Erneuerung der österreichischen Verwaltung durch E-Government

e-govern022

SC Dr. Matzka: „Über kurz oder lang wird kein Weg an der Informationstechnologisierung in der Kommunikation von Behörden mit dem Bürger vorbeiführen.“

[Wien] Am 18.6. hat im Palais Porcia eine hochkarätig besetzte Veranstaltung, organisiert vom Zentrum für E-Government der Donau-Universität Krems, zum Thema „E-Government in Österreich“ stattgefunden. Gastredner waren SC Dr. Matzka, Leiter des Präsidiums des Bundeskanzleramtes, Herr Dr. Gschwendtner, E-Government Experts Group der WKO sowie Herr Dr. Parycek, MAS, Zentrumsleiter E-Government an der Donau-Universität Krems.

Schrittweises heranführen an E-Government

Gleich zu Beginn hat Herr SC Dr. Matzka die Unaufhaltsamkeit des „E“ in Government herausgestrichen. Über kurz oder lang wird kein Weg an der Informationstechnologisierung in der Kommunikation von Behörden mit BürgerInnen vorbeiführen. Erfolge in der internen Umgestaltung der Kommunikation (elektronischer Akt) seien nur der erste Schritt für die elektronische Kommunikation mit BürgerInnen. Daher wird einer der vorrangig nächsten Schritte der Ausbau der dualen Zustellung auf das Angebot der auf help.gv verfügbaren Services sein.

Bei der dualen Zustellung werden registrierten BenutzerInnen Dokumente von Behörden zuerst über ein Portal elektronisch zugestellt. Nach Ablauf einer Frist erfolgt die Zustellung über den Postweg. Für die Anmeldung am Portal sowie zum Abruf der Dokumente ist eine Bürgerkartenumgebung notwendig. Durch den Wegfall der Versandkosten wird mittel- bis langfristig ein wesentliches Einsparungspotential erwartet.

Änderungen der öffentlichen Services

Die Frage, inwieweit sich E-Government auf die Zahl der österreichischen Beamten auswirkt, beantwortete SC Dr. Matzka dahingehend, dass zwar traditionelle Leistungen des Staates vermehrt von der Wirtschaft übernommen werden, im Gegenzug aber auch neue Tätigkeiten von der Beamtenschaft wahrgenommen werden. Besonders die Automatisierung von Routine-Dienstleistungstätigkeiten wird zu einer vermehrten Dienstsleistungsorientierung in Spezialfällen führen.

Für Herrn Dr. Gschwendtner ergibt sich besonders für die Sparte der Unternehmensberater und IT-Dienstleister ein großes Potential in der Erstellung von E-Government Lösungen. In der gegenwärtigen Situation werden Konventionen weitgehend ohne die Einbeziehung der Wirtschaft erstellt. Die bestehenden Rahmenbedingungen sind daher für Lösungen, die von einem breiten Feld an Anbietern aufgegriffen werden können und damit die Verbreitung von E-Government fördern würden, nicht gegeben. Eine Institutionalisierung der Zusammenarbeit könnte hier Abhilfe schaffen.

SC Dr. Matzka stimmt in diesem Punkt mit Dr. Gschwendtner überein und stellt für die Zukunft andere Beteiligungsmodelle zur verstärkten Einbeziehung der Wirtschaft in Aussicht.

Angebote der Donau-Universität

Für Dr. Parycek als Leiter des Zentrums für E-Government stellt sich die Herausforderung, die vielfältigen Wissensdisziplinen, die sich unter dem Begriff E-Government vereinen, in einem Lehrgang zu verbinden und auf die aktuellen Entwicklungen zeitgerecht zu reagieren. Das gelingt erfolgreich seit 2002, als mit der Seminarreihe (Certified E-Government ExpertIn) und dem MSc-Programm (Professional MSc E-Government) gestartet wurde. Seither wurden bereits drei Durchgänge des Masterprogramms sehr erfolgreich absolviert und die dabei verfassten Masterthesen in zahlreichen Projekten zu praxisrelevanten Lösungen umgesetzt.

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