#gov2vie – Raum Polaris, Großer Bär, Nachmittag

Inhalt:

  1. Haha Piraten?! (Christopher Clay / @c3o)
  2. Offener Haushalt.at (Thomas Prorok & Rudolf Titl)
  3. Diskursive Beteiligung – Online vs. Offline (Peter Kühnberger)

1. Christopher Clay: Haha Piraten?!

IMG_9223Slot D 13:45 – 14:30 Die Überraschung über den Nicht-Auftritt der Piraten im Wahlkampf war groß. Man könnte es ein „ziemliches“ Versagen in der Kommunikation nennen, denn trotz massivem Zurückgreifen auf Online-Ressourcen wurde die Präsenz in den „anderen“ Medien stark vernachlässigt. Credo der Piraten:

  • „Das Internet verbessert die Offline-Welt“
  • Demokratie verwenden um Demokratie zu verbessern

Fragen:

  • F: Wurde die Bedeutung von traditionellen Medien übersehen?
  • A: Online-Only ist sehr schwierig, denn es gilt auch: je mehr Geld du (auch online) einwirfst, umso besser funktioniert das.
  • F: Welche Zielgruppen haben die Piraten?
  • A: Diese Antwort konnte im chaotischen Wahlkampf nicht gegeben werden.

Probleme: – Der einzige Weg um Unterschriften zu sammeln ist, sich vor die Ämter zu stellen und die Leute anzusprechen. Das hat alle Ressourcen der Piraten verschlungen, sodass in dieser Zeit kein effektiver Wahlkampf geführt werden konnte. – Außerdem haben auch Erfahrungen gefehlt, z.B. zahlt es sich aus, einen Infostand zu eröffnen. – Nur 30 Piraten waren während des Wahlkampfes wirklich Vollzeit aktiv. – Ideologische Ablehnung von bekannten Strukturen, z.B. gab es nicht nur einen Spitzenkandidaten, sondern vier. – Es gibt große Teile der Partei, die die Unterrepräsentation von Frauen in der Partei nicht als Problem ansehen. So ist von den 1.000 Piraten-Mitgliedern nicht bekannt, wie viele Frauen darunter sind. Hintergrund war: man wollte „Datensparsam“ bei der Anmeldung sein. – Die Piraten haben auch viele Wutbürger angezogen, ohne das es Einigkeit darüber gegeben hätte, was sich konkret ändern soll. – Die Ideologie der Piraten ist im Entstehen, aber eher links angesiedelt. – Ein weiteres Problem der Piraten könnte sein, dass der Name eine negative Konnotation hat, doch für eine Namensänderung ist es jetzt zu spät. Aber: die „jungen Piraten“ gründen sich neu.

2. Thomas Prorok & Rudolf Titl: Offener Haushalt.at

IMG_9233offenerhaushalt.at Slot E 14.40-15.25 Im Stabilitätspakt ist festgelegt, dass Gemeinden (und zwar nur Gemeinden!) ihre Haushaltsdaten in maschinenlesbaren Formaten offenlegen. Die Statistik Austria hat seit 2001 die Aufgabe, diese Daten zu sammeln. KDZ hat eine Vereinbarung mit der Statistik Austria, die dort konsolidierten Daten zu beziehen, und kann auf Wunsch der Gemeinde diese auf dem Portal offenerhaushalt.at veröffentlichen und visualisieren. Derzeit sind etwa 100 Gemeinden freigeschaltet und öffentlich einsehbar. Eine „Veredelung“ der Daten findet nicht statt. Die Visualisierung ist einheitlich, aber dennoch fordert sie die Interpretation der Daten. So ist beispielsweise die Finanzierung von Kindergärten Ländersache. Die Gliederungstiefe liegt auf Stufe drei, das ist aktuell die tiefstmögliche Ebene, um irgendeine Form von Vergleichbarkeit noch zu ermöglichen. Darunter ist es den Gemeinden völlig selbst überlassen, wie sie ihren Haushalt gliedern.

Hauptnutznieser der Plattform sind BürgerInnen, LokalpolitikerInnen, JournalistInnen, Gemeinderätinnen, … Ein Problem im österreichischen Gemeindehaushalt ist, dass es fast keine Leistungszahlen gibt, z.B. darüber, wie viele Tonnen Müll mit X Euro in der Gemeinde Y entsorgt werden (Ausnahmen: Euro / Kind in Kindergarten).

3. Peter Kühnberger: Diskursive Beteiligung – Online vs. Offline

IMG_9247Slot F 15:30 – 16:15 Bei einer Reise durch die Beteiligungsmethoden Zukunftswerkstatt, Konsensuskonferenz, Vor Ort Ideenwerkstatt und dem Online-Dialog werden die unterschiedlichen Einsatzgebiete vom konkreten Umbau des Platzes über gesellschaftlich relevante Themen wie Bildungspolitik, das Agenda-Setting oder die Erarbeitung von Gesetzesvorhaben klar. Eine der bedeutenden Herausforderungen bei der Konzeption eines Beteiligungsverfahrens ist die passende Methodenauswahl für das Thema, für die beteiligte Zielgruppe (ExpertInnen, MitarbeiterInnen, BürgerInnen, Mitglieder …) und vor allem für das Ziel des Verfahren.

Crossmediale Beteiligungsabläufe, die analoge Formate mit digitaler Beteiligung (E-Partizipation) verknüpfen, erhöhen das Feedback von unterschiedlichen NutzerInnengruppen und erscheinen im Zeitalter der Sozialen Netzwerke unerlässlich. 

In der Diskussion wurden folgende Punkte aufgebracht: – Die Herausforderung bei der Online-Beteiligung ist das Clustern der eingebrachten Ideen in einer Art, dass sich die Einzelpersonen mit ihren Meinungen wiederfinden. – Wie sehr beeinflusst die Form der Registrierung die Verbindlichkeit der Beteiligung? – Für Offline-Prozesse wurden eine Reihe von zum Teil sogar patentierte Methoden entwickelt, die noch recht junge Online-Beteiligung entwickelt ihre Formate laufend weiter. – Offline-Diskussion ist schneller aber dafür in einem „Raum eingesperrt“, online ist man asynchron und zeitversetzt. – Erfahrungsbericht demokratische Bank: Ab dem Moment, wo die Diskussion elektrifiziert wurde, waren fast nur mehr Männer beteiligt. Vermutung, dass dies an der speziellen Diskussionskultur ebend. liegt. Dem gegenüber steht die Chance, dass es bei der elektronischen Kommunikation nicht so leicht zum „bullying“ kommt. – Eine Fusion aus offline vs. online ist wohl am zielführendsten, da so den individuellen Kommunikationsfähigkeiten der sich Beteiligenden entgegengekommen werden kann. Außerdem kann die Kommunikation auch unterschiedlich „intensiv“ geführt werden, z.B. über Punktevergabe (wie wichtig ist mir ein Thema) vs. selbst ein Thema aufwerfen oder Kommentare zu einem Thema abgeben. – Gibt es Beteiligungsprojekte, die besser über einen Fokuskreis zu einer Entscheidung geführt werden? – Um Fragen „um des Fragens willens“ zu vermeiden, gibt es das Beteiligungsübereinkommen, das klar regelt, welche Elemente durch die Community „entschieden“ werden können und welche Elemente „nur“ zur Informationsgewinnung dienen, aber anschließend von einem Expertengremium entschieden werden.

Zu den Erkenntnissen der Session

2 Kommentare

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