Die Stadt Wien ist im deutschsprachigen Raum Vorreiter im Bereich Open Government Data. So veröffentlichte Wien 2012 als erste Verwaltungseinheit Österreichs ein Open Government Data-Portal. Herausragend im internationalen Vergleich ist ein auf die Bedürfnisse der Stadt Wien abgestimmtes Vorgehensmodell, das die notwendigen Prozesse bei der Veröffentlichung von Daten und Abteilungen der Stadt Wien beschreibt. Mitarbeiter der Stadt Wien arbeiten außerdem in einem für Open Government geschaffenen Kompetenzzentrum gemeinsam mit einer Community an der Detailgestaltung der Veröffentlichung offener Verwaltungsdaten. Mittlerweile verwenden 82 Applikationen Daten aus den Tätigkeitsbereichen öffentlichen Handelns der Stadt Wien.

Möchte man Open Government als Verwaltungsparadigma der Zukunft etablieren, benötigt dies Mut zu gemeinsamen Wegen. Die Verwaltung sucht daher die aktive Zusammenarbeit mit der Community um an den Servicelösungen der Zukunft zu arbeiten. Dabei ist es sinnvoll in regelmäßigen Abständen die gesteckten Ziele mit den Anforderungen der Community abzugleichen. Im Sommer beauftragte die Stadt Wien daher das Zentrum für E-Governance der Donau-Universität Krems mit der Umsetzung einer Studie, um die Wünsche der Öffentlichkeit mit den Anforderungen der Verwaltung abzugleichen. Die dabei erzielten Resultate sollen der Verwaltung helfen, ihr Open Government Data-Angebot zu optimieren bzw. für verschiedene Zielgruppen der Öffentlichkeit sinnvoll zu gestalten. Auch für vergleichbare Bereiche und Bestrebungen lassen sich Ergebnisse ableiten.

Handlungsfelder zur Weiterentwicklung von Open Government Data in Wien, die u.a. durch Interviews mit Verwaltungsabteilungen, OGD-NutzerInnen und aus dem Vergleich mit internationalen Erfahrungen gewonnen werden konnten, sind:

  1. Nachhaltigkeit und Nutzensteigerung durch öffentlichen Mehrwert
  2. Nutzung von Synergien durch integriertes Datenmanagement innerhalb der Stadt Wien
  3. Verringerung des Geschlechterungleichgewichtes
  4. Weiterentwicklung des Open Government Data-Portals zur Open Government-Plattform
  5. Zielgruppengerechte Ausweitung des Datenangebots
  6. Berücksichtigung von Open Government Data in Ausbildungsprogrammen
  7. Zielgruppenspezifische Öffentlichkeitsarbeit und Anwendungsinitiativen

Die in der Studie ausgesprochenen Empfehlungen werden nach und nach auf diesem Blog veröffentlicht und zur Diskussion gestellt.

Linksammlung

Ansprechpartner:

Dr. Johann Höchtl
Zentrum für E-Governance / Donau-Universität Krems
T: +43 (0)2732 893-2304
E: johann.hoechtl@donau-uni.ac.at