Am diesjährigen BRZ-Event in der Hofburg wurden u.a. 3D-Drucker aus dem Metalab ausgestellt – ein Projekt, das mich immer wieder fasziniert. Außerdem gab es Parallel-Workshops zu Themen wie Open Government, Social Media oder eHealth sowie einen Vortrag des Quantum-Physikers Prof. Dr. Zeilinger.

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3D-Drucker: An octopus for everyone!

Das 3D-Image2Drucker-Projekt des Metalabs ist Open Source, und Reprap.org ein Community-Projekt. Ein 3D-Drucker kostet momentan ca. 500 USD – der Aufbau von kleinen Werkstücken erfolgt auf der Basis eines kompostierbaren Zuckermaterials.

Nachgefragt werden vorwiegend Ersatzteile oder – gerade zur Weihnachtszeit – kleine Geschenke und Figuren. Ein kleiner Oktopus druckt sich z.B. in ca. einer Stunde. Wir lernen außerdem: Überhänge lassen sich bis zu 45 Grad drucken.

Auf Thingiverse.com lassen sich Unmengen von Druckvorlagen herunterladen – der Produktion sind damit also keine Grenzen gesetzt. Die Designs reichen von Spielfiguren über Ersatzteile für Geschirrspüler zu Schmuck oder personalisierte Verpackungen.

Die Prognose: etwa 2013 könnte man die 3D-Drucker bereits beim Hofer erwerben :)

Von Einsteins Spuk und Schrödingers Katze zu absoluter Sicherheit in einem Quanten-Internet

Vortrag von Prof. Anton Zeilinger (Quantum.at)

Die Überlagerung von zwei Eigenschaften, die einander ausschließen (Superposition) ist gerade Thema einiger Wiener Forschungsprojekte. Dieses Phänomen kann auch im Computerbereich angewandt werden. Ebeno die “Verschränkung”, von der Schrödinger sprach (zwei Prozesse weisen zufällig den gleichen Wert auf) – diese ist in verschiedenen Arten von Anwendungen brauchbar – nämlich dann, wenn sich das Gemessene durch die Messung selbst verändert.

Schrödingers Katze im Qubit: Ein Qubit kann im Gegensatz zum Bit sowohl “0” oder “1” sein. Das bedeutet, dass man viel mehr Information übertragen kann. Da die moderne Computertechnologie in die Richtung geht, dass Systeme immer kleiner werden, habe wir in ca. 15 Jahren den Quantenbereich – ob wir ihn wollen oder nicht.

Zeilinger erläuterte das Prinzip der Quantum-Kryptografie: Über einen klassischen Kanal (z.B. das Internet oder das Telefon) wird eine Nachricht so verschlüsselt, dass ein Abhörer/eine Abhörerin keine Chance hat, an diese Nachricht heranzukommen, obwohl er/sie durchaus Zugang zu den Kanälen haben kann. Wie wird das erzielt? Die beiden KommunikatorInnen erzeugen einen Schlüssel zur Dekodierung der Nachricht (soweit nichts neues). In der Quantum-Kryptografie wird dieser Schlüssel jedoch über einen Quantenkanal erzeugt. Hier wird eine lange Folge von Zufallszahlen erzeugt. Bei einer langen Folge solcher Zahlen kann das natürlich für die sichere Verschlüsselung einer Nachricht verwendet werden.

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Die Nachricht könnte nun abgefangen werden und gemessen werden – nur lässt sich aber ein Quantensystem nicht messen, ohne seinen Zustand zu verändern. Der momentane Stand der Quantenphysik ist, dass wir größere Entfernungen bereits überwinden können – ein Forschungsprojekt befindet sich z.B. gerade auf den Kanarischen Inseln (Tenerifa) auf einer Höhe von etwa 2.000 Metern (wir sprechen von einer Entfernung von ca. 174 km). Ein chinesisches Projekt geht weiter: Ein Satellit fliegt von dort nach Europa, wo er auf Bodenstationen trifft. Eine solche Station befindet sich beispielsweise in Graz.

Einen Schritt weiter geht “Blind Quantum Computing” – viele Projekte weltweit arbeiten bereits daran. Versprechen tut man sich davon sichere Cloud-Verbindungen ohne Nebenbedingungen.

Abschlussworte

Mag. Christine Sumper-Billinger, Kaufmännische Geschäfts­führerin BRZ, fand die Schlussworte des Events und betonte, dass innovative eGovernment-und Green IT-Projekte auch in den nächsten Jahren als Schwerpunkte des BRZ umgesetzt werden werden. Das Event klang bei Buffet und Networking – und weiteren 3D-Druckerprojekten – aus.

Links:

Programm BRZ-Event

Metalab Vienna

Reprap (3D-Drucker)

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