Roundabout Kids 2009 zu Digital Natives

Am 24.11.2009 wurde im ORF KulturCafé die Kinderstudie von mobilkom austria vorgestellt. Im Mittelpunkt stand der Zugang von 6-14Jährigen zu Handy, Internet, Facebook & Co. Wie beeinflussen Computer und Netzwerke die junge Generation in ihrer sozialen Interaktion?

Medien als Mittel zum Zweck

Unternehmenssprecherin Mag. Elisabeth Mattes stellte die wichtigsten Ergebnisse der seit 2003 durchgeführten Studie vor und betonte, dass Medien und soziale Netzwerke für die Kinder als „early adopter“ hauptsächlich ein Mittel zum Zweck darstellen: Nach wie vor sind FreundInnen am wichtigsten. Diese Priorisierung ändert sich nicht durch mediale Einflüsse – interaktive Netzwerke können als Verstärker sozialer Kontakte gesehen werden und wirken im Vergleich zu „realer“ Kommunikation nicht isolierend. 54 % der Zielgruppe sind in sozialen Netzwerken registriert, jedoch sprechen nur 15 % mit ihren Eltern über Themen wie Cybermobbing.

Eltern als Digital Immigrants

Für Dr. Christine Feil (Wissenschaftliche Referentin am Deutschen Jugendinstitut München) stellt die Behauptung, dass Kinder besser im Netz unterwegs seien als ihre Eltern, einen Mythos dar, der davon ablenken möchte, dass viele Erwachsene keine Motivation zur Begleitung haben. Gebildete Eltern lassen ihre Kinder auch vergleichsweise früh ins Internet. Benachteiligungen sieht sie vor allem für Kinder alleinerziehender Mütter oder jene der Förderschule. Soziale Plattformen sind für Jugendliche mittlerweile ein „must“ und bedeuten dort, wo sie ausschließlich Jüngeren vorbehalten sind, einen besonderen Freiraum. Dennoch ist das Agieren dabei oft von Konkurrenzaspekten geprägt.

Zu Recherchekompetenz hinleiten

Für den Philosophen und Kulturpublizist Dr. Franz Schuh ist klar: Gegner der Online-Kultur werden langfristig verlieren. Die aktuelle pädagogische Herausforderung liegt für Ihn in einer Balance zwischen begleiten und erziehen. Hier stellt sich insbesondere die Frage nach Filtern in den jeweiligen Altersgruppen.

Die im Publikum anwesenden Kinder stuften sich auf die Frage nach Ihren Internetgewohnheiten ganz klar als „heavy user“ ein. In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass insbesondere das Schulsystem auf die aktuellen Entwicklungen reagieren muss: Aufgaben sollten anders gestellt werden und u. a. auf die Vermittlung von Recherchekomptenz abzielen.

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