Gov2.0Camp Vienna, egovsa

Vorträge in diesem Blogpost:


Bürgerhaushalte: Bürger als Sparefroh

Kirsten Neubauer, Neu&Kühn
ADV1, 10:45-11:30

In Deutschland werden Bürgerhaushalte bereits aktiv gestaltet. Kleine Gemeinden mehr bieten offline Veranstaltungen an, während große Gemeinden meist eine online Komponente haben.

Köln war die erste Stadt, die den Bürgerhaushalt eingeführt hat, mit dem Ziel, sehr offen den Haushalt zu diskutieren. Bestimmte Themen, die für BürgerInnen besonders interessant sind, wurden zur Diskussion gestellt. Knapp 5000 Kommentare erhielten 35000 Bewertungen, bei über 1 Mio. Zugriffen. Jedem Vorschlag wurde eine Nummer zugeteilt, die als Tracking-Nummer fungierte, damit man die verschiedenen Phasen der Bearbeitung verfolgen konnte. Transparenz ist ein wichtiges Element, da Information bei diesem Thema sehr wichtig ist. BürgerInnen mussten an den komplexen Prozess der Haushalteserstellung heranführen. Menschen haben ExpertInnenwissen in ihren Lebenswelten; dieses Wissen sollte genutz werden. Der kölner Bürgerhaushalt 2008 war ein voller Erfolg. Sämtliche BürgerInnen wurden postalisch informiert; offline Events wurden zur Aufklärung genutzt; der Bürgermeister stand voll und ganz hinter dem Projekt.

„solingenspart.de“ hatte als Sparziel 45 Mio. einzusparen. Hier kamen die Sparvorschläge von Seiten der Verwaltung, welche ihre Sparprogramme detailliert erklärte. BürgerInnen konnten abstimmen, welche Projekte für sie sinnvoll erschienen z.B. wurde ein Sportstadion eingespart.

Hamburg verwendet so genannte Rechnersysteme, bei denen allerdings nicht Detailvorhaben diskutiert werden können, sondern eine allgemeine Budgetverteilung.

Über ca. ein Jahr Gesamtlaufzeit werden folgende Phasen durchlaufen: Informationsaufbereitung => Konsultationsphase => Rechenschaftsphase.

Innerhalb der Verwaltung steigert durch die Einbeziehung der BüergerInnen die Motivation der BeamtInnen.

Diskussion: Ab 2500 EinwohnerInnen gibt es Bürgerhaushalte. Bei online BürgerInnenhaushalten gibt es auch eine Dokumentierung des Diskurses, was z.B. bei Stuttgart21 im Nachhinein betrachtet von Vorteil wäre.
Köln hat im ersten Bürgerhaushalt 30 Cent pro BürgerIn ausgegeben; im 2ten Bürgerhaushalt 10 Cent. Köln hat allerdings sehr viel Werbung gemacht.
Lobbying ist ein massenmediales Phänomen, somit wirkt sich dies auch auf Bürgerhaushalte aus. Die finale Entscheidung treffen ohnehin die RepräsentantInnen. Bürgerhaushalte sind (noch nicht) rechtlich verbindlich.
Bürgerhaushalte fokusieren derzeit auf Ausgabenverteilung, allerdings sind kaum neue Einnahmequellen (Steuern) in Bürgerhaushalten inkludiert.

Rathaus 2.0: Stadtkommunikation auf neuen Wegen

Peter Kühnberger, Neu&Kühn
ADV1, 11:45-12:30

Stadtverwaltung, vor allem in England, verwenden bereits soziale Medien, um mit der Bevölkerung in Kontakt zu treten. Ideastorm von Dell hat perfekt gezeigt, wie man aus eine Menge von Menschen qualitatives Feedback bekommen kann. BürgerInnen kennen ihre „Ecke“ am besten, und können sich somit bei Verbesserung in ihrem „Grätzl“ am besten einbringen.

Anliegen-Management: Das Beispiel „Maerker Brandenburg“ ist ein erfolgreiches Beispiel aus Deutschland: Themen sind zB Abfall/Müll, Abwasser/Wasser, etc. Das System visualisiert das Feedback der Verwaltung in einem Ampelsystem, das darstellt, ob etwas behandelt wird, abgelehnt oder fertig bearbeitet wurde. Die beteiligten Gemeinden bekennen sich zu Zeitfolgen und definierten Ablaufprozessen, damit die Anliegen strukturiert bearbeiten werden können. In Österreich verfügt zB Wörgl über ein online Anliegen-Management.

Öffnen für Bürgerbeteiligung: Die Stadt Köln bietet innovative E-Partizipations-Projekte an, die über online und offline Komponenten verfügen. Auch München bietet Beteiligungsprojekte an, zB wurden aus dem Familiendialog, der in 3 Phasen gegliedert wurde, acht Punkte auch tatsächlich umgesetzt. Essen-soll-leiser-werden hat BürgerInnen die Möglichkeit gegeben, die persönliche Lärmwahrnehmung auf einer Karte einzutragen. Zusätzlich gibt es noch eine offizielle Lärmkarte. Man konnte auch Audio-Dateien hoch laden. Es folgte eine Lärmschutz-Fenster initiative der Stadt, die die Fördergebiete aufgrund der öffentlichen und von BürgerInnen erstellten Daten einteilte.

Vorschläge von BürgerInnen sind noch nicht repräsentativ, da sich meist nur Interessierte Personen an solchen Projekten beteiligen. Die Erkenntnisse werden erst durch die Umsetzung der Politik (gewählte VertreterInnen) legitimiert.

Diskussion: Tod eines jeden Projektes ist, wenn das Feedback bzw. die Resultate in der offline-Welt nicht ankommen. Entwicklungszeit bei Maerker war im IT Beriech 4-5 Monate, wobei ständig neue Funktionalitäten eingebettet werden. Die Umsetzung Abseits der Technik ist allerdings aufwändiger, da Stakeholder definiert und eingebunden werden müssen.

Austrofeedr, Pushing the Real-Time-Web in Austria

Josef Dabernig
ADV 1, 13:30-14:15

Austrofeedr bietet Echtzeitinformationen über Web 2.0 Echtzeittechnologien an.

Austrofeedr aggregiert Information aus dem Web, welche mittels Mash-Up in Echtzeit zusammengeführt werden und in Echtzeit angeboten werden. Hochwasserinformationen werden aus offiziellen Webseiten und aus regionalen Nachrichten ermittelt, mit Hilfe von Semantic-Web Technologien. Austrofreedr versteht sich als Daten-Hub. Austrofeedr ist auf mobilen Endgeräten ebenso wie als RSS-Feed erhältlich. Drupal und PubSubHubbub wird von Austrofeedr verwendet. Sobald es eine valide Extraktion für ein Format gibt, kann es als Informationsquelle für Austrofeedr dienen.

Aggregierte Daten werden intern weiterverarbeitet, und anschließend über verschiedene Kanäle verteilt. Hochwasserschutz ist nur ein Use-case, doch die Technologie kann auch in anderen Bereichen verendet werden. Bei Hochwasser ist allerdings der Echtzeit-Faktor von entscheidender Bedeutung, weshalb dies als Use-case verwendet wird.

Diskussion: Österreichweit solche Service anzubieten ist derzeit noch problematisch, da zB Hoochwasserschutz Ländersache ist. Eine zentrale Hochwasserwarnungsstelle wäre allerdings sinnvoll.

Umweltinformationen und die österreichischen Vorbereitungen zu SEIS

Rudolf Legat
ADV3, 14:45-15:20

Man stelle sich vor: Es gibt eine Bibliothek mit einer Fülle an Informationen, nur niemand weiß, was dort zu finden ist und wo man es findet.

Das Umweltinformationsgesetz  (UIG) sollte in Österreich zentral geregelt werden. Die Plattform „Digitales Österreich“ widmet sich diesem Thema: Ein wichtiges Ziel ist ein zentrales Portal für Umweltinformationen für Österreich. Auf EU Ebene ist ebenfalls ein Ziel, eine gemeinsame Struktur zu schaffen. Daten werden an der Quelle erhoben und dort gepflegt. Es gäbe somit keine Duplikationen.

Diskussion: Die Website http://www.umweltbundesamt.at würde kürzlich überarbeitet und wurde an EU-Richtlinien angepasst. Hier kann man aktuelle Umweltsituationen  durch Informationen aus ganz Österreich zu lesen – von Abfall bis Wasser. Bodendaten sind zB sehr schwer zu bekommen, da hier auch Besitz mitspielt, da Boden meist privates Eigentum ist.
Auf europäischer Ebene werden Schnittstellenstandards für Daten entworfen, damit diese grenz-übergreifend ausgewertet werden können.
Die Diskussion über Open Government Data bietet InnovatorInnen den Rückenwind, den sie brauchen um ‚alte‘ Ideen umzusetzen.

Links:

Der neue online Stadtplan von Wien

Robert Sauer und Kollegen
ADV3, 15:20-15:50

Im Stadtplan www.wien.gv.at/stadtplan kann man mittlerweile eine Vielzahl von Daten ablesen. BürgerInnen können ihre persönlichen Stadtpläne zusammenstellen.. Pro Tag gibt es etwas 20.000 API Aufrufe und ist fast gleich mit den regulären Aufrufen des Stadtplans. Immer mehr Dienststellen in den Magistraten melden sich um ihre GIS-Daten einbetten zu lassen.

Derzeit kann die aktuelle Verkehrslage in Wien abgerufen werden. Diese Informationen kommen unter anderem von Taxi-nternehmen die auch mit Geo-Daten ausgestattet sind und durch die Fahrer Informationen zum Verkehrsfluss bekommen. Künftig wäre es sogar möglich die aktuellen Routen von Müllwagen zu bekommen, da die MA48 ihre Routen von GPS-Systemen planen lässt. Auch die Rettung in Wien erhält Geo-Daten in die Einsatzleitzentrale.

Auf dem Stadtplan kann bspw. auch eingesehen werden, auf welchen Dächern Solaranlagen sinnvoll wären. Diese Daten wurden automatisch erhoben und anschließend visualisiert.

Der Stadtplan will korrekte Daten (öffentlich generierte Daten) zur Verfügung Stellen. Das Feedback der BüergerInnen ist wichtig um die Qualität von Daten zu analysieren. Derzeit kommen viele neue Daten in den Stadtplan. Die Abteilungen haben den Vorteil, dass bestimmte Informationen für BürgerInnen online zu finden sind.

Es bestehen noch Probleme bei einigen Rechtsfragen. Kurzparkzonen sind zB im Stadtplan ersichtlich, doch es gelten die Tafeln im öffentlichen Raum. Eine falsch platzierte Tafel ist somit Vorrangig gültig im Vergleich zu den Daten des Stadtplans.

Blended Participation – Verschränkung real life & virtuelle Beteiligung

Peter Gerlich
Planungswerkstatt Austellung, 11:45-12:30

 

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