offenekommune.de läuft auf der Plattform adhocracy und ist „quasi tot“. Das Konzept „One fits all“ funktioniert also nicht.
  • Als Staatsform: LD „übervereinfacht“ komplexe politische Prozesse und verfälscht sie letztlich. Denn der Diskurs wird so zu einem unwichtigen Element. Die Frage ist also: „Wie kann man LD in den „traditionellen“ politischen Prozess integrieren?“

Diskussion: Die crowd-gesourcte Verfassung in Irland ist gescheitert, weil die Politik nicht eingebunden war. LD funktioniert ja eigentlich sehr gut bei der Kreation neuer Produkte, da dann auch die Teilnahme sehr groß ist. Wie kann man diese Mechanismen z.B. auf die Diskussion der Radwege anwenden? LD ist ein Tool, das im Privaten so gut funktioniert, weil sich die Leute kennen und damit zur Argumentation und Reflextion fähig sind. Am Beispiel Salzburg: Autolobby vs. Radfahrlobby. Radfahrlobby wird nie zu Zug kommen, weil die 95% Autofahrer die besten Stimmen der Radfahrer immer overrulen werden. Im Parlament hat aber eine 5% Radfahrcommunity eine andere Stimme, weil deren Themen mit anderen Themen verschnitten werden. Andererseits werden z.B. bei Koalitionsverhandlungen Themen, die inhaltlich nichts miteinander zu tun haben, verschnitten. Erkenntnis der Piraten in Ö: LD hat dafür gesorgt, dass Arbeitsgruppen immer irrelevanter erschienen, und ExpertInnen, die zur Klärung beitragen könnten, immer seltener eingeladen wurden.

Aussagen:

  • Lobby-Gruppen wird es immer geben, aber mit Mechanismen und Werkzeugen kann man dafür sorgen, dass deren Prozesse und Handlungen transparent werden.
  • Politische Prozesse unter den Datenschutz zu stellen ist kontraproduktiv.
  • Delegierte Stimmen und Anonymität passen nicht zusammen.

Liquid Participation

http://liquid-participation.at/ Gründung des Vereins zur Förderung internetgestützter Beteiligungsprozesse. Wichtiges Grundprinzip: Keine Abstimmung ohne Auseinandersetzung und Meinungsbildung.

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