BRZ-Event 2011, Keynote Univ.-Prof. Taschner

Keynote Univ.-Prof. Dr. Rudolf Taschner, Technische Universität Wien

Taschner sprach in seinem Vortrag u.a. über die Chancen, richtig ungenau zu rechnen – und über die Möglichkeiten, Österreichs Zukunft zu berechnen🙂 Am Beispiel der Babylonier, die die ersten richtig großen Berechnungen durchgeführt haben (wie lange dauert es z.B. bis der Neumond erscheint, Sonnenfinsternis-Berechnungen) und diese aufgezeichnet hatten, zeigt sich die (Un) Genauigkeit bestimmter Berechnungen.

Das wichtigste Axiom der Zukunft lautet jedoch, dass sie unberechenbar ist (das liegt in ihrem Wesen). Möglich sind allerdings Prognosen Gewisse Wahrscheinlichkeiten sind mit großen, andere mit weniger großen Unsicherheiten behaftet. Wo es keine großen Unsicherheiten gibt, ist der Bereich der demografischen Entwicklungen- insbesondere für Österreich. Mit diesen Daten kann man also in der Tat rechnen.

Ein Szenario im „Mickymaus-Land“: Bis 70 wird gearbeitet, dann geht es in den wohlverdienten Ruhestand. 900.000 PensionistInnen gibt es, diese stehen der einen Million Jugendliche gegenüber. Die Medizin arbeitet gleichzeitig an einer längeren Lebensdauer. Bezüglich der stark alternden Gesellschaft gibt es einige Szenarien, allerdings muss man dazu die bestehenden „demografischen Dellen“ in der Kurve ändern wollen sowie die entsprechende Infrastruktur zur Verfügung stellen. Wenn wir das Pensionsalter allerdings an der Lebenserwartung festmachen, müssten wir dies mit 80 tun. Faktisch sei es aber nicht finanzierbar, dass die Pension länger dauert als die Erwerbsarbeitszeit. Die Möglichkeit, länger zu arbeiten, ist auch nur argumentierbar, wenn es Arbeit gibt. Neben diesen Problemen sind die Zahlen offensichtlich – wir brauchen hierzu nicht mal die Daten des statistischen Zentralamts, um Probleme und Lösungswege zu erkennen.

Taschner betonte die Wichtigkeit der Vielfalt als Prinzip (u.a. am Beispiel des genetischen Codes einer Hydra :)) – trotz aller Berechenkeiten und Genauigkeiten. Abschließende Worte: „Glauben Sie an die Wolke, aber vertrauen Sie dem Papier!“.

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