Zeitungsverleger im Kampf um Status quo

Robert Murdoch hat derzeit Problem mit sich ändernden Rahmenbedingungen. Der zeitweilig reichste Mann der Welt sieht sein Imperium in Bedrängnis, besonders wenn es um das traditionelle Zeitungsgeschäft geht.

Auf dem in China stattfindenden World Media Summit bezeichnete Murdoch die Blog- und Wikipedia-Szene als „Aggregatoren und Plagiatoren,“ die das traditionelle News-Geschäft kaputt machen. In seinen Tiraden wird er dabei von AP-Chef  Tom Curley unterstützt:

„Crowdsourcing-Dienste im Web wie Wikipedia, YouTube und Facebook sind bevorzugte Ziele der Kunden geworden, um sich Nachrichten anzusehen. Diese Dienste verdrängen die Websites traditioneller Nachrichtenverlage. […] Wir, die die Inhalte herstellen, müssen schnell und entschieden handeln, um die Kontrolle über diese Inhalte zurückzuholen.“

Nachrichtenargenturen benötigen neue Strategien im Web 2.0

So ganz verstanden hat es die Medienbranche noch nicht, wie sich das News-Geschäft durch das Web 2.0 ändern wird. Das beibehalten des Status quo wird nicht funktionieren, wie bereits in anderen Branchen festgestellt wurde. Wie es richtig gehen kann, zeigt die allmählich aus der Agonie erwachende Musikindustrie, die nach Jahren des Jammerns den Kunden entgegenkommt – besser gesagt, zu ihnen aufschließt. Dort wurden die bewegungslosen Wächter ihres Territoriums schon ziemlich dezimiert. Die Masse hat durch die Entwicklung und Akzeptanz neuer  Nischenprodukte und Musikkulturen eine Vielfalt geschaffen, die auf ebenso vielen Wegen von UserInnen erreicht werden kann. Wie diese Strategien aussehen könnten und welche Elemente berücksichtigt werden müssen findet sich in einer aktuellen Präsentation von Tara Hunt:

Traditionelle News-Anbieter und neue Medienangebote verschmelzen

Die Heerscharen an Bloggern, Twitterati und Wikipedia-Autoren, die Konkurenz der traditionellen Zeitungsverleger, bekommt als Gegenleistung Wertschätzung durch die Gemeinschaft. Von dieser Zuwendung können derzeit nur die wenigsten leben, aber die Masse der Freiwilligen macht ohnehin andere Jobs. In einigen Fällen bedeutet das Anbieten von Informationen nicht nur gratis zu arbeiten, sondern  sogar Risiken auf sich zu nehmen.

Die Informationen der UserInnen, gepaart mit dem Fachwissen der crowd wird dann zum Blog-Post, Twitter-Feed oder zur Richtigstellung bzw. Aktualisierung eines Wikipedia-Eintrags. Blog-Post und Twitter-Feed werden dann zur Quelle von Zeitungsartikeln, welche wiederum von UserInnen kommentiert und verwertet werden. (cf. Journalismus via Twitter und YouTube) Wer die Inhalte erstellt wird somit zu eine „Henne-Ei-Frage“.

JournalistenInnen statt UnternhemerInnen

Nachrichten können sich nur durch Qualität von den Produkten der Masse unterscheiden, weil schneller in der Verbreitung sind die zahlreichen UserInnen auf ale Fälle. Die einzelne Journalistin und ihre Kollegen gewinnen dadurch an Bedeutung; ihr Handwerk müssen sie perfekt beherrschen. Doch wie finden UserInnen die besten Artikeln?  Für übersichtliche, gut aufbereitete Informationen gibt es sicherlich einen Markt; nur dieser Markt ist heiß umkämpft und benötigt nicht mehr große Unternehmen und die Druckerpresse.

Quelle:

Ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s