E-Government-Konferenz – Nachmittag

Nach der Mittagspause startete die E-Government-Konferenz in die zweite Vortragsrunde. Im ersten Vortragspanel sprachen Dr. Peter Parycek, MSs (BKA), DI Peter Reichstädter (BKA), Mag. (FH) Reinhard Haider (Amtsleiter), Lukas Fetz (IT-Leitung Stadt Bregenz), Univ.-Prof. Dr. Kurt Promberger und Mag. Korndorf (Zentrum für Verwaltungsmanagement).

Vortragsspanel 1

Vortrag Dr. Parycek, MSc (BKA)

Dr. Parycek sprach über rechtliche Aspekte des E-Governments. Die Notwendigkeit von Signaturen im Sinne eines nicht mehr veränderbaren Dokumentes gewinnt in den nächsten Jahren an Bedeutung. Es gibt drei Arten von elektronischen Signaturen, wobei die qualifizierte elektronische Signatur nach dem Signaturgesetz der handschriftlichen Signatur gleichgesetzt ist. Für den Nachweis der elektronischen Identität werden in Österreich zwei Elemente kombiniert: Signaturgesetz und E-Governmentgesetz. Bei der Verwendung der Bürgerkarte wird im nächsten Jahr das Kartenlesegerät wegfallen, d.h. dass diese dann auch über das Mobiltelefon verwendet werden kann. Sie kann online (RSa-Brief oder über FinanzOnline) oder bei Registrierungsstellen aktiviert werden.

Vortrag DI Peter Reichstädter (BKA) und Mag. (FH) Rainhard Haider (Amtsleiter Stadt Kremsmünster)

DI Reichstädter knüpfte an den Vortrag von Dr . Parycek aus einer praktischen Perspektive an. Der österreichische Amtshelfer Help.gv existiert seit 13 Jahren und gliedert sich nach dem Lebenslagenprinzip. In der folgenden Präsentation werden die Integrationsmöglichkeiten der Help-Services in die Gemeindewebseite dargestellt, die Mag. (FH) Haider, Amtsleiter Stadt Kremsmünster, aufzeigte:

Vortrag DI Peter Reichstädter (BKA) und Mag.  Lukas Fetz (IT-Leiter Stadt Bregenz)

Herr Reichstädter demonstrierte die mobile Bürgerkarte mit Signaturfunktion. Mithilfe der Signaturprüfung können KundInnen eine Amtssignatur überprüfen. Die Sendemengen in Vorarlberg berufen sich laut Mag. Fetz auf ca. 10.000/Monat. Leider nutzen nur 8 von 96 Gemeinden die duale Zustellung. Ein Problem ist, dass Vorarlberg noch nicht über ein entsprechendes Backoffice verfügt (wie dies in anderen Referenzgemeinden bereits vorhanden ist).

Vortrag Univ.-Prof. Dr. Kurt Promberger und Mag. Diana Korndorf (Zentrum für Verwaltungsmanagement)

Das Zentrum für Verwaltungsmanagement hat ein Assessment Framework zur Messung des Erfolgs von E-Government-Aktivitäten bzw. IT-Investitionen entwickelt. Beispielsweise fehlten beim Projekt ELAK genaue Kennzahlen, da im Verlauf und nach Abschluss des Projektes keine Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt wurde. Mag. Korndorf präsentierte den Aufbau des PITAF-Tools, bei dem ein wichtiger Faktor die wissenschaftliche Grundlage war. PITAF ist anwendbar für alle Organisationen der öffentlichen Hand in Österreich. Die Standardversion des Tools steht als WEbapplikation zur Verfügung.

Vortragspanel 2

Als Themen des Nachmittagsblocks waren Wissensmanagement in der Gemeinde, Ausbildungsprogramme und Wildbachbetreuung angekündigt. Zu den Vortragenden zählten Franz Haugensteiner, MSc (Amtsleiter), ADir. Hubert Zenz und DI Dr. Dieter Stöhr (Abt. Forstorganisation Land Tirol).

Vortrag Franz Haugensteiner, MSc (Amtsleiter Marktgemeinde Purgstall a. d. Erlauf)

Ohne Wissensmanagement funktioniert E-Government nicht. Franz Haugensteiner erläuterte in seinem Vortrag, warum das so ist und wie Wissensmanagement in der Gemeinde funktionieren könnte. Eine Umfrage unter BürgermeisterInnen ergab, dass ca. 60 % keine Einführung des ELAKs planen. In der anschließenden Diskussion ging es um die Frage, durch welche Maßnahmen man E-Government-Prozesse in kleineren Gemeinden durchsetzen könnte. Ein Vorschlag war z. B. die Umsetzung einer rechtlich verbindlichen Ausbildungsverpflichtung.

Vortrag ADir. Hubert Zenz (BKA)

Vorgestellt wurden die Ausbildungsprogramme der Verwaltungsakademie im Bereich E-Government. Die Zielgruppe (MitarbeiterInnen der Gemeinden und Kammern, PolitikerInnen etc.) dienen als MultiplikatorInnen. Das erworbene Wissen kann sowohl im Beruf als  auch im privaten Umfeld zum Einsatz kommen. Die folgende Präsentation informiert über die Inhalte und Module der Ausbildung.

Vortrag DI Dr. Dieter Stöhr (Abt. Forstorganisation, Land Tirol)

Dr. Stöhr stellte ein Gemeinschaftsprojekt aus dem Bereich Naturgefahrenmanagement vor.  Er gab einen Überblick über die gesetzlichen Richtlinien bei der Wildbachbetreuung, aus denen Pflichten für die Gemeinden resultieren. Die Begehung der Bäche nach dem Frostgesetz ist aber realistisch nicht durchführbar. Eine eigens geschaffene WEB-GIS-Applikation hilft bei der Dokumentation der Hindernisse, deren genauen Lokalisierung und der Kostenschätzung. Dr. Stöhr demonstrierte die Applikation anhand der Beobachtung eines Hindernisses.

Verlosung

Abschließend wurde ein Bildungsgutschein für den Grundkurs „IT Risikomanagement“ der Donau-Universität Krems sowie jeweils zwei Freikarten für die EDem10 – die führende Konferenz zum Thema elektronisce Demokratie in Europa – verlost. Die glücklichen Gewinner: Wolfgang Roth, Wilfried Connert und Ludwig Oswald.

Die Konferenz endete kurz nach 17 h und fand mit informellen Gesprächen und Diskussionen einen angenehmen Ausklang.

Fotostream auf Flickr

Wir bedanken uns herzlich bei unseren Mitveranstaltern, Medienpartnern und Sponsoren!

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