Gov2.0Camp Berlin 2010; 2. Tag: BarCamp

Zweiter Tag des Gov2.0Camps und eigentliches BarCamp (nach bayrisch-üppiger Bierkellerkost). Erste Fotos sind bereits auf Flickr vorhanden. Der Ablauf der Session-Planung: Session-AnbieterInnen stellten in 3-5 Sätzen ihre Pläne vor und wurden je nach Resonanz größeren oder kleineren Räumen zugeteilt.

Bildnachweis: docfranzke

Mit Government 2.0 Verwaltungen modernisieren und Demokratie stärken – Wunschdenken oder Zukunft (Podiumsdiskussion)

Es diskutierten Beate Lohmann (Bundesministerium des Inneren), Cornelius Everding (Ministerium des Inneren Brandenburg), Hans-Heiz Löper (Referatsleiter IT-Kompetenzzentrum Senatsverwaltung) und Ton Zijlstra (Government 2.0 Consultant und Open Data „Lobbyist“). MOderation: Antje Matten (Gov 2.0 Netzwerk Deutschland).

Verwaltungsmodernisierung ist eine Daueraufgabe (so das Credo aus Brandenburg) Politische Ereignisse sowie europäische Prozesse spielen dabei eine große Rolle, bei Open Data Lohmann auch ein begrenztes Budgte und äußerst begrenzte Ressourcen („Open Data gibt es nicht umsonst.“) – eine Ansicht, die jedoch auch kritisiert wird, da sich viele Projekte durchaus mit geringem Budget-Aufwand betreiben lassen. Außerdem nehmen Unternehmen in der Regel ein Risiko in Kauf, die Verwaltung nicht (etwas Gutes zu unterlassen ist fast kein Problem mehr), was schleichendere Prozesse erklärt. Nicht zuletzt sind BürgerInnen oft auch froh, wenn sie vom Staat in Ruhe gelassen werden.🙂 Wenn es dann doch klappt und BürgerInnen mitmachen (siehe Märker Brandenbrug), ist das immer auch sehr überraschend.

Politik findet dort statt, wo Entscheidungen gefallen werden, d.h. in den Parlamenten. Bei der Frage, wer die Vorauswahl der Menschen in den Parlamenten trifft, sind noch wenige Anstrengungen in Richtung BürgerInnen vorhanden („Lasst uns in die Parlamente gehen!“). Einige Initiativen gibt es zwar, viele sind aber zuwenig bekannt. Von Seiten der EntscheiderInnen sind Networking-Runden wie z. B. im Rahmen von „Open Coffee“-Treffen (Beispiel Niederlande), die nach dem Motto „lieber unvollkommen beginnen als zögern“ umgesetzt werden sollten, ein Anfang.

Session Max Senges: Internet & Gesellschaft. Collaboratory Discussion & Interpretation

Ausgehend von der Transformation von Kommunikations- und Dialogprozessen durch das Internet wurde das I&S Collaboratory gegründet. Das Collaboratory ist ein Expertenkreis, in dem Akteure aus Wissenschaft, Verbänden, Daten- und Verbraucherschutz sowie aus Internetunternehmen zusammenkommen und als offene Diskussionplattform aufgesetzt. Es wurde von Google Deutschland initiiert, um gemeinsam an Lösungsansätzen zu gesellschaftlichen Fragen rund um das Internet zu arbeiten. Neben Online-Kollaboration werden meist zwei physische Workshops in Berlin abgehalten.

Diskutiert wurde die Frage wie man die richtigen Leute für die Materie begeistert, beispielsweise über good practise-Projekte. Ein Beispiel gegen Ressourcenknappheit ist die barrierefrei Karte Wheelmap; die Entwicklungskosten inklusive apps waren hier gering (5.000 Euro). Die „normale Verwaltungswelt“ tickt noch so, dass Verhaltenskodexe eingehalten werden müssen, z.B. muss alles, was an die Presse geht, im Haus abgestimmt. Das führt laut Ute Dauke zu Unsicherheit von MitarbeiterInnen bei progressiveren Veranstaltungen, man verlangt von MitarbeiterInnen einen Kulturwandel und ein neues Rollenbild. Braucht man einen Verhaltenskodex zum Umgang mit E-Mails oder Blogs? Im Collaboratory gibt es hier die „Chat and House“-Rule: Alles kann zitiert werden, es wird nur nicht gesagt, wer.🙂

Und: „Open Government ist nicht nur für gute Menschen.“🙂 Offenheit ist vielmehr eine Strategie und Transparenz nicht ausschließlich ein Gegenpol zu „Geheimdiplomatie“. Für Ideen und Visionen ist aber ein entsprechender Rückhalt nötig. eParticipation benötigt, um keine Instrumentalisierung zu sein, Feedback zurückspielen und Prozesse transparent machen. Der Abschlussbericht „Innovationskultur in der digitalen Gesellschaft“ beinhaltet Umfragen und Empfehlungen zu Privatsphäre oder der Einschätzung demokratischer Veränderungen durch das Internet. Auf der Website collaboratory.de gibt es ab 13.10. auch aktuelle Daten zu #opendata und der Bereitschaft zur Umsetzung und Beteiligung.

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