Rückblick Vortrag: Communication in Cyberspace

Vortrag „Communication in Cyberspace“ gehalten am 29. Oktober 2010, an der Freien Universität Berlin – Oktobertagung der GPI (Gesellschaft für Pädagogik und Information e.V.) & GfK (Deutsche Gesellschaft für Kybernetik, Informations- und System theorie e.V.).

Notizen zur Diskussion zum Vortrag:

Kommentar: Beteiligung und Zusammenarbeit in ausreichendem Umfang ist kaum möglich, weil es Mangel an der Ressource  Zeit gibt. Es besteht bereits ein Überfluss an Informationen. Man benötigt hohen  Zeitaufwand, um in der Arbeit den aktuellen Stand der Technik beibehalten zu können.

>> Letztendlich ist es nicht möglich, dass wir alle bei Allem  mitmachen. Wir können nur sehr dosiert in ausgewählten Bereichen uns aktiv einbringen. Zusammenarbeitsmodelle können daher nicht der Legitimation von Entscheidungen durch hohe Beteiligung dienen, aber das Ziel könnte die Nutzung von zusätzlicher Expertise zum Aufbereiten von Entscheidungsgrundlagen sein. Neben einer besseren Grundlage  entsteht durch den transparenten Prozess  Nachvollziehbarkeit der Entscheidung. In der Vielzahl von Projekten werden wir uns nicht oder nur passiv (Lurker) beteiligen. Zusätzlich besteht in der Gesellschaft nur eine begrenzte Bereitschaft sich zu beteiligen siehe Folie 49.

Kommentar: Die Komplexität der Probleme ist inzwischen selbst für FachexpertInnen „zu hoch“, z.B. Finanzkrise.

>> Generelles Problem, welches gerade bei der Finanzkrise von EU-ParlamentarierInnen beklagt wurde, dass sie die Inhalte kaum überblicken und die einzig gut aufbereiteten Informationen zu Problemstellungen von Lobbyisten eingebracht werden. Gemeinsam betriebene Plattformen, welche ExpertInnen zusammenführen, könnten allerdings Lösungsmodelle sein: Eine Reduktion der Komplexität durch Aufteilung  der  Problemstellung und Lösung durch viele Teams. Ähnlich organisieren sich Open Source Communities. Die Nutzung der Weisheit von Vielen zur Lösung der aktuellen komplexen gesellschaftlichen Herausforderungen.

Kommentar: Wer sichert die korrekte Verarbeitung von Daten?

>> Manipulation von Daten bei der Analyse und der Verarbeitung sind zentrale Probleme, wofür es noch keine ausgereiften Konzepte gibt. Ein Lösungsansatz ist, dass Peers auf Basis der Transparenz und des Zugangs zu den Daten  die Kontrolle selbst übernehmen könnten.  Zusätzlich sind aber auch institutionalisierte Kontrollen und technische Absicherung zu erarbeiten.

Kommentar: Eine Steuerung der politischen Bottom-Up Prozesse ist kaum möglich.

>> Das Beispiel #UniBrennt zeigt die Grenzen von Massenbewegungen auf (Folie 14). Einerseits haben sie die hohe Mobilisierungsfähigkeit nachgewiesen, aber andererseits auch aufgezeigt, dass die Defintion der gemeinsamen Standpunkte und die Frage nach der Aussenvertreung viel Zeit in Anspruch genommen haben. Wie an den Open Source oder auch den Wiki-Communities zu bebachten ist, werden Qualitätssicherungprozesse im  Entstehungsprozess ausgeabreitet. Ähnliches ist bei ad hoc Massenbewegungen zu erwarten. Beispielsweise wäre es denkbar, dass theoretische Deliberationsprozesse in digitalen Werkzeugen abgebildet werden und im Bedarfsfall von Bewegungen eingesetzt werden, dies könnte zu einer Eindbindung der online Community führen und zu einer Beschleunigung der Entscheidungsprozesse.

Kommentar: Netzwerke sind nicht eindimensional, d.h. auch in Netzwerken gibt es Hierarchien, da  Personen mit unterschiedliches Personalvermögen (beinhaltet soziale und intellektuelle Kompetenzen) in Netzwerken agieren. Netzwerke sind daher auch multidimensional zu betrachten.

>> Daraus ergeben sich spannende Forschungsfragen und die Kombination von bisher separierten Forschungsfeldern, die nun zusammengeführt werden müssen, bspw. Netzwerktheorie, psychologische Gruppeneffekte oder die Frage des sozialen Kapitals, das gerade in Netzwerken eine besonders hohe Bedeutung bekommt.

Kommentar: Neben der vierten Macht im Staat (den Medien) bildet sich die fünfte Macht, die Gesellschaft selbst (Folie: 40-46). Wir wollen doch nicht das  5te Rad am Wagen sein?!?  ;-)

>> Wie wahr!😉 Daher: „We the people are the government!“ Also doch erste Macht des Staates ganz im Sinn der Demokratie Fiktion🙂

2 Kommentare

  1. Zu Lurker und seiner Aussage, dass es „letztendlich nicht möglich ist, dass wir alle bei Allem mitmachen.“ da höre ich in Folge heraus, dass E-Partizipation kein politisch repräsentatives Mittel ist.

    Aus allem bisher gelernten zu Online-Partizipation holt diese das Engagement und die Ideen derer ab, die diese Ressourcen haben. Nicht als Mittel repäsentativer Politik, sondern als Heben von Bürger-Potenzialen, die heute ungenutzt brachliegen. Legitimiert werden diese in Folge durch politische Entscheidungen von legitimierten Repäsentanten.

    btw: nice ppts.

    lg
    Peter

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    1. Genau das verbirgt sich hinter der Folie. Denke wir sollten diesen Aspekt in Zukunft noch stärker herausstreichen. Auch wenn nur wenige mitmachen, muss dazu der Prozess transparenter sein, dies stärkt wiederum die Nachvollziehbarkeit der Entscheidungen und auch die Verantwortlichkeit der Entscheider. Passiven Lurkers dienen wiederum der Verbreitung der Ergebnisse in ihre Netzwerke. Gesamt könnte dies zu besseren Entscheidungen und einer Stärkung der repräsentativen Demokratie führen. LG Peter

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