Open Government Data Konferenz Linz 2012 #ogd12

Zum zweiten mal findet in Österreich die Konferenz zum Thema
Open Government Data statt. Die Veranstaltung richtet sich an alle, die am Prozess der Bereitstellung von Offenen Daten teilnehmen: Politik, öffentliche Verwaltung, Zivilgesellschaft und Wirtschaft. Statt fand sie im Wissensturm Linz.

Keynote und Podiumsdiskussion


Keynote Ton Zijlstra (ePSI-Platform, EU) zeigte die aktuelle Entwicklung von Open Government Data anhand von europäischen Beispielen.

Offene Daten sind laut Zijlstra notwendig, um in einer komplexen Umwelt navigieren zu können. Blaulichtorganisationen sind ein Beispiel dafür, dass die Öffnung von Daten einen wesentlichen, zeitbedingten Vorteil darstellen könnte – derzeit sind bestimmte relevante Daten nur durch vorhergehende Beantragungen abrufbar (Beispiel der Amsterdamer Feuerwehr).

Die Killer-Apps der Zukunft sind noch nicht bekannt – ähnlich wie wir nicht wussten, dass E-Mail einmal eine so große Rolle spielen würde. Open Data könnte aber ein Tool für eine Veränderung in Behörden und  eine neue Art von Beziehung zwischen BürgerInnen und Verwaltung sein, beispielsweise wenn Daten die Voraussetzung sind, bestimmte Formen von Gesprächen überhaupt führen zu können.

Zijlstra sprach sich vor allem für optimistische Radikalität aus, was die Forderung nach Daten betrifft. Wie kann man diese Forderung aber tatsächlich angehen? – „Finden Sie Ihren eigenen Beamten im blauen Hemd“ – oft reicht es, Schlüsselfiguren zu finden, die der Materie offen gegenüber stehen. Ökonomische Potentiale sind nur ein Teil des sozio-ökonomischen Potentials – wirtschaftliche Aktivität kann auch aus einem eher soziologischen Aspekt, z.B. Partizipation, hervorgehen.

Podiumsdiskussion

Diskussion: Roland Ledinger (BKA), Carl Piswanger (BRZ), Johann Mittheisz (Stadt Wien), Gerhard Kempiner (IKT Linz); Chairs: Stefan Pawel und Bernhard Krabina

In der Diskussion wurde deutlich, dass die meisten OGD-Projekte sehr rasch umgesetzt wurden. Zukünftige Herausforderungen sind die Möglichkeit der Selbstadministration (Niederschwelligkeit der Dateneinlieferung, z.B. durch ein Administrationtool durch das BRZ, das Gemeinden und Städte abholen möchte) sowie die Cloud-Frage. Außerdem to come: Mehr Alpha-Versionen🙂

Zahlen zum wirtschaftlichen Erfolg müssen auf die lokale Ebene heruntergebrochen werden, wie Johann Mittheisz, CIO der Stadt Wien, betonte. Außerdem läuft gerade eine Evaluierung jener Ziele, die ursprünglich mit Öffnung des Open Data Portals angedacht wurden. Ziel ist es u.a. eine Kooperation zu erreichen, dass innerhalb des deutschsprachigen Raumes Synergieeffekte erzielt werden können („endlich über die Dinge sprechen, die uns weiterbringen“). Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig: wichtig ist eine Verknüpfung der bisherigen Aktivitäten mit der Zivilgesellschaft, sodass bisherige Initiativen auch breit wahrgenommen werden sowie Zusammenarbeit mit NGOs und der Wirtschaft. Laut Kempinger soll in Oberösterreich ein weiterer OGD-Hub entstehen, aber auch im Bereich Social Collaboration wird es weitere Aktivitäten geben (beispielsweise Wikis and Open Collaboration, Linz, August 27–29; Subconference Open Commons – August 28).

Ein Hemmschuh ist die Frage der Budgetfinanzierung. Im politischen Bereich schaut es teilweise tragischer aus, wie vom Publikum angemerkt wurde: oft wird gar nicht angegeben, wie die Daten veröffentlicht werden. Aus Kommunensicht besteht für bestimmte Daten Datenhoheit, auch haben viele Daten einen Personenbezug etc., was eine Veröffentlichung entlang der Open Data-Prinzipien problematisch macht. An der Verwaltung liegt es auch, die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen der Politik nahe zu bringen.

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