Alpbach Digital Government (LIVE)

Live-Berichte vom Forum Alpbach – Technologiegespräche, Arbeitskreis 10. Bilder von diesem Event sehen Sie in unserem Flickr-Stream. Zusätzliche Infos auch auf Twitter.

Vortrag von Horst WESTERFELD

Der Vortrag konzentriert sich auf E-Government aus der Sicht der Verwaltung. Der E-Government-Plan des Landes Hessen im Detail:
Zusätzliche Investitionen in die IT, um Standardisierungen zu implementieren. Die VerwaltungsmitarbeiterInnen müssen besser an die neuen Bedingungen herangeführt werden. Derzeit gibt es noch parallele Prozesse, die die Effizienz hindern. Es gibt noch viel Verschlankungspotenzial. IT ist ein großer Kostenfaktor, wenn die Möglichkeiten nicht gebündelt werden. Die Folge sind künftige Budget-Kürzungen im IT-Bereich, bei gleichzeitiger Produktionssteigerung.

Vortrag von Manfred MATZKA

Österreich ist das Hochtechnologielaboratorium in der EU im Bereich Verwaltung. National übergreifende Services haben sich etabliert, müssen aber noch verbessert werden.

Wichtig ist das Überwinden von Barrieren – den Zugang zur Verwaltung erleichtern. Die österreichische Bundesverwaltung hat bereits bessere E-Services als Banken. Somit gilt die These, dass Privatwirtschaft prinzipiell bessere Kundenorientierung hat als öffentliche Verwaltung, nicht. Dennoch, die Materie, welche von der Verwaltung abgedeckt wird, ist vielschichtig und komplex. Seit Kaiserin Maria Theresia haben sich die Verwaltungsprozesse stetig ausgeweitet, aber nie vermindert. Einsparungspotenziale liegen in der gesamten Verwaltung. Damit alle Potenziale in allen Bereichen genützt werden, ist noch einiges zu erledigen.

One-Stop-Zugänge sind in Zukunft essentiell. Wenn man als Kunde mit mehreren Behörden in einem Verfahren zusammenarbeiten muss, darf dies der Kunde nicht merken. Die Behörden müssen intern kommunizieren und einen einzigen Ansprechpartner für Kunden bieten. Man soll z.B. von zuhause aus ein Unternehmen über das Internet gründen können, oder im Falle einer Geburt alles an einer Anlaufstelle erledigen können.

Die Staaten der hochentwickelten Welt verlieren die jungen Menschen. Junge Menschen benötigen keine Rituale (z.B. Staatsfeiertag), sondern direkteren Kontakt zur Service des Staates.


Vortrag von Johannes HAHN

Der Vortag konzentriert sich auf die erste Anwendung von E-Voting. Ziel war es neue Kanäle zur Wahl für eine progressive Bevölkerungsgruppe zu ermöglichen, zumal dieser Kanal ursprünglich von StudentInnen gefordert wurde. Das E-Voting lief erfolgreich ab. Durch die E-Voting-Kampagne steigerte sich die Rate der Nutzer von Bürgerkarten um bis zu 30-40 %. Der Bundesminister wünscht sich die Etablierung von E-Voting als zusätzlichen Wahlkanal für die Zukunft auch bei anderen Wahlen in Österreich.

Bezüglich E-Government spricht Hahn von deutlichen Erleichterungen für BürgerInnen. Behördenwege von zuhause aus zu erledigen spart dem einzelnen Bürger Zeit – der Minister hat diese Erleichterungen bereits selbst verwenden können. Die Gesellschaft muss sich aber auch mit der zunehmenden Digitalisierung auseinandersetzen und Gefahren erkennen und besprechen. Digitalisierung soll nicht zur Isolation von BürgerInnen vor dem Bildschirm führen.


Vortrag von Arthur WINTER

Im Bankenwesen haben sich die heute üblichen Bankomaten als gemeinsames Projekt etabliert, im Gegensatz zu Bankomaten, die nur von der jeweiligen Bank genutzt werden könnten. Ähnliche Standards sollen in der Verwaltung etabliert werden. Der einheitliche Ansprechpartner ist ein wichtiger Teil des Puzzles der elektronischen Verwaltung.

E-Government 2.0 signalisiert einen Wendepunkt, dass eine Behörde alleine keine komplexen Prozesse mehr abwickeln kann, z.B. ELAK, SAP, VoIP im Bund, EU DL-RL. Knackpunkt bei der Schaffung von übergreifenden Prozessen ist die Finanzierung, die hier die herkömmlichen Grenzen der Behörden aufbrechen. Möglich wäre die Einführung eines Innovationsbudgets, mit dem wünschenswerte behördenübergreifende Projekte von der Bundesregierung finanziert werden.

Ein Bsp. für die rasche Abwicklung von Verfahren basierend auf E-Government-Aplikationen ist die kürzlich initiiertete Ökoprämie, die innerhalb von 2 Monaten realisiert wurde; ein Zeitraum, der für Papier-Prozesse kaum möglich gewesen wäre. Die Verwendung von pro-aktiven Services, bedingt Zugänge zu Informationen für Behörden. Solche pro-aktive Services wären in der herkömmlichen Papier-Verwaltung nicht möglich.


Vortrag von Roland JABKOWSKI

IT-Services sind ortsunabhängig. Durch gebündelte IT-Infrastruktur und durch zentral geregelte Services, können IT-Kosten eingespart werden. Derzeit gibt es im Bund noch viele parallele Strukturen bei Arbeitsplätzen, Netzwerken und Mailingsystemen. Die Bundesresorts müssen besser kooperieren, damit sie gemeinsam IT-Projekte umsetzen.

Die EU plant viele verschiedene EU-Projekte, welche europaweite E-Services bündeln sollen. Jeder EU-Bürger soll die Möglichkeit haben, diese Services in der Muttersprache nutzen zu können.



Vortrag von Peter PARYCEK

Der Staat wird zu einer Blackbox von digitalen Informationen: BürgerInnen wissen nicht was der Staat mit persönlichen Informationen macht. Was beim E-Voting im Detail funktioniert, können nur ganz wenige Experten beantworten. Solche Prozesse brauchen zunehmende Transparenz. Bürger wollen wissen, welche Daten der Staat von ihnen speichert. Ausserdem benötigt man Schutz der Daten, z.B. durch Überwachung der Behörden durch einen Datenschutzhof.

UserInnen können sich künftig stärker mit staatlichen Daten beschäftigen. Die US-amerikanische Plattform Data.gov ist die Antithese zu Help.gv.at. Help bietet aufbereitete Informationen an, während Data.gov einfach nur Daten anbietet, die von BürgerInnen und Wirtschaft ausgewertet werden können. US-Services, die Strafregisterauszüge anbieten, werden in Web-Applikationen implementiert. Dies ist ein schlechtes Beispiel für Transparenz, das für Österreich ohnehin derzeit undenkbar ist. Die US-Platform Business.gov hat den selben Zugang wie Help.gv.at um Hilfe in Lebenslagen zu bieten; allerdings im Bezug auf Unternehmensgründungen.

Bottom-up Prozesse werden von BügerInnen immer besser akzeptiert als Top-down Prozesse. „We, the people, are the government.“


Vortrag von Achim KASPAR

Bald werden beinahe 100 % der BürgerInnen das Internet nutzen. Das Mobiltelefon hat gezeigt, wie schnell sich praktikable Technologien durchsetzen. Die neue Generation der BürgerInnen sind bei neuen Technologien Vorreiter, folglich müssen Politik und Verwaltung nachziehen. Innerhalb des Staates gibt es folgende Kommunikationswege: Behörde-Bürger, Bürger-Bürger, Behörde-Mitarbeiter. BürgerInnen können sich mit IKTs relativ schnell organisieren. Bsp.: FixMyStreet, zur zwangsfreien Kommunikation zwischen BürgerInnen und Behörden.


Vortrag von Andrea Di MAIO

Andrea Di Maio’s Blog.

Digital Natives are not only young people; Di Maio also changed his way of doing research within the last years. If you need to know things before they happen, you must use new resources, like Facebook. We have to adapt to a changing ICT-, knowledge- and information-world; busnisses, governments, citizens.

Citizens-centrism becomes essential as governments are legitimised by people and run by people. Austria did a good job in implementing ICTs in governmental processes. Governmental applications focusing on people’s life situations are often not priority to citizens. First they need immediate help, only afterwards they might care about governmental processes.

While governments can establish formal aggreements with banks and businesses, communities change, come and go. Can citizens trust governments in all life situations? If you need a life-threatening surgery, do you seek help at a governmental website, or do you visit the website of a social network about health-care and surgery? E-Services have to be open, because they will be accessed via different channels. Services from Web1.0, which are mainly representations of real-life-services, will be taken over by social networks in the Web2.0. The result is a Many2Many network structure, instead of One2Many or One2One.

Only when public servants are allowed to use new web services can the state benefit from these resources. Especially in time-related matters, like earthquakes, riots, etc. social networks are faster than standard communication channels. The development of E-Government is the following: On-Line Government – Citizen-Centric Government – Citizen-Driven Government.

If an agency uses new media, like Facebook, people do not care. Even though people are not interacting face-to-face, they prefer to deal with individuals on the web. Consequently, an agency will be represented by its employees; not represented as an institution that seems to be faceless. Many agencies are not ready to empower their employees.

The „social networks“ acronym: Social, Observe, Complement, Involve, Asses, Leverage.


Vortrag von Peter Parycek

Das Internet ist dabei die Kommunikation der Menschen zu verändern. Auch wenn das Internet seit Jahren ein Begriff in der Gesellschaft ist, so ist es erst in der Gegenwart zu einem Medium geworden, das alle verwenden können. Es vereint die herkömmlichen Kommunikationskanäle und ändert die Kommunikation von One2Many oder One2One zu Many2Many. Der Hype ist noch nicht vorbei; die Änderungen finden jetzt statt – eine 5. Medienrevolution.

Die Politik verwendet noch immer klassische Kommunikationsstrategien, und verabsäumt Feedback von UserInnen in ihre Kampagnen zu integrieren. Obama hat die Community in seinen Wahlkampf integriert und auch seriöse gegenteilige Meinungen in seinen Foren zugelassen. Erst durch das Aufgeben der Kontrolle erreichte Obama’s Wahlkampf die bekannte Wirkung.

Die Verwendung von Facebook und anderen Medien in Unternehmen und Institutionen durchbricht Hierarchien, womit die innere Organisation nur schwer umgehen kann. UserInnen sind dabei etablierten Institutionen die Kontrolle und Marktführung über verschieden Bereiche teilweise zu entreissen.


ENDE – Einen Eindruck von der Diskussion bekommen sie auf unserem Twitter Micro-Blog. #QAlpbach und andere Tweets.


Wir bedanken uns bei den Veranstaltern

4 Kommentare

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