Open Everything – Kunst und Diskurs in Graz #elevatefestival

openeverythingMitte bis Ende Oktober ist Graz immer gut besucht – vom Elevate Festival über den Steirischen Herbst bis zu diversen Kunst- und Jugendfestivals gibt es so einige lohnenswerte Veranstaltungen. Die meisten Formate verknüpfen Vortrag und Spaß bzw. Diskussion und Kunst – so ist die Kombination von Musik, Kunst und politischem Diskurs z.B. das Markenzeichen des Elevate-Festivals, dass dieses Jahr unter dem Motto „Open Everything“ stand und damit auch Internetfreiheit und digitale Entwicklungen als Schwerpunkt hatte.

Open Everything?

Mit dem diesjährigen Motto griff man Konzepte wie Open Democracy, Open Source und Open Data, aber auch die Probleme einer durch digitale Entwicklungen offeneren oder transparenteren Gesellschaft auf.

Während am Freitag die Öffnung von Daten und der freie Zugang zu Informationen im Zentrum stand, ging es am Samstag um selbstbestimmte Produktion und Distribution über offene Designs.

Alternative und demokratisch gestaltete Infrastrukturen zur Kommunikation sind notwendig. Doch von politischer Seite mangelt es meist nicht nur an Visionen, sondern auch an konkreten Gesetzen. Kann jedoch überhaupt theoretisch alles verschlüsselt werden? Wie sieht das WWW unserer Träume aus? (hierzu übrigens eine Interview-Frage an Griffin Boyce, Softwareentwickler).

In Außenstellen widmete man sich den Themen öffentlicher Raum und den damit verbundenen digitalen Möglichkeiten, beispielsweise dem Entdecken der Stadt mit OpenStreetMap. Aber auch Verbote des öffentlichen Raumes, die in Graz in der letzten Zeit in Diskussion standen, waren Thema. Die Außenstellen machten sich unter anderem auf die Suche nach Gestaltungsspielräumen, aber auch nach Überwachungskameras und den damit verbundenen  Mythen. Von Yoga im Öffentlichen Raum bis zur Dokumentation von Standorten auf Open Street Maps reichten die Angebote, an denen man im Rahmen des Festivals teilnehmen konnten und die schließlich live ins „Studio“ im Forum Stadtpark zusammen geschalten wurden.

Open Design and Materials

Die Produktions- und Distributionsmechanismen freier Software verbreiten sich: Ko-Produktion und Sharing sind Schlagworte, die auch in der IT besonders häufig zur Anwendung kommen bzw. von dieser vorangetrieben werden. Besonders spannend sind die Entwicklungen in den Bereichen Open Design und Hardware – immer mehr Menschen entwickeln kollektiv Geräte und dokumentieren offen die Entwicklungsschritte im Internet. Hier reicht die Palette von der Strickmaschine bis zur „Open Source Ecology“ – bei letzterer etnwickelten die Beteiligten ein „Global Village Construction Set“ – einen Pool von 50 Maschinen, der es ermöglicht, nachhaltig zu produzieren und zu leben.

Die GewinnerInnen des diesjährigen internationalen Elevate Awards waren das „Refugee protest camp Vienna – als Reihe selbstorganisierter Proteste von Asylwerber*innen, die sich in Wien erstmals an die Regierung wandten und auf eine Verbesserung der Rechte für Asylwerber*innen auf internationaler Ebene drängten.

Retro-digital

Etwas retro-digitaler ging es auf einer anderen Veranstaltung, der AkiCon – einem Festival das sich japanischer Jugendkultur und digitalen Künsten widmete, zu. „Back to Retro“ hieß deren Motto, dem man unter anderem mit einem Vortrag über die Demoszene und Beiträgen zu Retro-Computerspielen (Super Mario, Pacman…) gerecht wurde. Das erklärte auch die phantasievoll gestalteten Cosplay-Küstüme, die an diesem Wochenende das Grazer Stadtbild aufpeppten. „Retro“ umfasste bei dieser Konferez alles, was vor 2000 erschienen ist – so schnell kann es gehen.

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