Einblicke in den E-Government Lehrgang

Vergangene Woche lehrten im Zuge des neu gestarteten E-Government Lehrgangs international renommierte Fachleute aus dem E-Government Bereich auf der Donau-Universität Krems. Hans Jochen Scholl von der University of Washington (State) und Viktor Mayer-Schönberger von der National University of Singapore begeisterten die StudentInnen.

Vortrag Scholl

In seinem Vortrag „On the State of E-Government. In Practice and in Academia – Where do we go from here?” beschäftigte sich Prof. Dr. Scholl mit den Anfängen von E-Government und mit künftigen Entwicklungen. Besonderes Augenmerk legte Scholl auf den interdisziplinären Zugang zu E-Government und die Tatsache, dass E-Government Studies noch immer eine junge und aufstrebende Disziplin ist. Bei seinen Ausführungen zu „Open Government – Principles, Issues and Current State“ betonte Scholl, dass BürgerInnen nicht mit KundInnen gleichzusetzen sind, da KundInnen abgewiesen werden können, BürgerInnen jedoch nicht. Die Open Government Initiativen in den USA basieren auf dem Freedom of Information Act (1966-2002). Die Informationspflichten der Behörden gegenüber BürgerInnen sind in den USA stärker ausgeprägt als in Europa, da in der Gesellschaft der Gedanke vorherrscht, dass Behörden und BeamtInnen in erster Linie für BürgerInnen arbeiten.

Vortrag Mayer-Schönberger

Prof. Dr. Viktor Mayer-Schönberger  stellte fest, dass E-Government nicht zwingend kontinuierlich besser wird. Bevor man E-Government umsetzt muss man wissen, was für Ziele zu erreichen sind. Oft werden Problemlösungen für Situationen angeboten, bei denen es keine Probleme gibt. Die klassischen E-Government Ziele sind:

  • Effizientere Verwaltung
  • Verwaltungsreform
  • Transparenz
  • Kundennutzen
  • Partizipation

Die Evaluierung von E-Government Zielen ist oft problematisch. Es wird meist das gemessen, was gemessen werden kann, aber nicht das, was gemessen werden soll.

Zu E-Partizipation merkte Mayer-Schönberger an, dass dies oft mit Mobilisierung via Internet verwechselt wird. Partizipation bedeutet Diskussion und Argumente austauschen, wobei man akzeptieren muss, selbst seine Meinung in der Diskussion eventuell zu ändern. Partizipation in der Form von Feedback für Behörden ist erfolgreicher als Partizipations-Portale, die direkt-demokratische Elemente fördern.

Bezüglich Open Government sprach Mayer-Schönberger von I-Government (Information-Government), da es eine Strategie sein kann, möglichst viele Information zur Verfügung zu stellen, damit Falschinformation ausgeblendet werden kann. Die Kontrolle über den Fluss von Informationen ist heute wichtiger Bestandteil von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strategien. Der Staat hat die Autorität und die notwendigen Ressourcen korrekte Information anzubieten, die dann von Privaten verarbeitet werden können.

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