Radio: Ö1 Matrix: Open Data

Der Staat generiert täglich Daten. Ob diese zugänglich gemacht werden, ist unterschiedlich geregelt. Das ist nicht überall so – in einigen Ländern werden diese Daten bereits veröffentlicht. Michael Fiedler über einen transparenteren Staat und Grenzen der Datenfreiheit.

Roland Ledinger, Leiter des Bereichs Kommunikations- und Informationstechnologie im Bundeskanzleramt übt sich in optimistischer Zurückhaltung: Wir haben keine Strategie in Österreich, die das Thema Open Government wie in Amerika transportiert, da diese Art im Spannungsfeld zwischen noch mehr Transparenz der Verwaltung und wirtschaftlichem Interesse liegt. [..] Wenn man Rohdaten zur Verfügung stellt stellt sich immer die Frage, ob die richtigen Schlüsse daraus gezogen werden.

Der gesamte Radiobeitrag:

Open Data in UK

Rufus Pollock, Ökonom an der Universität Cambridge und Verfechter von Open Government Data: Die Regierung in Großbritannien hat die EU-Richtlinien zur Weiterverwendung von Informationen des öffentlichen Sektors sehr positiv aufgenommen. […] Letztes Jahr ist die Website Data.gov.uk online gegangen und in den letzten 6 Monaten ist Open Government Data förmlich explodiert. Laut ihm bringt man, wenn man die Verwendung verbietet, jene ganz um, die „die goldenen Eier legen“. Seit Ende Jänner ist die britische Open Government-Website online. Mit über 3.000 Datensätzen bietet sie die weltweit größte Sammlung von Regierungsdaten.

Wer soll das bezahlen …

Die völlige Freigabe der Daten würde in Österreich Geld kosten, könnte aber Innovationen und völlig neue Geschäftsfelder ermöglichen. Peter Parycek vom Zentrum für E-Government der Donau-Universität Krems sieht die Möglichkeit, hinter diese Datenverwendungen unterschiedliche Lizenzen nach dem Creative Commons-Modell zu legen. Sobald man ein Geschäftsmodell dahinterlegt, könnte man für die Daten zahlen.

Datenschutz

Beim Stichwort Datenschutz ist die Grenze in Einzelfällen sehr schwer zu ziehen. Das kann teilweise eine Fall-zu-Fall-Entscheidung sein. In den USA lassen sich VerbrecherInnen-Informationen nach Postleitzahlen suchen. Rufus Pollock sieht hier keinen Widerspruch zwischen Open Data und Datenschutz: Wenn BürgerInnen das auch wollen, können private Daten öffentlich gemacht werden. Aber dies ist kein Argument der Open Government Data-Bewegung: Diese ist für freie Zugänglichkeit, wenn sie prinzipiell gewollt wird. Die Entscheidung darüber sollte jedoch das Volk treffen.

Information vs. Rohdaten

Hierzulande gelten die EU-Datenschutzgesetze aber als sehr streng. Meist wird auch darauf hingewiesen, dass vieles bereits veröffentlicht ist – laut Parycek aber in der Regel in Textform, nicht aber als Rohdaten. Das Bundeskanzleramt verspricht jedoch erste Überlegungen in Richtung Open Government.

Links Ö:

Links D:

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