BRZ-Event 2011, Round Tables #brz11

Nach der Keynote und Eröffnung fand ein Round Table mit VertreterInnen der Bundesverwaltung zum Thema „Damit rechnet Österreich – Aktuelle IT-Trends in der öffentlichen Verwaltung“ statt.

Round Table-Diskussion

Es diskutierten

  • SC Dr. Clemens Martin Auer, Bundesministerium für Gesundheit
  • SC Dr. Josef Bosina, Bundesministerium für Justiz
  • SC Hermann Feiner, Bundesministerium für Inneres
  • Ing. Roland Ledinger, Bundeskanzleramt
  • SC Dr. Heidrun Strohmeyer, Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
  • SC Dr. Gerhard Popp, Bundesministerium für Finanzen

Großes Thema war die Nutzung von Sozialen Medien durchdie VertreterInnen der Verwaltung aus persönlicher Sicht. Der O-Ton: Viele lassen machen, manche verweigern. Von den 6 PodiumsteilnehmerInnen sind zwei persönlich in Sozialen Netzwerken auch privat zu finden. Andere gaben sich progressiver – so verwies Ing. Ledinger z.B. auf die bereits vorhandenen Policies des BKAs im Bereich social media, die gemeinsam zwischen Bund, Ländern, Städten und Gemeinden erarbeitet wurde.   SC Dr. Josef Bosina sieht große Potentiale in der internen Nutzung von Social Media, sieht aber Probleme in der externen Nutzun, insbesondere die Problematik der Trennung von Privat und Beruf. Einige Justizbeamte wie bspw. die Gerichtsvollzieher nutzen die Sozialen Netzwerke zur Informationsbeschaffung.  SC Dr. Clemens Martin Auer warnte explizit vor der Weitergabe von personenbezogenen Gesundheitsdaten über Social Media-Dienste.

Das Problem, das Politik und Verwaltung momentan haben, ist ein generelles – Offene Staatskunst muss laut Dr. Popp schön langsam erlernt werden. Eine Problematik dabei ist, dass die klassischen Formen der Abstimmung immer noch funktionieren können; greift man aber auf diese klassischen Instrumente nicht zurück, ergibt sich ein völlig anderes Meinungsbild, wie dies aktuell in  Stuttgart 21 zu beobachten war. Die Verwaltung ist daher  gefordert, auf  neue Instrumente und auch traditionelle Abstimmungen zurückzugreifen. In Bezug auf Open Government merkte SC Feiner an, dass für ihn die Schlüsselfrage die die  Sicherheit im Cyberraum ist.

Für Dr. Auer ist die Kernfrage, dass personenbezogene Daten  menschenrechtskonform gesichert sind, dazu sind verlässliche Identifizierungs- und Authentifizierungsstruktur ein zentrales Element. Das seien wesentlich größere Sorgen als z.B. die Cloud Computing-Frage. Open Data wurde als weiteres wichtiges Thema identifiziert – im Sinne einer durchgehenden Wertschöpfung. Dies könne den Standort Österreichs im IKT-Sektor stärken.

Round-Table der Top-Managerinnen

Nach dem Worshops am Nachmittag und der Präsentation der Ergebnisse der Saal-Umfrage fand ein Round-Table der Top-ManagerInnen statt. Thema waren IT-Trends und deren Bedeutung für Österreich.

Kontrovers wird das Thema Gesundheitsmanagement diskutiert; Dr. Herbek von der ELGA GmbH strich den Trend zur Autonomie der BürgerInnen heraus: diese sollen die eigenen Daten von verschiedenen Speichersystemen und zum eigenen Nutzen abrufen können. Durch modernisierte IT können laut Dr. Hinkel außerdem einige Probleme des demografischen Wandels gelöst werden. Aktuelle Studien weisen aus, dass die meisten BürgerInnen genau wissen wollen, was mit ihren elektronischen Daten passiert – nur ca. 5 % interessieren sich nicht dafür. Gerade Gesundheitssysteme sollten aber den Menschen das Gefühl geben, sie zu unterstützen und nicht zu kontrollieren. Frau Dr. Zuna-Kratky (Direktorin des Technischen Museums Wien) erläuterte, wie ein Kulturbetrieb auch technische Trends reflektiert, z.B. Social Media, stellt aber fest, dass das diese primär nur zum Anlocken an das wahre Museums Erlebnis genutzt werden.

Was kann man aber tun, um Frauen in der IT zu fördern? Der Fachkräftemangel  ist nach  Mag. Jenner von Microsoft  tatsächlich gegeben, unabhängig der Genderfrage. Kleine Maßnahmen wie bspw. IT-Töchtertage wirken allerdings nur mittel- bis langfristig und helfen nicht den aktuellen Mangel auszugleichen. Ihrer Einschätzung nach ist aber auch vielen Frauen die  Art des IT-ManagerIn-Lebens auch zu anstrengend und sich daher viele schließlich für die Familie entscheiden. Auch weil unsere Gesellschaft großes berufliches Engagement neben der Familie nicht wertschätzt. Demografisch ist es aber wichtig, sich dem zu stellen und Frauen zu mobilisieren, weil sonst ein Fachkräftemangel, nicht nur in der IT, Realtität werden wird. Mag.a Oppitz (IBM) sprach über ein part-time-Modell, das die Vereinbarkeit von Führungskräften und Teilzeit ankurbeln möchte. Töchtertage sind nicht ausreichend; die Beisterung sollte über TutorInnen-Programme weiter geweckt werden. Eine weitere Inititive ist „women in technology“, die mehr Transparenz für die verschiedenen Jobprofile schaffen möchte. Klar war man sich darüber, dass Unternehmen die Rahmenbedingungen unterstützen können, letztlich aber auch die Politik gefordert ist, die richtigen Signale zu setzen.

Mag.a Sumper-Billinger (kaufmännische Geschäftsführung BRZ) fasste abschließend das Event zusammen. Klar zum Ausdruck gekommen sei, dass alle besprochenen Themen zu mehr Transparenz beitragen. Gerade mit Blick auf die Sparpakete, die auf uns zukommen, sind Glaubwürdigkeit und „Berechenbarkeit“ durch mehr Transparenz wichtiger denn je.

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