E-Government: Der Bürger ist am Zug

exponet_stb1_120x64Vortragsreihe und Podiumsdiskussionen bei der Exponet 2005 im Austria Center Vienna.
Zentrum Telematik und Zentrum Praxisorientierte Informatik gestalten die Vortragsreihe „IT in Öffentlicher Verwaltung und Kommune“

Das Zentrum Telematik und das Zentrum Praxisorientierte Informatik der Donau-Universität Krems organisierte am 16. Februar im Rahmen der Exponet 2005 im Wiener Austria Center zwei Podiumsdiskussionen zum Themenbereich „IT in der öffentlichen Verwaltung“. Experten aus dem Bundesministerium für Finanzen, dem Bundesrechenzentrum, der Wirtschaftsuniversität Wien, A-Trust, Mobilkom und der Exekutivsekretär für E-Government des Bundes, Christian Rupp, kamen dabei zu Wort

Controlling in der Bundesverwaltung

Die erste Podiumsdiskussion stand unter dem Motto „Kostenrechnung & Controlling in der Bundesverwaltung“. Für Prof. Dr. Gerhard Speckbacher von der Wirtschaftsuniversität Wien ist Controlling in der öffentlichen Verwaltung viel schwieriger als in einem Wirtschaftsunternehmen, da die Kosteneinsparung nicht das einzige Ziel der öffentlichen Verwaltung sei. Vom derzeitigen Großprojekt – nämlich der Einführung der Kostenrechnung – des Bundesministeriums für Finanzen berichtete die zuständige Stv. Sektionschefin Mag. Claudia Sterrer-Pichler. „Es geht dabei letztendlich auch um einen Kulturwandel hin zu einem betriebswirtschaftlichen Denken“, so Sterrer-Pichler. Die Umstellung funktioniere nicht ohne die nötige IT-Unterstützung, die seitens des Bundesrechenzentrums (BRZ) zur Verfügung gestellt werde. Dieses Projekt sei auch für das BRZ ein Pilotprojekt.

Bürgerkarte

In der Podiumsdiskussion „Status Quo Bürgerkarte und A1-Signatur“ wurde die digitale Signatur-Funktion vorgestellt, mit der seit dem 31. Jänner 2005 die neuen Bankkarten (Bankomat- bzw. Maestro-Karten), Studentenausweise sowie Dienstausweise des Bundesministeriums für Finanzen und des Bundesministeriums für Inneres ausgestattet sind. Die Erwartungen an die digitale Signatur sind hoch, vor allem vor dem Hintergrund, dass bereits 70 Prozent der Umsatzsteuer-Voranmeldungen online, über das sogenannte „Finanz-Online“, durchgeführt werden, wie eine Studie des Bundesministeriums für Finanzen vom Juli 2004 ergab. Für Mag. Peter Parycek, Leiter des Studiengangs „E-Business“ an der Donau-Universität Krems, stellt die digitale Signatur vor allem auch für Unternehmen eine interessante Perspektive dar. „Argumente, die für die Nutzung seitens der Wirtschaft sprechen, gibt es durchaus. Einerseits liegt der Computer-Einsatz in den Österreichischen Unternehmen derzeit bei 96 Prozent und der Internet-Einsatz bei 91 Prozent (Werte 2003). Andererseits scheint der Einsatz der so genannten ‚Bürgerkarte’, also der Bankkarte mit digitaler Signatur-Funktion, vor allem für wiederkehrende Verfahren, wie beispielsweise die Anmeldung von Angestellten, sinnvoll“, so Parycek.

peter_parycek_exponet05_050216_236x157 pus2_forum__exponet_050216_236x175 parycek_exponet_pusforum_060216_236x175

Laut Sektionschef Dr. Arthur Winter vom Bundesministerium für Finanzen könnte 2005 zum „Jahr der Bürgerkarte“ werden. Dabei wäre eine Erhöhung der Nutzeffekte sehr hilfreich. „Der Durchbruch gelingt dann, wenn die Bürgerkarte im Alltag regelmäßig verwendet wird“, sagte Winter. „Und“, so Winter weiter, „die Bürgerkarte muss Sicherheit und Kontinuität vermitteln.“ Für den E-Business-Experten Peter Parycek würde vor allem der Einsatz im Online-Banking zu einer großen Nachfrage nach der Bürgerkarte führen.

„In Zukunft kann“, so Christian Rupp, Exekutivsekretär E-Government des Bundes, „der Bürger seine Amtswege von zuhause aus rund um die Uhr erledigen. Zurzeit gibt es einige innovative Gemeinden, die bis zu 100 Formulare für die digitale Signatur freigeschalten haben. Österreich liegt im Ranking der EU-Mitgliedstaaten auf Platz vier bei den Dienstleistungen der elektronischen Verwaltung.“

Einsparungspotenziale

„Ein Unternehmer spart 10 Euro pro Monat wenn er die Umsatzsteuer-Voranmeldung online abgibt“, so Sektionschef Winter vom Bundesministerium für Finanzen. Für den Bürger liege die Einsparung vor allem in der Zeit, die er sonst in der Warteschlange verbringen würde. Die Einsparungspotenziale des Staates ortet Peter Parycek auch in der Kommunikation zwischen Staat und Wirtschaft. Aufgrund der häufigen Behördenkontakte seitens der Wirtschaft könnten elektronisch gestützte Massenverfahren Kosten reduzieren.

„Damit Unternehmen die Entwicklungen – wie beispielsweise die Bürgerkarte – im E-Business-Bereich für ihre Zwecke optimal nutzen können, ist die Weiterbildung der MitarbeiterInnen in diesem Bereich unumgänglich“, meinte Mag. Parycek abschließend. Informationen über das Funktionieren der Bürgerkarte können mit Hilfe eines E-Learning-Tools auf der Maestro-Website (www.maestro.at) abgerufen werden.

Exekutivsekretär Christian Rupp beendete die Diskussionsveranstaltung mit einem Aufruf an die Österreicherinnen und Österreicher: „E-Government ist da und es funktioniert, probieren Sie es aus.“

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s